Doch keine neue Attraktion

Aussichtsturm kommt nicht: EAM lehnt Verkauf ehemaliger Schaltstation in Altenburg ab

Tristesse: Dunkle Wolken über der EAM-Turmstation. Erol Eren möchte hier einen Aussichtsturm schaffen. Die EAM aber will nicht verkaufen.
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Tristesse: Dunkle Wolken über der EAM-Turmstation. Erol Eren möchte hier einen Aussichtsturm schaffen. Die EAM aber will nicht verkaufen.

Die Pläne des Altenburgers Erol Eren, für Touristen und die Einwohner des kleinsten Felsberger Stadtteils eine neue Attraktion zu schaffen, sind vorerst gescheitert: Die Turmstation des regionalen Energieversorgers EAM bleibt im Besitz des Unternehmens und wird zunächst weiterhin genutzt.

Altenburg – Das hat die EAM auf Anfrage der HNA erklärt. Dagegen hatte die EAM Netz GmbH Eren noch im August mitgeteilt, sie sei „unter Umständen bereit, die Turmstation an eine Organisation oder eine Privatperson abzugeben“.

Eren möchte aus der ehemaligen Transformatorenstation einen Aussichtsturm machen.

Vorgestellt hatte er seine Idee im Herbst 2019 in einer öffentlichen Veranstaltung während des Bürgermeister-Wahlkampfes. Die anwesenden Altenburger freuten sich über eine tolle Idee, wie sie sagten. Und das sah auch Bürgermeister Volker Steinmetz noch vor seiner Wiederwahl so.

Die 15 bis 20 Meter hohe Turmstation steht direkt neben dem Grundstück Erens, auf dem der Gießerei-Fachmechaniker mit seiner Frau ein Eigenheim errichtet hat. „Wir leben sehr gerne hier”, hatte Eren bereits im Frühjahr gegenüber der HNA erklärt. Er freue sich über viele Touristen, die nach Altenburg kommen, Burg und Landschaft fotografieren. Der Aussichtsturm wäre eine tolle Attraktion, sagt er.

Im Vorfeld der Entscheidung, die Turmstation nicht zu verkaufen, habe sich die EAM Netz offen gezeigt für interessante Vorschläge und Ideen für alternative Nutzungsmöglichkeiten, sagt Sprecherin Sandra Hübner gegenüber unserer Zeitung. Mit Bürgermeister Steinmetz und dem Naturschutzbund Nabu sei beispielsweise die Nutzung für die Ansiedlung von schützenswerten Vogelarten diskutiert worden. Auch über eine touristische Aussichtsplattform habe man gesprochen.

„Für die EAM stand bei allen Gesprächen die sichere Betriebsführung der direkt angrenzenden neuen Transformatorenstation als wichtiger Knotenpunkt im Stromnetz der EAM im Fokus”, erklärt Sandra Hübner. Und: Die in diesem Hinblick aus der Übernahme der Turmstation resultierenden Rechte und Pflichten „konnten nach sorgfältiger Prüfung sowohl von der Stadt Felsberg als auch vom NABU nicht übernommen werden“.

Die touristische Nutzung als Aussichtsplattform sei – so die Sprecherin – mit Rücksicht auf die Privatsphäre der angrenzenden Anwohner im Nachhinein verworfen worden, „sodass das Gebäude zunächst weiterhin von der EAM genutzt wird“.

Erol Eren ist enttäuscht. Er sei von der EAM gefragt worden, ob das Gebäude bei ihm denn in gute Hände komme. „Das ist frech“, sagt Eren gegenüber der HNA, „bei mir wäre es in den besten Händen“. Er habe die EAM inzwischen auf Schäden des Dachrinnen-Abflussrohres und Gefahren für das Sandstein-Mauerwerk hingewiesen. Auch der starke Efeu-Bewuchs schade den Sandsteinen.

Wie Bürgermeister Steinmetz auf HNA-Anfrage erläuterte, habe man vor Ort darüber diskutiert, ob man an oder in dem Gebäude Fledermäuse oder Greifvögel ansiedele. Der NABU sei nicht bereit gewesen, die Station zu übernehmen. Eine touristische Nutzung sei nach wie vor eine gute Idee, „den ersten Schritt muss die EAM machen”.

Eren hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Entscheidung, nicht zu verkaufen, ist nach den Worten der EAM-Sprecherin „nicht auf alle Ewigkeit in Stein gemeißelt“.

Von Manfred Schaake

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