Coronavirus

Nähen statt Kochen: Eigentümer des Romantik-Hotels Rosenhof in Hesserode nähen fürs DRK

Nähen jetzt für das DRK Schwalm-Eder Mund-Nasen-Schutz: Die Eigentümer des Romantik-Hotels Zum Rosenhof in Hesserode, Manfred Mayer und Hannelore Mayer-Stahl. Foto: LINETT HANERT

Für Gastronomie- und Hotelbetriebe ist die Coronakrise existenzbedrohend. Auch im Romantik-Hotel- und Restaurant zum Rosenhof in Hesserode sind seit März die Türen für Gäste geschlossen.

 Untätig sind die Eigentümer Hannelore Mayer-Stahl und ihr Mann Manfred Mayer aber nicht: Sie haben ihr Restaurant kurzerhand in eine Nähstube verwandelt. Sie nähen Mund-Nasen-Schutz für das DRK Schwalm-Eder und Bedürftige.

„Wir haben seit Mitte März geschlossen, das ist für unsere Branche eine besonders schwere Zeit“, sagt Mayer-Stahl. Im Januar war das Hotel geschlossen, auch wegen einiger Renovierungsarbeiten. „Wir hatten erst am 14. Februar wieder eröffnet, das heißt, wir haben in diesem Jahr nur wenige Wochen gearbeitet“, sagt sie. Als im März der Medizintechnikhersteller B. Braun den Mitarbeitern Dienstreisen untersagte und die Edeka-Frühjahrsmesse ausfiel, „blieben die Gäste weiter aus“, erzählt Mayer-Stahl.

Als sich die Situation verschärfte, wollte das Ehepaar helfen. „Ich habe beim DRK Schwalm-Eder nachgefragt, ob ich ihnen vielleicht Essen bringen kann“, erzählt sie. „Die haben aber gesagt, dass sie mit Essen versorgt seien, an Mund-Nasen-Schutz würde es aber fehlen“, erzählt sie. Stoff sei ausreichend vorhanden, aber fleißige Hände, die die aus dem Stoff einen Mund-Nasen-Schutz fertigen, würden fehlen. „Da hab ich sofort gesagt, das machen wir“, sagt Mayer-Stahl. Einen Rollenschneider haben sie in Fritzlar besorgt und dann ging es an die Arbeit.

Die Stühle im Restaurant wurden zur Seite geschoben und die Nähmaschine aufgestellt. Tagtäglich werkeln die 67-Jährige und ihr 71 Jahre alter Mann nun. Manfred Mayer schneidet den Stoff zurecht, danach näht Mayer-Stahl den Mund-Nasen-Schutz. 50 Stück näht sie am Tag, insgesamt hat sie schon 300 der Masken an das DRK übergeben können. „Falls Bedürftige oder ältere Menschen keine Masken haben, dürfen sie sich aber auch gerne bei mir melden“, sagt Mayer-Stahl. „Wir sind dankbar, dass wir gesund sind und wollen etwas zurück geben.“

Seit das Ehepaar ihren Betrieb geschlossen hat, habe es auch viel nachgedacht. „Wir haben 2017 das letzte Mal Kaffee und Kuchen in unserem Garten angeboten, danach wurde mir das zu viel“, erinnert sich Köchin Mayer-Stahl. Das Angebot möchte das Ehepaar, sobald die Coronakrise vorbei und die Hygienemaßnahmen es erlauben, aber wieder aufnehmen, sagt sie.

Kontakt: Tel. 0 56 62/27 74.

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