Von Deutschkurs bis Patenschaften

Große Übersicht: Angebote für Flüchtlinge in Melsungen

Austausch im Kontaktcafé: In der Melsunger Pfarrscheune kommen Flüchtlinge und Melsunger zusammen, um zu reden, lachen und singen. Das Bild entstand im August, damals organisierte Pfarrerin Sandra Scholz, 2. von links, noch mit. Im Bild auch Theresa Adenekan, 4. von links. Foto: Archiv

Melsungen. Viele Menschen engagieren sich für Flüchtlinge in der Region. Welche Angebote gibt es in Melsungen? Wir geben eine Übersicht.

100 Flüchtlinge leben derzeit in Melsungen. Im Februar soll auch die ehemalige Jugendherberge belegt werden, weitere 59 Menschen kommen dann hinzu. Betreut werden sie von der Integrationsstelle der Stadt. Dort arbeiten je mit einer halben Stelle Heiko Bamberger und die aus Nigeria stammende Theresa Adenekan. Wir stellen die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer und der Flüchtlingskoordinatoren in einer losen Serie vor.

Etwa 160 Flüchtlinge werden es im Februar sein. Darunter sind viele Familien und die Menschen kommen überwiegend aus Syrien, Eritrea, Äthiopien, Iran, Irak und Somalia. Der Anteil der Flüchtlinge an der Melsunger Bevölkerung beträgt etwa ein Prozent. Mehr als 100 Ehrenamtliche führt die Integrationsstelle. 65 von ihnen sind ständig aktiv, andere engagieren sich unregelmäßig.

Die Projekte

Zu den wichtigsten Initiativen gehört die Sprachvermittlung.

• Deutschkurse: 40 Helfer engagieren sich bei den Sprachkursen. Für Schüler und Lehrer gibt es Unterrichtsmaterialien. Der Unterricht findet zweimal wöchentlich etwa eineinhalb Stunden mit zwei bis drei Schülern in der Harningsmühle statt. Die Sprachkurse dauern etwa sechs Wochen und bereiten die Menschen auf die Intensivkurse vor.

• Wohnen und Einrichten:  Roland Wex und Volker Smetek helfen derzeit beim Möblieren. Dazu gehören Fahrten in den Recyclinghof nach Borken und handwerkliche Arbeiten in den Wohnungen.

Für solche Arbeiten werden dringend noch Männer gesucht. Es fehlen auch noch Lagerflächen für Möbel. Eigentlich sollte dafür die Jugendherberge genutzt werden, diese steht aber noch nicht bereit.

• Patenschaften: Die Familienpaten helfen an allen Fronten. Sie begleiten bei Behördengängen, gehen mit zum Arzt, organisieren mal einen Ausflug oder Spielenachmittag. Etwa zehn Helfer betreuen je eine Familie. „Einige sind auch noch bei den Sprachkursen aktiv, die Arbeit soll für die Ehrenamtlichen aber nicht zu viel werden“, sagt Bamberger. Die Familienpaten organisierten sich dabei weitgehend selbst mit den Familien. Es gebe auch Supervisions-Angebote für alle Helfer, die der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung organisiert.

• Kontaktcafé:  Flüchtlinge, und alle anderen Interessierten können in der Pfarrscheune bei Getränken, Obst und Kuchen Gespräche führen, Kontakte knüpfen und über Nöte und Sorgen sprechen. Organisiert wird es von Kirchenkreis und -gemeinde. Zuletzt waren bis zu 25 Flüchtlinge und viele kontaktfreudige Melsunger dabei. Es wird auch in verschiedenen Sprachen gemeinsam gesungen. Das Kontaktcafé findet jeden ersten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr statt. Zehn Ehrenamtliche organisieren das Café, dessen Angebot vielleicht erweitert wird.

Kontakt: Integrationsstelle unter Tel. 05661/9261936 

In vielen Institutionen, Vereinen, Verbänden und Schulen engagieren sich weitere Menschen für die Integration von Flüchtlingen: 

• Das offene Singen mit Njeri Weth findet mittwochs ab 16 Uhr in der Harningsmühle statt. Gesungen wird mit Flüchtlingen deutsches Liedgut, Gospels und jeder Teilnehmer kann sich mit seinem Lieblingslied einbringen.

Das Angebot gibt es seit September und Kinder können mitkommen.

• In Entstehung ist derzeit auch ein Mütter-Kind-Treff mit Flüchtlingsmüttern.

• Ongoing Project: Die Theatermacher, die derzeit an der Radko-Stöckl-Schule residieren, bereiten derzeit eine Suche-Biete-Internetseite vor. Auf dieser können sich Menschen über Möbel und anderes austauschen.

• Die MT Melsungen bietet am 13. Februar einen Schnupper- und Mitmachtag für Flüchtlingskinder. Am Abend soll auch das Spiel der MT Melsungen II gegen Felsberg/Gensungen besucht werden. Kontakt über die Geschäftsstelle der MT unter Tel. 05661/92600. Auch Volleyball wird bereits bei der MT gespielt.

• An der Gesamtschule Melsungen haben Schüler zu einem Austausch mit Flüchtlingen eingeladen. Dieses Angebot solle laut Heiko Bamberger wiederholt werden.

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