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An der B 253 in Gensungen dröhnen ab 5 Uhr die Motoren

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Von: Manfred Schaake

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Gemeinsamer Kampf für Tempo 30: Anwohner der Bundesstraße 253 und Kommunalpolitiker trafen sich im alten Bahnhof, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Gemeinsamer Kampf für Tempo 30: Anwohner der Bundesstraße 253 und Kommunalpolitiker trafen sich im alten Bahnhof, um über das weitere Vorgehen zu beraten. © Manfred Schaake

Die Anwohner der Bundesstraße 253 kämpfen weiter für Tempo 30 in Gensungen. Lärm, Erschütterungen und Abgase würden die Lebensqualität mindern.

Gensungen – Die vom Straßenlärm geplagten Anwohner der Bundesstraße 253 in Gensungen kämpfen weiter für eine Verkehrsberuhigung und für mehr Sicherheit. Sie fordern für die Homberger Straße Tempo 30 und haben in Schreiben an die zuständigen Behörden einen weiteren Vorstoß unternommen.

Bisher reichte nach Angaben der Behörden die derzeitige Verkehrsbelastung nicht, um Tempo 30 anzuordnen, wie es zum Beispiel auf der Bundesstraße 3 in Kerstenhausen und anderswo im Landkreis der Fall ist. Wenn neue Verkehrsdaten vorliegen, will die Stadt Felsberg eine neue Lärmberechnung beantragen, hat Bürgermeister Volker Steinmetz angekündigt.

„Wir hoffen weiter auf Tempo 30 und kämpfen weiter“, sagte im HNA-Gespräch Uwe Fischer, der Sprecher der Anwohner. Er steht an der Spitze der Bewegung. Die Anwohner trafen sich kürzlich im alten Bahnhof und formulierten einen Brief an das Regierungspräsidium, die Stadt Felsberg und die Straßenverkehrsbehörde des Schwalm-Eder-Kreises. Der Tenor: Genug Lärm und Verkehr – Tempo 30 muss her.

„Der Lärm ist unerträglich“, sagte eine Anwohnerin während des jüngsten Treffens. Sie habe Bürgermeister Steinmetz persönlich eingeladen, „sich in unser Wohnzimmer zu setzen, um sich selbst zu überzeugen. Sie habe keine Antwort bekommen.

In dem erneuten Schreiben an die Behörden betonen die Anwohner, „Lärm, Erschütterungen und Abgase mindern unsere Lebensqualität täglich rund um die Uhr“. Gefordert werde kein Durchfahrtsverbot für Lastwagen, sondern Tempo 30 von 22 bis 6 Uhr, „um zumindest ein wenig Nachtruhe zu haben“. In dem Brief heißt es unter anderem: „Ab 5 Uhr dröhnen die Motoren. Es schallt in unseren Ohren.“

Bei der Berechnung des Lärmgutachtens sei bisher die vorgeschriebene Geschwindigkeit 50 für alle Fahrzeugtypen berechnet worden „und nicht die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit“ herangezogen worden. „Hohe Unterschiede“ der Daten, so die Anwohner, geben Anlass zu weiteren Fragen. So hätten beispielsweise das Ordnungsamt Melsungen und Hessen Mobil ganz unterschiedliche Zahlen erfasst. Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises sollte einen unabhängigen Dienstleister beauftragen, lautet die Forderung.

Bürgermeister und Landrat sagen, heißt es in dem Brief, sie kennen die Situation: „Aber für Abhilfe wird nichts getan.“ In Alsfeld, Unshausen, Hebel, Kerstenhausen, Grifte, Treysa, Melsungen und Niedervorschütz sei es möglich gewesen, Tempo 30 einzurichten.

„Insbesondere Verkehrslärm gilt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO europaweit als Umweltgefahr mit den zweitstärksten Auswirkungen auf die Gesundheit nach der Luftverschmutzung“, betonen die Anwohner. Bisher werde Tempo 30 durch die Straßenverkehrsordnung verhindert: „Darin ist Tempo 50 als Standard regelrecht in Asphalt gegossen und darf von Kommunen an Hauptstraßen nur in Ausnahmefällen und für kurze Abschnitte reduziert werden.“ Es sei ein Missstand.

„Der zügige Verkehr ist das oberste Ziel. Wichtiger als der Schutz von Gesundheit und Menschenleben, des Klimas oder lebenswerter Städte.“ Das sei nicht vernünftig begründbar und nicht zeitgemäß.

„Wie Ihre Erfahrungen zeigen, bleibt die Gefahrenlage für Sie und alle anderen nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer entlang der B 253 in Gensungen weiterhin angespannt“, schrieb Steinmetz im Oktober an Uwe Fischer. Er hatte an frühere Verbesserungsvorschläge erinnert. Diese würden vom gemeinsamen Ordnungsamt Melsungen geprüft, hat Steinmetz geantwortet. Sowie neuere Daten zur B 253 vorlägen, wolle die Stadt bei Hessen Mobil eine erneute Lärmberechnung beantragen, um damit eine rechtliche Grundlage für eine Tempo-Reduzierung zu erzielen. (Manfred Schaake)

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