Felsberg 

Altenburg war nach vielen Jahren wieder geöffnet

Altenburg – Die Altenburg als Publikumsmagnet: Rund 200 Menschen kamen am Samstag auf die Burgruine im gleichnamigen Felsberger Stadtteil. Seit 1537 ist sie  Eigentum der Familie von Boineburg zu Lengsfeld. 2012 hatte der Burgverein Felsberg zum letzten Mal die Möglichkeit, die Altenburg zu öffnen. 

Altenburg –  Bei zwei Führungen erläuterte der Heimathistoriker Hans Poth den Besuchern die Geschichte und frühere Bedeutung der Burg, die im Jahre 1322 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1388 erhielt sie den jetzigen Turm, seit 1537 ist sie Eigentum der Familie von Boineburg zu Lengsfeld und seit 1764 nicht mehr bewohnt.

Die Familie hatte entschieden, Hof und Burg „der Grafen und Edlen Herren zu Boineburg und Lengsfeld“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Gegensatz zu Felsburg und Heiligenberg ist die dritte Burg der Dreiburgenstadt aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Familie bat um Spenden „zum Erhalt der Anlage“.

2012 hatte der Burgverein Felsberg zum letzten Mal die Möglichkeit, die Altenburg zu öffnen. „Wir halten die Tradition lebendig“, sagte der Hausherr der Eigentümer-Familie, die er als „mächtiges hessisches Geschlecht“ darstellte. Altenburg sei immer ein kleiner Betrieb gewesen im Vergleich zum Gesamtvermögen, das nach dem letzten Weltkrieg in der ehemaligen DDR von den Kommunisten enteignet worden sei.

„Sie machen ein wichtiges Kulturdenkmal der Bevölkerung wieder zugänglich – dafür herzlichen Dank“, sagte Burgführer Hans Poth. Auch der Zustand der Burg war ein Thema. „Der Turm scheint renovierungsbedürftig zu sein“, so Poth. Die Eigentümer-Familie will sich mit einem Sanierungskonzept befassen, dem Hausherrn schwebt unter anderem eine Jugendbauhütte vor.

Die Zerstörungen während verschiedener Kriege und die Goldgewinnung in der Eder waren ebenfalls Themen. Auf großes Besucherinteresse stießen unter anderem die gut erhaltenen Gewölbekeller. Sie boten den Altenburgern letztmalig Schutz, als nach der Bombardierung der Edertalsperre am 17. Mai 1943 durch britische Bomber eine gewaltige Flutwelle den größten Teil des Dorfes zerstörte. Die Altenburger waren damals auf die Burg geflüchtet. Beherzte Männer hatten das Vieh aus den Ställen auf den höher gelegenen Hof Boineburg gerettet. Drei Altenburger starben in den Fluten.

Während der Führungen würdigte Hans Poth auch den 1980 verstorbenen Generalleutnant außer Dienst Hans Freiherr von Boineburg. Er war ein Mann der Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime und am 20. Juli 1944 an der „Operation Walküre” beteiligt. Als Stadtkommandant von Groß Paris hat der General laut Poth die Stadt vor der Zerstörung gerettet, weil er sich den Befehlen der Nazis widersetzt habe.

Rubriklistenbild: © Manfred Schaake

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