Felsberg

An einem Montag vor dem Traualtar: Rosel und Albert Reis aus Neuenbrunslar sind seit 60 Jahren verheiratet

Das Hochzeitspaar: Rosel und Albert Reis (beide 81) heirateten an einem Montag – um nicht extra ihr Friseurgeschäft schließen zu müssen.
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Das Hochzeitspaar: Rosel und Albert Reis (beide 81) heirateten an einem Montag – um nicht extra ihr Friseurgeschäft schließen zu müssen.

Vor genau 60 Jahren heirateten Rosel Wenz und Albert Reis - extra an einem Montag, damit die beiden ihr Friseurgeschäft nicht schließen mussten.

Neuenbrunslar – Für die frischgebackenen Unternehmer Rosel Wenz und Albert Reis aus Neuenbrunslar hat Pfarrer Kraft mal eine Ausnahme gemacht.

Weil die beiden wenige Tage zuvor ihr Friseurgeschäft eröffnet hatten und nicht auf das Wochenendgeschäft verzichten konnten, fand die kirchliche Trauung des Paares an einem Montag statt. Das ist nun 60 Jahre her.

Heute feiern Rosel und Albert Reis ihre Diamantene Hochzeit.

Kennengelernt hatten sich die beiden bereits, als sie noch Kinder waren. Sie kommt aus Neuenbrunslar, er aus Altenbrunslar – und den Weg zur Konfirmandenstunde gingen sie gemeinsam.

Die fand im benachbarten Wolfershausen zweimal pro Woche über zwei Jahre lang statt. „Die könnte gut zu mir passen“, habe er schon damals gedacht, berichtet Albert Reis heute.

Bis aus den beiden ein Paar wurde, hat es aber noch einige Zeit gedauert. Erst in der Ausbildungszeit seien sie sich näher gekommen, berichtet das Paar.

Für den Weg zur Arbeit nutzten damals beide den Zug, leider in unterschiedliche Richtungen. Am Bahnhof habe es jeden Morgen Gelegenheit für ein kurzes Treffen gegeben.

Hochzeit feierten die beiden am 9. Oktober 1961.

1961 wurde es spannend für die zwei. Die Heirat war geplant, und eigentlich wollte Albert Reis eine Stelle im Volkswagenwerk in Baunatal antreten. Den Vertrag dazu hatte er schon in der Tasche.

Es kam anders: „Der damalige Bürgermeister Angersbach wollte das Friseurgeschäft in Neuenbrunslar erhalten und hat uns zur Übernahme motiviert“, berichtet Albert Reis. Und so wurde nicht nur der Bund für Leben geschlossen, sondern auch das gemeinsame Geschäft aufgebaut.

Mit viel Dynamik ging es weiter. 1963 bauten sie ihr Haus, zogen um und Sohn Burkhard kam zur Welt. „Ich habe noch am Tag vor der Geburt gearbeitet“, erinnert sich Rosel Reis. Zeit für Hobbys hat sich das Ehepaar erst später genommen.

Mit der Egerländer Trachtengruppe haben sie einige Reisen in die USA und nach Kanada unternommen und dabei Land und Leute kennengelernt. „Wir waren oft drei bis vier Wochen unterwegs und sind fast an jedem Tag aufgetreten“, erzählen die beiden.

Den Egerländer Musikanten sind sie heute noch verbunden. Albert als aktiver Musiker und Rosel in der Organisation.

Auch im Brunslarer Vereinsleben und in Haus und Garten sind beide mit 81 Jahren noch aktiv. Das Paar feiert seine Diamantene Hochzeit mit der Familie und vielen Freunden. „1961 hatten wir kaum Gelegenheit zu feiern, das holen wir jetzt nach.“ (Rolf Färber)

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