Felsberger Verwaltung soll Beschlüsse ignorieren

Ärger über Stadt: Mitglied des Ortsbeirats Melgershausen hört auf

Statt einer Hecke wuchern Brennnesseln am Friedhof Melgershausen: Das ist nur einer von vielen Gründen, warum Helmut Wenderoth aus dem Ortsbeirat ausgetreten ist. Foto: Féaux de Lacroix

Melgershausen. Helmut Wenderoth hat die Nase voll: Er will nicht mehr länger Mitglied im Ortsbeirat Melgershausen sein.

Wenderoth legt sein Mandat nieder - weil die Felsberger Stadtverwaltung, so sein Eindruck, die Beschlüsse des Ortsbeirats ignoriert.

„Meine Freizeit ist mir zu kostbar, um sie für eine Tätigkeit ohne Nachhaltigkeit zu opfern“, schreibt der 63-Jährige in einer Mitteilung.

Vier Jahre lang war Wenderoth im Ortsbeirat Mitglied, neun Jahre lang dokumentierte er dessen Arbeit als Schriftführer. Während dieser Zeit ist ihm mehrfach aufgefallen, dass Probleme, die in den Ortsbeiratssitzungen angesprochen werden - wovon die Stadt auch jeweils in Kenntnis gesetzt wird - von der Stadtverwaltung nicht angegangen werden.

So ragen beispielsweise seit Jahren an der Melsunger Straße, im Bereich der ehemaligen Gaststätte Eiffert, Moniereisen aus dem Boden - unmittelbar neben dem Gehweg. „Nicht auszudenken, wenn ein Kind in diese Eisenstangen stürzt und sich schwer verletzt“, sagt Wenderoth. Deshalb hat der Ortsbeirat seit November 2013 in jeder Sitzung auf die Gefahr hingewiesen. Passiert sei von Seiten der Stadtverwaltung jedoch nichts.

Ein anderes Ärgernis ist der Wildwuchs am Friedhof, der Besuchern zuletzt bei einer Beerdigung Ende Mai negativ auffiel, schildert Wenderoth. Die dort stehende Hecke wurde stark eingekürzt. Daraufhin haben Brennnesseln und andere Unkräuter die Hecke komplett überwuchert, die Hecke kann nicht mehr wachsen. Die Stadt, so Wenderoths Vorwurf, habe die Hecke nicht richtig gepflegt.

Weitere Kritikpunkte Wenderoths sind häufige Verkehrsverstöße durch auf dem Bürgersteig geparkte Fahrzeuge, die nicht geahndet werden, und die Fällung von teilweise gesunden Birken an der Straße zum Hohen Berg, ohne, dass es eine Ersatzpflanzung gegeben habe.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Volker Steinmetz sagte auf HNA-Anfrage, zu den konkreten Vorwürfen könne er erst Stellung nehmen, wenn er mit den zuständigen Fachabteilungen gesprochen habe. Was die Falschparker angehe, so sei hierfür allerdings das gemeinsame Ordnungsamt zuständig, das seinen Sitz in Melsungen hat. Er werde die Beschwerden entsprechend weiterleiten. Steinmetz sagte, er bedauere, dass ein so engagierter Mensch wie Wenderoth sein Ehrenamt niedergelegt habe.

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