Rhünda

Angst vor Hochwasser: Wildwuchs im Rhündabach macht den Dorfbewohnern Sorgen

Man sieht den Rhündabach vor Büschen und Bäumen nicht: Die HNA-Leser Reiner und Birgit Koch kritisieren, dass Bäume, Büsche und viel Wildwuchs den Wasserabfluss behindern. Das bedeute bei starkem Regen eine akute Hochwassergefahr: „Wir haben Bedenken, dass bei Unwetter Schlimmeres passieren kann.”
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Man sieht den Rhündabach vor Büschen und Bäumen nicht: Die HNA-Leser Reiner und Birgit Koch kritisieren, dass Bäume, Büsche und viel Wildwuchs den Wasserabfluss behindern. Das bedeute bei starkem Regen eine akute Hochwassergefahr: „Wir haben Bedenken, dass bei Unwetter Schlimmeres passieren kann.”

Anwohner des Rhündabaches schlagen Alarm: Sie beklagen den Wildwuchs im Bachbett und befürchten, dass das Wasser bei einem Unwetter nicht richtig abfließt und Menschen gefährdet.

Rhünda - Sie fordern – wie inzwischen auch der Ortsbeirat – eine schnellstmögliche Beseitigung des Grüns und die Ausbesserung aller Schäden im Bachbett und am Mauerwerk. „Das muss dringend erledigt werden, es liegt alles bei der Stadt“, sagte Ortsvorsteher Reinhart Wendel.

Nach unserem Bericht über die schweren Überschwemmungen in Rhünda vor 65 Jahren meldeten sich etliche Anwohner. Unter ihnen die HNA-Leser Reiner und Birgit Koch.

Sie wohnen direkt am Rhündabach und erinnern daran, dass nach 1956 mit viel Kraftaufwand ein tiefes Bachbett mit Basaltsteinen entstand, „damit so etwas nicht mehr passiert“. Heute sehe man im Bachbett nur noch hochgewachsenes Grün.

Dschungelähnlich nennen es Reiner und Birgit Koch: „Das kann beim besten Willen kein Naturschutz sein.“

Das sehen viele Rhündaer ähnlich. Eine über 90 Jahre alte Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat sich nach eigenen Angaben schon mehrfach an den Ortsbeirat gewandt und um Abhilfe gebeten.

Sogar dicke Bäume stehen im Bachbett. Fallen die um und ins Gestrüpp, wäre dies eine weitere Hochwassergefahr, sagen die Kochs und fragen: „Also Naturschutz und Renaturierung, aber ohne Katastrophenschutz?“ Komme es zu einem Wolkenbruch, könne das Wasser nicht abfließen.

„Wir leben jetzt seit 30 Jahren an der Rhünda und es ist nichts passiert“, beklagt das Ehepaar. Und sie weisen darauf hin, dass an vielen Stellen das Mauerwerk beschädigt ist und – wie auch das Bachbett – dringend ausgebessert werden muss. Auch, weil es unterspült ist, wie beispielsweise am Hof Stieglitz.

Die Kritik ist aus Sicht des Ortsbeirates berechtigt. „Im Interesse des Hochwasserschutzes und der Bürger muss alles zeitnah erledigt werden“, sagt Ortsvorsteher Wendel. Man habe zwei Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Bauen und Umwelt auf alle Mängel hingewiesen.

Die dringend notwendigen Reparaturen am Gemäuer müssten schnell ausgeführt werden, damit die Schäden nicht noch größer werden. Das beschädigte Geländer müsse an fünf bis sechs Stellen ausgebessert werden, fordert Wendel. Und der Wildwuchs müsse verschwinden.

50 000 Euro sollen investiert werden

„Wir müssen was für den Hochwasserschutz tun“, lautet auf HNA-Nachfrage die erste Reaktion von Bürgermeister Volker Steinmetz. Geplant sei, im Haushalt 2022 rund 50 000 Euro für das Projekt bereitzustellen.

Voraussetzung sei die Zustimmung des Stadtparlaments. Die Vorschläge und Forderungen des Ortsbeirates seien berechtigt. „Was wir machen können, werden wir tun“, sagt er zu den Arbeiten, die Vorrang haben.

Die Arbeiten müssten jetzt erst einmal mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Langfristiges Ziel sei, die Rhünda möglichst schon am Oberlauf zu „beruhigen“. Man werde auch prüfen, ob es Fördergeld gebe. (Manfred Schaake)

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