Lärmbelästigung

Anwohner fordern Tempo 30: Schweige-Demo zur Lärmbelästigung an B 253

Sie fordern Tempo 30 in Gensungen: Anwohner der Homberger Straße in Gensungen mit Bürgermeister Volker Steinmetz (rechts), im Rollstuhl der Initiator der Bürgerinitiative, Uwe Fischer, hinter ihm Ortsvorsteherin Heidi Folwerk.
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Sie fordern Tempo 30 in Gensungen: Anwohner der Homberger Straße in Gensungen mit Bürgermeister Volker Steinmetz (rechts), im Rollstuhl der Initiator der Bürgerinitiative, Uwe Fischer, hinter ihm Ortsvorsteherin Heidi Folwerk.

Tassen und Gläser vibrieren in den Schränken, Bilder und Uhren sind schon von der Wand gefallen. An eine Unterhaltung bei offenem Fenster oder ruhiger Schlaf sind schwer möglich.

Gensungen – Das ist Alltag für die Anwohner der Homberger Straße in Gensungen. Ihre Schlaf- und Wohnzimmer sind maximal zehn Meter von der B 253 entfernt. Verstärkt wird der Lärm noch durch klappernde oder abgesenkte Kanaldeckel, Wasserabsteller und Schlaglöcher. Die Lebensqualität der Anwohner leidet. Deshalb fordern sie Tempo 30.

Um diese Forderung zu verwirklichen, hat sich nun eine Bürgerinitiativer gegründet, die von Uwe Fischer, selbst Anwohner der Homberger Straße in Gensungen, initiiert wurde.

Fußgänger von Verkehr bedroht

Er begründet die Forderung nach einem durchgängigem Tempo 30 auf der Straße mit dem sehr hohen Verkehrsaufkommen. Fußgänger, besonders Kinder, und Radfahrer würden von dem enormen Verkehr bedroht, ganz besonders treffe dies ältere Menschen, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs seien.

Fischer ist durch eine Mobilitätseinschränkung auf den Rollstuhl angewiesen. Ein Wechsel von einer zur anderen Straßenseite sei oft ein lebensgefährliches Unterfangen. Die beiden Fußgängerüberwege in der Ortslage würden oft nicht beachtet. Die Verkehrsteilnehmer fahren mit unverminderter Geschwindigkeit durch.

Als Erstmaßnahmen fordern die Anwohner die Anbringung von Geräten mit Smileys, die auf die gefahrene Geschwindigkeit hinweisen, sowie regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen an wechselnden Standorten auf dem Straßenabschnitt.

Bewohner wollen etwas ändern

Bei einem Ortstermin der Anwohner der Homberger Straße, an dem neben Bürgermeister Volker Steinmetz, die Gensunger Ortsvorsteherin Heide Folwerk und Mandatsträger der Stadt Felsberg teilnahmen, untermauerten die Bewohner ihre Forderung. Sie verlangen, dass schnellstens die Schlaglöscher in der Straße behoben werden.

Ortsvorsteherin Folwerk: „Hier muss sofort gehandelt werden. Ein Hin- und Herschieben der Verantwortlichkeiten zwischen Stadt und Hessen Mobil darf nicht erfolgen.“ Der Ortsbeirat unterstütze die Forderungen der BI.

Gleiches gilt für Bürgermeister Steinmetz. Er werde zeitnah mit Behörden Kontakt aufnehmen, um die Forderung der BI zu untermauern. Er gab aber auch zu bedenken, dass eine Tempobegrenzung kurzfristig nicht umzusetzen sei, weil dafür eine Rechtsgrundlage fehle. Er werde sich aber auf jeden Fall dafür einsetzten.

Mehr Sicherheit - weniger Abgase

Ein Tempo 30 bringe nicht nur mehr Sicherheit, sondern spare auch Abgase ein. Gerade in Zeiten der Klimaschutzdiskussionen sei dies ein wichtiges Argument.

Die Anwohner befürchten auch, dass nach Fertigstellung der A 49 der Verkehr noch zunehmen wird, denn viele Lkw werden bei der Querung zwischen A 7 und A 49 durch Gensunger fahren. Fischer hat bereits Landrat Winfried Becker und Landes- und Bundestagsabgeordnete angeschrieben und auf die Probleme und Forderungen der Anwohner hingewiesen. Er fordert: „Es muss jetzt schnell etwas geschehen. Wir werden alle krank vom Lärm.“ (Helmut Wenderoth)

BI: Nur zwei Sekunden schneller

Zählungen hätten ergeben, dass wöchentlich 40 000 Fahrzeuge, davon 4000 LKW, die B 253 zwischen dem Ortseingang aus Richtung Rhünda und der Frankenstraße passieren, heißt es von Seiten der Bürgerinitiative. Diese nennt sich „BI 32 Projekt Gensungen“. Denn ihre Berechnungen haben ergeben, dass Fahrzeuge bei Tempo 30 gerade mal zwei Sekunden länger innerorts in Gensungen unterwegs sind.

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