Ärger um Platz in Felsberger Altstadt

Soll neu gestaltet werden: der Robert-Weinstein-Platz in der Felsberger Altstadt. Foto: Schaumburg-Reis

Felsberg. Um den Robert-Weinstein-Platz in Felsberg gibt es erneut Ärger. Der Platz in der Altstadt, dessen Name an ein Opfer der Nazi-Pogrome erinnert, wirkt unansehnlich und soll neu gestaltet werden.

Eigentlich war im Haushaltsplan für 2015 Geld für die Umgestaltung des Platzes vorgesehen (die HNA berichtete).

Jetzt aber hat Bürgermeister Volker Steinmetz in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses den Vorschlag gemacht, das hierfür vorgesehene Geld lieber in die Umgestaltung des Platzes „Burgblick“ zu stecken. Das verärgert den Felsberger Ortsvorsteher Klaus Döll.

In einer Mitteilung an die HNA schreibt er: „Warum der Platz Burgblick zuerst hergerichtet werden soll, erschließt sich nicht.“ In seiner jetzigen Form sei der Robert-Weinstein-Platz seines Namensträgers nicht würdig, schreibt Döll weiter. Zudem liege der Platz so zentral, dass er jedem Besucher der Altstadt sofort ins Auge falle. Bürgermeister Volker Steinmetz sagte auf Anfrage der HNA, er verstehe die Aufregung nicht: „Natürlich entscheiden die städtischen Gremien über die Reihenfolge, in der die Plätze in der Altstadt umgestaltet werden.“ Die Idee, die Umgestaltung des Burgblick-Platzes vorzuziehen, stamme primär nicht von ihm, sondern sei in Workshops zum Thema Stadtumbau geäußert worden. Denn die Erneuerung des Burgblick-Platzes sei voraussichtlich deutlich aufwändiger und kostenintensiver als die des Weinstein-Platzes.

Klaus Döll

Ortsvorsteher Döll hingegen will nicht hinnehmen, dass sich die Umgestaltung des Platzes noch weiter verzögert.

Hintergrund ist, dass der Ortsbeirat Felsberg bereits im Jahr 2013 ein Konzept dafür erarbeitet hatte. Teil dieses Konzeptes ist eine Stele und Sitzgruppe der Künstlerin Jennifer Paul mit Bezug zum Gedenken an Robert Weinstein und die Felsberger Juden, die während der Naziherrschaft ums Leben gekommen sind. Doch dieses Konzept wurde nicht umgesetzt: Stattdessen veranstaltete die Stadt einen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Platzes. Dabei wurde letztlich das Konzept des Ortsbeirats bestätigt, auch Fördergeld wurde bewilligt. Ob die Fördermittel nun für einen anderen Zweck verwendet werden könnten, sei unklar, schreibt Döll weiter.

Termin: Der Felsberger Ortsbeirat will sich in einer öffentlichen Sitzung am Dienstag, 3. Februar mit dem Thema befassen. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Felsberger Rathaus.

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