Seit den 1970ern nicht renoviert

Ekel-Klos in der Kreissporthalle erregen in Gensungen die Gemüter

Kein Klodeckel, verdreckte Schüssel: Die Besuchertoiletten in der Kreissporthalle sind kein schöner Anblick, kritisiert der Gensunger Michael Augustin (Bild oben). Das soll sich im kommenden Jahr ändern, verspricht die Kreisverwaltung. Fotos: Féaux de Lacroix

Gensungen. Wenn Michael Augustin die Besuchertoiletten in der Kreissporthalle Gensungen betritt, überkommt ihn Ekel. Der Zustand des stillen Örtchens sei fürchterlich, findet der Gensunger.

Der 41-Jährige ist oft zu Gast in der Halle - bei sportlichen Veranstaltungen, aber auch wegen seiner drei und sieben Jahre alten Töchter, die in der Halle oft mit anderen Kindern turnen. „Ich bin kein Hygienefanatiker und erwarte hier auch keine Luxusausstattung“, stellt der 41-Jährige klar. Dass aber die Besuchertoiletten offenbar seit dem Bau der Kreissporthalle Anfang der 70er Jahre nie renoviert worden sind, findet er befremdlich.

„Ich kenne die Halle jetzt seit 35 Jahren“, sagt Augustin, „geändert hat sich in der Zeit nichts.“ Die Pissoirs beispielsweise hätten keine Wasserspülung, berichtet er. Dadurch stinke es auf den Männerklos häufig. Ein Blick in die Damentoiletten zeigt: Auch dort sieht es nicht schön aus. An beiden Kloschüsseln fehlt der Deckel, die eine ist zudem verdreckt. Generell sieht man Fliesen und Waschbecken an, dass sie einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben.

Dieser Zustand sei vor allem unangenehm, wenn Kinder diese Toiletten benutzen, sagt Augustin. „Meinen Töchtern sage ich immer, sie sollen da lieber nichts anfassen.“

Dass die Besuchertoiletten dringend eine Renovierung nötig haben, weiß auch Gabriele Baar von der Kreisverwaltung. 2015 werde man sich darum kümmern, versprach sie gegenüber der HNA.

Warum aber habe man die Toiletten nicht gleich mit renoviert, als das Dach der Kreissporthalle erneuert wurde, wundert sich Michael Augustin. „Immerhin war die Halle wegen der Bauarbeiten drei Monate lang gesperrt.“ Der Schwalm-Eder-Kreis könne nicht so viel Geld auf einmal investieren, erklärt Gabriele Baar. Deshalb müsse man die Ausgaben zeitlich etwas verteilen. „Und die Dacherneuerung hatte einfach Priorität.“ Schließlich hatten die Dachplatten vor der Renovierung bereits gedroht, herunterzufallen (die HNA berichtete).

235.000 Euro hatte der Landkreis in das neue Dach und weitere Renovierungsarbeiten investiert. Im Vergleich dazu ist die Erneuerung der Besuchertoiletten eine preiswerte Angelegenheit: Etwa 30 000 Euro werde sie kosten, schätzt Baar.

Von Judith Féaux de Lacroix

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