Stadt sucht Nutzer für Bahnhof

Bahnhof Gensungen: Sanierung soll bald abgeschlossen sein – Gespräche mit Interessenten

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Der künftige Multifunktionsraum im Erdgeschoss: Elektriker Robin Schmidt verlegt an der Decke der ehemaligen Schalterhalle Kabel für die Beleuchtung. 

Gensungen. Noch herrscht Baustellenatmosphäre im alten Gensunger Bahnhofsgebäude. Doch Ende Februar 2019 sollen die Sanierungsarbeiten beendet sein.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich nach jetzigen Schätzungen auf etwas mehr als eine Million Euro, statt den ursprünglich vorgesehenen 700 000 Euro.

Der Bund fördert den Bahnhofsumbau mit 630 000 Euro – den Rest muss die Stadt selbst zahlen. Durch die Vermietung der Räume könnte zwar wieder Geld in die Stadtkasse fließen. Aber bislang steht nicht fest, wer den Bahnhof künftig nutzt.

Auch wenn bis zur Fertigstellung noch viel zu tun ist, man sieht, dass sich einiges getan hat: einst braune Backsteinwände strahlen jetzt weiß, die alten Fenster sind neuen gewichen – zum Teil mit Schallschutz, damit auch dann Ruhe im Gebäude herrscht, wenn draußen Züge vorbeirauschen.

Es sind schöne Räume, die da im alten Bahnhofsgebäude entstehen. Nun muss sich die Stadt darum bemühen, dass auch bald Leben in diese Räume einzieht. In der jüngsten Sitzung des Felsberger Sozialausschusses wurde auch über den Sachstand beim Gensunger Bahnhof informiert. Während der Sitzung ließen Mitarbeiter der Stadtverwaltung anklingen, dass sich die Suche nach Mietern für die Räume derzeit schwierig gestalte.

Bürgermeister Volker Steinmetz wollte das auf Nachfrage jedoch nicht bestätigen. Es seien eine Menge Gespräche mit potenziellen Interessenten zu führen, sagte er lediglich.

Wirtschaftlich wie möglich

„Wir wollen es so wirtschaftlich wie möglich machen“, sagte er über die künftige Nutzung des Gebäudes. Ausgangspunkt für Verhandlungen über Mietpreise sei das für Felsberg übliche Mietniveau.

Das Konzept für den Bahnhofsumbau sieht vor, dass dort ein Ort der Begegnung, etwa für Einheimische und Geflüchtete, entstehen soll. Weil die Stadt für das Projekt Fördergeld erhält, ist sie zunächst an dieses Konzept gebunden. Erst nach Ablauf von zehn Jahren könnte sie den Bahnhof zum Beispiel auch an Gewerbetreibende vermieten. Im barrierefrei zugänglichen Erdgeschoss soll es auf einer Gesamtfläche von 175 Quadratmetern zwei Beratungsbüros sowie einen Multifunktionsraum und eine Küche geben. Ideen für die künftige Nutzung gibt es viele: Beratungsangebote für alle Felsberger, Sprachkurse für Migranten, Informations- und Bildungsveranstaltungen, Konzerte, Kleinkunst, Ausstellungen, Vorträge, Begegnungscafé. Sondierungsgespräche laufen nach Auskunft von Steinmetz derzeit mit dem Arbeitskreis „Zusammenleben in Felsberg“ (ZiF), dem Mehrgenerationenhaus, der Jugendwerkstatt, dem Mädchentreff, der Stadtjugendpflege, der Musikschule und dem Stadtarchiv.

Im 155 Quadratmeter großen Obergeschoss entstehen fünf Schulungs- und Büroräume zwischen 20 und 35 Quadratmetern Größe. Für die Nutzung dieser Räume laufen derzeit Gespräche mit der Jugendwerkstatt.

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