Parken nur noch mit Parkscheibe erlaubt

Ärger über neue Verkehrsschilder in Neuenbrunslar

Hier darf man jetzt nur noch drei Stunden am Stück parken: Anwohnerin Monika Weigel wundert sich über die neue Regelung des Ordnungsamts an der Deuter Straße in Neuenbrunslar.
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Hier darf man jetzt nur noch drei Stunden am Stück parken: Anwohnerin Monika Weigel wundert sich über die neue Regelung des Ordnungsamts an der Deuter Straße in Neuenbrunslar.

Neue Verkehrsschilder sorgen im Felsberger Stadtteil Neuenbrunslar derzeit für Verwirrung –und für Ärger.

Neuenbrunslar – Anwohner der Deuter Straße in Neuenbrunslar, die bislang ihre Autos einfach am Straßenrand vor ihren Häusern abstellen konnten, müssen dazu jetzt eine Parkscheibe ins Auto legen und dürfen maximal drei Stunden am Stück dort stehen bleiben. Diese Regelung gilt 24 Stunden, sieben Tage die Woche.

„Das heißt, die Leute müssten eigentlich sogar nachts mehrfach aufstehen, ihr Auto kurz wegfahren, wieder abstellen und dann die Parkscheibe weiterdrehen“, stellt Monika Weigel fest, die an der Deuter Straße wohnt.

Es war Anfang Oktober, die 64-Jährige machte gerade Urlaub und war nicht zuhause, als ihr Sohn ihr per Handy ein Foto zuschickte. Weigel staunte nicht schlecht, als sie das Bild sah: Direkt vor ihrem Haus auf dem Gehsteig stand plötzlich ein Verkehrsschild, dass das Parken mit Parkscheibe vorschrieb.

Zwar ist die 64-Jährige selbst nicht von dieser Vorschrift betroffen, da sie einen festen Stellplatz für ihr Auto hat und es nicht an der Straße parken muss. Aber andere Anwohner, die ihr Auto bislang dort abgestellt hatten, hätten sich bei ihr beschwert: „Die haben gedacht, ich hätte das Schild aufstellen lassen, weil es direkt vor meinem Haus steht“, erzählt Monika Weigel.

Die Brunslarerin hielt das Ganze für einen schlechten Scherz und kontaktierte die Ortsvorsteherin Kirsten Konhäuser. Auch die sei aus allen Wolken gefallen, berichtet Weigel. Denn Konhäuser habe zwar gewusst, dass solche Schilder an der Deuter Straße aufgestellt werden sollten. Doch eigentlich sollte die Parkscheiben-Pflicht erst ab der Einmündung Tannenweg Richtung Ortsmitte gelten – und damit nicht vor ihrem Haus, sagt Weigel. Die Ortsvorsteherin wollte sich zu dem Thema nicht in der Zeitung äußern.

Für Weigel jedenfalls ist das Ganze ein Ärgernis. Das Geld, was man für die Schilder ausgegeben habe, hätte man aus ihrer Sicht sinnvoller investieren können – gerade jetzt in Coronazeiten.

„Das ist doch ein Schwarzenbörner Streich“, findet Monika Weigel. Oder, zumindest ein Neuenbrunslarer Streich.

Das sagt das Ordnungsamt
Das Gemeinsame Ordnungsamt mit Sitz in Melsungen hat die Schilder zur Parkscheibenpflicht in Neuenbrunslar aufstellen lassen, erklärt dessen Leiter Frank Werner auf HNA-Anfrage.

Es habe Beschwerden über Kleintransporter gegeben, die an der Deuter Straße so abgestellt wurden, dass sie anderen Autofahrern die Einsicht vom Tannenweg auf die Deuter Straße nahmen. „Deshalb gab es zunächst die Überlegung, in dem Bereich ein Parkverbot zu verhängen“, sagt Werner.

Da jedoch auch Besucher des nahegelegenen Dorfgemeinschaftshauses an der Deuter Straße parken, habe man sich stattdessen auf die Drei-Stunden-Regelung für das Parken an dieser Straße geeinigt.

„Wichtig ist, dass es nicht zu Unfällen kommt, wenn Autofahrer aus dem Tannenweg auf die Deuter Straße fahren wollen“, sagt Werner. Bei einem Termin vor Ort habe sich herausgestellt, dass die Beeinträchtigung der Sicht aber nicht nur beim Abbiegen in Richtung Ortsmitte, sondern auch in Richtung Ortsausgang bestehe. Deshalb habe man auch dort Schilder aufstellen lassen.

„Grundsätzlich besteht kein Anrecht darauf, an der Straße direkt vor dem eigenen Haus zu parken“, stellt Werner klar.

Er bittet Anwohner, die sich an den neuen Schildern stören, sich direkt an das Ordnungsamt zu wenden. Er schließe nicht aus, dass Ausnahmeregelungen möglich seien. (Judith Féaux de Lacroix)

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