Ein Platz für die Schwalben: Wegen Parkdeck-Abriss: Scheune wird zum Ausweichquartier

Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die Schwalben ein neues Zuhause bekommen: Karl-Heinz Arsand aus Melsungen fertigte Skizzen für die Bruthilfen an. Hinter ihm ist die Scheune am Dienstleistungszentrum zu sehen, in der die Nisthilfen angebracht wurden. Ein Schlitz (links) ist die Einflugschneise. Foto: Carolin Hartung

Melsungen – Wenn die Schwalben jetzt aus ihren Winterquartieren zurückkehren, finden sie in Melsungen ein gemachtes Nest vor.

In einer ungenutzten Scheune in der Nähe des Dienstleistungszentrums warten 23 Nisthilfen darauf, von den Vögeln bezogen zu werden. Die Nester sollen den Rauchschwalben, die normalerweise im Sparkassen-Parkdeck ihren Nachwuchs aufgezogen haben, als Ausweichquartier dienen. Denn: Das Sparkassen-Parkdeck wurde abgerissen. Das neue Parkhaus soll 2022 fertig sein– HNA berichtete.

Dass den Rauchschwalben nun eine Alternative zur Verfügung steht, freut Karl-Heinz Arsand. Der Melsunger hatte sich, seitdem er vom Abriss des Parkdecks erfahren hatte, dafür eingesetzt, dass den Schwalben geholfen wird. Schließlich sei den Vögeln mit dem Abriss ihr jahrelanges Zuhause genommen worden.

„Die Brutplätze in der alten Scheune anzubringen, war meine Idee“, sagt Arsand stolz. Die Scheune ist in städtischem Eigentum, und „Bürgermeister Markus Boucsein konnte ich dafür gewinnen, einen Raum in der Scheune bereitzustellen“. Die Kreissparkasse übernahm die Kosten für den Bau der Nisthilfen. Weitere neun Stück wurden bei Landwirten in Melsungen angebracht. „Ob die Schwalben die Brutplätze allerdings schon dieses Jahr annehmen, bezweifel ich“, sagt Arsand. Die Vögel müssen den offenen Schlitz an der Scheune auch erst einmal finden. „Wir können Ihnen ja leider keine Hinweisschilder aufstellen.“ Um die Schwalben auf die Brutplätze in der Scheune aufmerksam zu machen, hat er an der kleinen Öffnung Vogelkot aufgetragen.

Wie eine optimale Nisthilfe für Schwalben aussehen muss, darüber hat sich Arsand genauestens informiert und die Skizzen für den Schreiner angefertigt. Wichtig sei zum Beispiel, dass das Nest von oben geschützt ist. „Und es muss an einem Ort angebracht werden, der zugluftfrei ist.“ Auch müsse darauf geachtet werden, dass Räuber wie Katze und Marder nicht an die Brutplätze gelangen.

Um den Schwalben ein Ausweichquartier zu bieten, hatten sich Vertreter der Stadt, der Unteren Naturschutzbehörde, von Hessenforst und vom Naturschutzbund mit Vorstandsmitgliedern der Kreissparkasse beraten. Neben den Nistplätzen in der alten Scheune war auch vorgeschlagen worden Bauwagen in den Fulda-Auen aufzustellen, erzählt Arsand. Jedoch habe die Stadt die Befürchtung geäußert, dass die Wagen ein potenzielles Ziel für Vandalen darstellen könnten.

Karl-Heinz Arsand ist zwar froh, dass für „seine“ Schwalben, die er schon seit Jahrzehnten beobachtet, ein neues Plätzchen gefunden wurde, aber er und Erwin Heckmann von Hessen Forst haben noch einen Wunsch: Auf dem Sparkassengelände befindet sich noch ein nicht abgerissener Teil des alten Parkhauses. „In dem befinden sich sowohl künstliche Nistgalerien als auch natürliche Nester“, sagt Arsand. Aber dieser teil des Parkhauses sei verbrettert worden. „Wir wünschen uns, dasss Schlitze eingesägt werden, damit die Schwalben zu ihren Nestern gelangen.“

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