Die 70er waren bunt und grell: Sabine Wackernagel und Martin Lüker begeisterten

Ein äußerst unterhaltsames Duo: Die beiden Musiker Sabine Wackernagel und Martin Lüker traten am Freitagabend im Felsberger Dr. Blass Theater auf. Foto:  Heyner

Felsberg. Wer braucht schon Peter Gabriel, wenn er Bert Brecht hat? Diese und andere Fragen stellten die beiden Kasseler Kabarettisten Sabine Wackernagel und Martin Lüker in ihrem Programm „Cordhose mit Schlag – Die 70er-Jahre Show“ am Freitag im Saal der Pension Wagner in Felsberg.

Während Sabine Wackernagel eine Revolutionärin an der Tübinger Schauspielschule darstellte, die für die Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität kämpfte, berichtete Martin Lüker von seiner Kindheit auf dem Dorf, dessen Leben vor allem durch das Denken und Leben von Frauen geprägt war.

Gekonnt schafften es beide, ihre persönlichen Geschichten mit der Nachkriegspolitik und der Musik der Generation der 70er-Jahre zu verbinden. Die rund 60 Zuhörer lauschten, summten und sangen lauthals mit bei „Anita“, „Wenn du denkst du denkst“ und dem Moritat von „Mackie Messer“ aus Brechts „Dreigroschenoper“. Bei jedem Liedanfang rätselte das Publikum, welches bekannte Stück zur vorigen Erzählung passen könnte und tauschte eigene Erinnerungen an die Zeit aus.

Martin Lüker am Klavier begleitete Sabine Wackernagel auch gesanglich mit überspitzten Dialekten über die Erinnerungen an autofreie Sonntage und Gerd Müllers WM-Tor im Jahr 1974.

Als Arbeiter verkleidet, sang Wackernagel „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ und „Das bisschen Haushalt“. Lüker, der für jedes Foto seine Brille ablegte, begeisterte das Publikum als er für seine Oma „Der Junge mit der Mundharmonika“ sang. Die Zuhörer erklatschten sich drei Zugaben bis die Künstler ihre Gäste mit Johannes Heesters Lied „Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen“ nach Hause schickten.

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