Personalmangel

Erzieher in Kitas fehlen: Viele Stellen im Schwalm-Eder-Kreis sind unbesetzt

Kita
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Träger von Kindertagesstätten haben es immer schwerer, freie Erzieherstellen zu besetzen. Das berichten mehrere Städte und Gemeinden und private Träger aus dem Schwalm-Eder-Kreis. 

Träger von Kindertagesstätten haben es immer schwerer, freie Erzieherstellen zu besetzen. Das berichten mehrere Städte und Gemeinden und private Träger aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Schwalm-Eder – Die Bertelsmann-Stiftung zeichnet ein düsteres Bild für die kommenden Jahre: Bis 2030 werden in Deutschland mehr als 230 000 Erzieher fehlen. Seit Wochen ist beispielsweise beim Verein Kindergruppe in Melsungen (KiM) eine Erzieherstelle ausgeschrieben. „Aber es meldet sich einfach niemand. Es ruft nicht mal jemand an und erkundigt sich nach der Stelle“, sagt Einrichtungsleiterin Nina Bartholmai.

Die Situation in der Kita sei mehr als angespannt. Mittlerweile könne man nur noch zweimal die Woche eine Betreuung bis 16 Uhr anbieten. Eine Betreuung bis 16.30 Uhr täglich, so wie es in der Kita vorgesehen ist, könne man derzeit nicht gewährleisten. „Wir gehen auf dem Zahnfleisch.“

Kommunen stehen alleine da

Die Bundesregierung verabschiede zwar immer neue Gesetze zur Förderung der Kinderbetreuung, aber die Kommunen stünden mit der Umsetzung alleine da. Das bemängelt Silvia Besse vom Personalamt in Wabern. „Alle suchen Personal und es wird nicht besser“, prognostiziert sie.

Da es so viele Stellen auf dem Markt gebe, sei auch die Fluktuation riesig. Denn wer eine Stelle näher an seinem Heimatort bekommen könne, der sei sofort weg. Befristete Stellen – etwa eine Elternzeitvertretung – brauche man gar nicht erst inserieren – „die bekommt man nicht besetzt“.

Auch Körles Bürgermeister Mario Gerhold berichtet: „Wir haben große Probleme, Personal zu finden.“ Auch auf Facebook hat Gerhold jetzt die Stellenanzeigen für eine Voll- und eine Teilzeitstelle gepostet. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei so angespannt, dass auch die Kommunen im Wettbewerb miteinander stünden.

Betreuungsbedarf wächst - Personal fehlt

Und der Betreuungsbedarf wachse, sagt Gerhold mit Blick auf das Baugebiet Riesenrain, in dem seit Jahresanfang 30 Grundstücke verkauft wurden. Die Gemeinde versuche, dem Personalmangel durch die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen entgegenzuwirken.

In den gemeindlichen Kitas in Schrecksbach gebe es zwar noch genügend Personal, „wir erfüllen die gesetzlichen Anforderungen“, sagt Bürgermeister Andreas Schultheis, jedoch nehme die Anzahl der Bewerbungen immer weiter ab. Das bestätigt auch Thomas Petrich, Bürgermeister von Edermünde. Noch gebe es genügend Erzieher, aber es sei „knapp“. (Carolin Hartung)

Neue Ausbildungsform seit 2012

Die praxisintegrierte Ausbildung für Erzieher (PiA) ist eine Alternative zur klassischen Erzieher-Ausbildung. Es handelt sich um eine duale Ausbildungsform, bei der die Auszubildenden über drei Jahre die Fachschule und eine Einrichtung der Kindertagesbetreuung besuchen. Die angehenden Erzieher erhalten eine Ausbildungsvergütung. Die PiA gibt es seit 2012. Vorher gab es lediglich die klassische Erzieherausbildung, die zum großen Teil selbst bezahlt werden muss. 

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