Tier war völlig geschwächt

An der Autobahn ausgesetzt: Schäferhündin Maja ist kein Einzelfall

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Ihr geht es wieder besser: Schäferhündin Maja wurde im Tierheim Beuern aufgepäppelt. Der Verein „Ein Heim für Tiere“ sucht jetzt ein neues Zuhause für sie.

Malsfeld/Beuern. Sie bot ein trostloses Bild: Schäferhündin Maja wurde von ihren Besitzern unterernährt, dehydriert und stark geschwächt auf einem Autobahnrastplatz zurückgelassen. 

Lange hätte die Schäferhündin auf dem Maxi Autohof in Malsfeld nicht überlebt: Die Hündin war mit einem Kettenwürgehalsband angebunden.

Nicole Reubert

Nach Aussage von Nicole Reubert, der Leiterin des Tierheims Beuern, bot sie ein trostloses Bild. Eine Finderin meldete das Tier beim Tierheim in Beuern. Leider kein Einzelfall: Bundesweit werden gerade in der Sommerferienzeit tausende Tiere ausgesetzt, vor allem Hunde, aber auch Katzen, kleine Heimtiere und Reptilien. Allein im Tierheim Beuern werden nach Auskunft von Reubert jährlich zwei bis drei Hunde so vorgefunden. Hinzu kamen 2016 weitere 43 Fundhunde. Die Anzahl der Fundkatzen ist ungleich höher. In den vergangenen Jahren lag der Schnitt bei etwa 300 Katzen jährlich.

Der Fall Maja

Der Eigentümer ist unbekannt: Das Tierheim konnte die Identität der Besitzer nicht feststellen. Das Tier hatte lediglich eine unleserliche Tätowierung im Ohr. Im Tierheim wurde dem Tier der Name Maja gegeben. Das Alter der Hündin wird auf zehn Jahre geschätzt. Alle abgegebenen Tiere werden bei ihrer Ankunft in Beuern tierärztlich untersucht und erhalten einen Mikrochip, mit dessen Hilfe sie identifiziert werden können. 

Bis feststeht, in welchem Gesundheitszustand sich das Tier befindet, wird es zunächst in Quarantäne gehalten. Das Tierheim Beuern sucht aktuell einen neuen Besitzer für Maja. Die Kosten für die Unterbringung von Maja lagen für die erste Woche bei 350 Euro. Darin enthalten waren eine Grundimpfung, Floh- und Wurmkur sowie der Mikrochip. Die Kosten für eine Woche Unterbringung für ein gesundes Tier liegen bei mindestens 150 Euro.

Strafen drohen

Wer ein Tier aussetzt, begeht kein Kavaliersdelikt. Der Deutsche Tierschutzbund weist in einer Mitteilung daraufhin, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die mit einer Geldstrafe von bis zu 25 000 Euro geahndet werden kann.

„Wer ein ausgesetztes Tier findet, sollte bedenken, dass sich das Tier in einer akuten Stresssituation befindet“, sagt Reubert. Es sei also Vorsicht geboten, denn das Tier könnte sowohl sich selbst als auch den Finder verletzen. Das Tierheim empfiehlt, sich mit der Polizei und dem zuständigen Tierschutzverein in Verbindung zu setzen. „Wir appellieren an alle Tierbesitzer, ihr Tier nicht auszusetzen“, sagt Nicole Reubert. Das Tierheim Beuern stehe in allen Fällen mit Rat und Tat zur Verfügung. Grundsätzlich werde auch jeder Abgabegrund akzeptiert. Andernfalls bestehe immer das Risiko, dass das Tier ausgesetzt werde und zu Schaden komme.

Wer Hinweise zu Maja oder ihren Besitzern hat, kann sich mit „Ein Heim für Tiere“ in Verbindung setzen.

 • Kontakt: Tierheim Beuern, Steinbruchsweg 1a, Beuern, Tel. 05662/6482, 13 bis 16 Uhr.
Spendenkonto: Kreissparkasse Schwalm-Eder IBAN: DE69 520 521 54 003 131 31 33

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