Felsberger berichten über ihre Erlebnisse während des Lockdowns

16-Jähriger aus Gensungen drehte Film über Corona-Virus

Hobby-Filmemacher Max Meister aus Gensungen
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Ist mit seiner Kamera auch gern mal in der Natur unterwegs: Max Meister aus Gensungen hat zuletzt einen Film über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen in Felsberg gedreht.

Wie erleben die Menschen in Felsberg die Corona-Pandemie und ihre Folgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein knapp sechsminütiger Kurzfilm, den der 16-jährige Gensunger Max Meister gedreht hat.

Felsberg – Seit anderthalb Jahren dreht Max Meister aus Gensungen in seiner Freizeit Filme. Dann kam der Lockdown wegen der Corona-Pandemie, der 16-Jährige verbrachte gezwungenermaßen viel Zeit zuhause – und hatte damit auch viel Zeit, über ein neues Filmprojekt nachzudenken. Da kam ihm die Idee, die Pandemie zum Thema eines Films zu machen. „Wenn über Corona gesprochen wird, dann wird meist nur das große Ganze gesehen, also zum Beispiel, wie hoch die Infektionszahlen gerade sind“, sagt Meister. „Wie die Menschen die Corona-Krise erleben, kommt dabei oft zu kurz.“

Der Gensunger wandte sich an Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz, stellte seine Idee vor und fragte an, ob die Stadt bereit wäre, das Video auf ihre Homepage zu stellen. Steinmetz sagte zu: Das Video passte gut zum Coronazeit-Tagebuch, das ebenfalls auf der Internetseite der Stadt steht und in dem Felsberger die Möglichkeit haben, ihre Gedanken und Erlebnisse aufzuschreiben (die HNA berichtete).

Meister hat für seinen Film mit dem Felsberger Mehrgenerationenhaus zusammengearbeitet. Er sprach unter anderem mit einer Erzieherin aus der Kita Böddiger, Kindern in der Ferienbetreuung sowie Frauen, die den Felsberger Seniorentreff besuchen. Seine eigene Altersgruppe ist in Meisters Film hingegen gar nicht vertreten, wie er einräumt. „Das wäre eine gute Idee für ein weiteres Filmprojekt“, sagt er.

Seine Erkenntnis aus dem Film: „Alle Menschen, mit denen ich gesprochen habe, haben ihren Weg gefunden, mit Corona umzugehen“, sagt Meister. „Viele sehen auch die Chancen, die sich durch die Situation ergeben haben, etwa für die Umwelt.“ Nichtsdestotrotz wird in dem Film auch deutlich, dass der Lockdown den Menschen in Felsberg zu schaffen gemacht hat. Ein Kind in der Ferienbetreuung bringt das mit einem knappen Satz zum Ausdruck: „Corona ist voll blöd.“

Die Liebe zum Filmen hat Meister in Finnland entdeckt. Dort nahm der Gensunger, der die Ursulinenschule in Fritzlar besucht, an einem Schulaustauschprojekt teil. „Eine finnische Schülerin hat die Austauschwoche mit der Videokamera begleitet. Da habe ich gedacht: Cool, das muss ich auch mal machen.“

Seinen ersten Versuch mit der Kamera machte Meister bei der Geburtstagsfeier seiner elfjährigen Schwester Maike. Da benutzte er noch die Systemkamera seines Vaters, mit der man fotografieren und filmen kann. „Dann habe ich mir eine eigene Videokamera angeschafft“, erzählt Meister. Seine Filme untermalt er gern mit selbst komponierter Klaviermusik. „Das Tolle am Video ist, dass man darin gut Emotionen darstellen kann.“

Hauptberuflich möchte der Gensunger später zwar in eine andere Richtung gehen – Wirtschaftsingenieur könnte er sich gut vorstellen. „Aber nebenberuflich möchte ich das Filmemachen auf jeden Fall weiter ausbauen.“

Der Kurzfilm „Corona – Erfahrungen aus einer Krise“ ist zu sehen auf der Internetseite von Max Meister unter mm-meister.de sowie auf der Homepage der Stadt Felsberg: felsberg.de. (Judith Féaux de Lacroix)

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