Ehrenamt wird im Februar gewählt

Alle Wege im Blick: Baustellen für den Radverkehrsbeauftragten von Felsberg

Straßenschild Fahrradstraße
+
Wege für Radfahrer und Landwirte: Bei solchen Wegen herrscht häufig grober Schotter als Bodenbelag vor, asphaltierte Wege wie im Bild gibt es in und um Felsberg selten.

Die Stadt Felsberg steht aktuell ohne Radverkehrsbeauftragten da. Im Februar soll das Amt besetzt werden, doch was gibt es alles zu tun für Felsbergs Radfahrer?

Bei der Versammlung der Stadtverordneten im vergangenen Dezember konnte in drei zähen Wahlgängen keine Personalentscheidung für das Ehrenamt in Felsberg gefällt werden (HNA berichtete) . In der Sitzung am 10. Februar soll es eine Entscheidung geben, doch was erwartet denjenigen, der das Amt künftig bekleiden wird?

Die Ausgangslage: Um das Amt hatten sich die beiden Stadtverordneten Klaus Döll (CDU) und Ralf Dötig (Grüne) beworben. Dötig hat nach dem Wahlprozedere seine Kandidatur zurückgezogen. Auf HNA-Anfrage teilt Döll mit, dass er aktuell keine Stellungnahme zu seiner Kandidatur abgeben kann.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz weist darauf hin, dass politisches Engagement für das Ehrenamt keine Voraussetzung ist. Jeder radfahrbegeisterte Felsberger könne sich als Kandidat für das Amt aufstellen lassen. Mit einer Förderung durch das Land Hessen mit mehr als 300 000 Euro für die Felsberger Infrastruktur der Radfahrer scheint die Position wichtiger denn je. Das Geld ist vor allem für Schilder an den Radwegen und Abstellanlagen für Fahrräder eingeplant.

Die Anforderungen: Für die Position des Radverkehrsbeauftragten gibt es ein von der Stadt verabschiedetes Aufgabenprofil. „Soweit ich weiß, ist das im Landkreis etwas Neues, ein solches Profil für ein Ehrenamt zu schreiben“, sagt Ullrich Horstmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Horstmann hatte die Stadt Felsberg bei der Erstellung ihres Radverkehrskonzeptes beraten, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Für Horstmann stechen drei Punkte besonders aus dem Profil hervor. „Pro Jahr sollte der Radverkehrsbeauftragte alle beschilderten Radwege mindestens einmal abgefahren sein“, sagt Horstmann.

Sind die Schilder beschädigt oder unleserlich, müsse das gemeldet werden. Dafür ist es laut Horstmann wichtig, dass der Radverkehrsbeauftragte selbst regelmäßig auf das Rad steigt.

Das gilt auch für den zweiten Punkt, den Horstmann nennt: Das Melden von Mängeln auf den Straßen und Wegen an die Stadt, damit schnellstmöglich ausgebessert werden kann. „Außerdem soll der Radverkehrsbeauftragte in die Radverkehrplanung mit einbezogen werden“, erklärt Horstmann weiter.

Die Baustellen: Radfahrer besser in den Straßenverkehr zu integrieren komme schon mit der Namensgebung des Ehrenamtes, sagt Michael Fehmer, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung in der Stadt Felsberg. „Früher hieß es noch Radwegebeauftragter, heute sprechen wir von einem Radverkehrsbeauftragten.“ Horstmann sieht dafür bei den Tempolimits im Stadtbereich von Felsberg Verbesserungspotenzial. „Mehr Tempo-30-Zonen würden die Radfahrer besser in den Verkehr einbinden.“

Besonders für kurze Strecken – der Weg zum Einkaufen – könnte das Fahrrad dem Auto vorgezogen werden. Diese sollten daher laut Fehmer sicher für Radfahrer sein. Bei Verbesserungen der Radwege müsse der Blick sowohl auf den großen Tourismus-Radwegen als auch dem Eder-Radweg liegen – kleine Feldwege seien auch wichtig.

Dazu sagt Horstmann: „Die Oberfläche des Eder-Radwegs muss an einigen Stellen ausgebessert werden.“ Auch die für Radrouten mitgenutzten Forstwirtschaftswege sind nicht alle sicher für Radfahrer. „Grober Schotter ist kein Bodenbelag für Alltagsradler. Da muss asphaltiert werden.“

Als weiteren Punkt nennen Fehmer und Horstmann die Radverbindung zwischen Felsberg und Melsungen, die aktuell noch durch den Markwald führt. Ein erster Vorschlag dafür – entlang der Bundesstraße 253 – liegt im Radverkehrskonzept vor, sagt Horstmann. Dazu habe es bereits Planungstreffen gegeben. (William Abu El-Qumssan)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.