An manchen Tagen hunderte Lkw auf Melsunger Straße

Ortsdurchfahrt zu schmal: Empfershäuser warten auf  Sanierung

Der Gullydeckel ist abgesenkt: Schuld ist das Gewicht der Lastwagen, die oft auf den Randstreifen ausweichen, weil die Straße zu eng ist, sagt Ortsvorsteher Ralf Buschbeck. Foto: jul

Empfershausen. Wenn sich auf der Ortsdurchfahrt in Empfershausen zwei Lastwagen begegnen, wird es richtig eng. So eng, dass sie über den Straßenrand hinaus ausweichen müssen.

Und das kommt häufig vor, denn die Straße führt zum Asphalt-Mischwerk der Basalt AG, das täglich von Lastwagen angefahren wird.

„Wenn irgendwo eine Straße geteert wird, fahren hier an einem Tag hunderte Lkw durch“, sagt Ortsvorsteher Ralf Buschbeck. Das könne man natürlich nicht ändern, und die Empfershäuser hätten auch nicht grundsätzlich etwas gegen den Schwerverkehr. „Aber die Straße muss der Situation angepasst werden.“ Sie sei einfach nicht für diese hohe Belastung gebaut worden.

In der Kurve wird's eng: Auf der Melsunger Straße drängen sich die Fahrzeuge dicht aneinander vorbei. Foto: privat/nh

Das bekommt jeder zu spüren, der sein Haus direkt an der Straße gebaut hat - so auch Ralf Buschbeck. In seinem Wohnzimmer wackelt alles, wenn ein Lkw vorbeifährt. Und in der Hauswand klafft ein langer Riss, der immer größer wird. Für Fußgänger kann die Situation besonders gefährlich werden, denn die Straße ist schmal und kurvig, an vielen Stellen fehlt ein Bürgersteig. Gerade für Kinder sei das ein Risiko, sagt Buschbeck: „Wir haben keinen sicheren Schulweg, weder im Ober- noch im Unterdorf.“

Den Sanierungsbedarf hatte auch das Hessische Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV, heute Hessen Mobil) 2009 erkannt. Ralf Buschbeck liegt ein Schreiben des ASV vom 11. Februar 2009 vor. Darin wird angekündigt, dass die Landesstraße 3228 zwischen der Einmündung der B 83 und Eiterhagen - das betrifft auch den Bereich, in dem die Straße durch Empfershausen führt - im Jahr 2013 instandgesetzt werden soll - vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel.

Später wurde diese Ansage bei einer Bürgerversammlung in Empfershausen wieder revidiert: Da hieß es von seiten des ASV, man könne keine konkrete Zusage machen -aber zwischen 2013 und 2015 werde etwas an der Straße gemacht. Doch auch daraus wird nichts.

Das erfuhr Ralf Buschbeck jetzt, als er bei Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus nachhakte. „Die Maßnahme ist bei den für 2015 geplanten Projekten nicht dabei“, sagte Sinemus am Telefon. Wie es in den kommenden Jahren aussieht, dazu könne er noch keine Angaben machen. Die Dringlichkeit der einzelnen Maßnahmen müsse neu bewertet werden. „Solange der Ausbau nicht kommt, sorgen wir für Verkehrssicherheit“, sagte Sinemus.

Damit will sich Buschbeck nicht zufrieden geben: „Diese Straße kann man nur mittig sicher befahren, da reden wir nicht mehr von Verkehrssicherheit“, sagt der Ortsvorsteher.

Von Judith Féaux de Lacroix

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