Waldkindergarten in Böddiger einsatzbereit

Betreuungssituation in Felsberg: Die Lage entspannt sich

Auf der Baustelle: von links Dirk Wohlgemuth, Kirsten Konhäuser, Volker Steinmetz und Adriana Falkenhain.

Dem Mangel an Kitaplätzen will die Stadt Felsberg entgegenwirken. Babyboomer-Jahrgänge, Zuwachs junger Familien in der Drei-Burgen-Stadt und Zuwanderung wirkten sich massiv auf die Betreuungssituation aus.

Es fehlten Kita-Plätze. Dazu kam das Hochwasser im vergangenen Sommer. Die Kinder der Kindertagesstätte Sonnenschein in Neuenbrunslar mussten wegen eines Wasserschadens in das Gasthaus Stock umziehen. Die Betreuungssituation in der Drei-Burgen-Stadt war alles andere als rosig. Nun hat sich die Situation entspannt.

413 Betreuungsplätze gab es 2019 in Felsberg. 74 weitere sollten geschaffen werden durch den Anbau an die Kindertagesstätte Emszwerge in Böddiger, einem Waldkindergarten bei Böddiger und der Umfunktionierung des Altenburger Dorfgemeinschaftshauses (DGH). Im DGH in Altenburg ist bereits seit vergangenem Herbst Platz für 25 Ü-3-Kinder. Aber auch in Böddiger und Neuenbrunslar hat sich etwas getan.

Wie viele Betreuungsplätze die Stadt nun bieten kann, ist zunächst unklar. Denn: „Wir können in der jetzigen Situation noch nicht entscheiden, wann wir wieder in den Regelbetrieb umstellen. Wir müssen die Situation und die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Auge behalten und dann entscheiden“, erklärt Bürgermeister Steinmetz gegenüber der HNA.

Emszwerge Böddiger

Seit Mitte April haben die Bauarbeiten für den Anbau an die Kita in Böddiger begonnen. Der Rohbau soll in etwa fünf Wochen fertig sein, erklärt Architekt Dirk Wohlgemuth vom Architektenbüro a33 aus Hessisch Lichtenau. „Natürlich nur wenn alles so läuft wie bisher“, sagt er. Die Kosten liegen bei knapp 780 000 Euro. Wegen der Corona-Pandemie habe es bislang keine Verzögerungen gegeben. Der komplette Anbau soll 2021 fertig sein und Platz für eine U-3-Gruppe (12 Kinder) bieten. An den Bestandsbau der alten Kita, in dem zu normalen Zeiten bis zu 70 Kinder betreut werden, werde man nicht rangehen, sagt Wohlgemuth. Der Anbau bietet einen separaten Eingang plus Windfang, eine große Garderobe, Personal- und Technikraum, einen 50 Quadratmeter großen Gruppenraum und Schlafraum sowie Sanitäranlagen für Personal und die Kinder. „Außerdem wird es noch eine kleine Terrasse geben“, sagt Wohlgemuth.

Eine Schwierigkeit bei den Planungen war es die passende Dachform zu finden, die zu den Pultdächern des alten Gebäudes passen. „Wir haben uns nun auf eine wellenförmige Dachform geeinigt, die im Anschluss bepflanzt werden soll“, sagt er. Der Kitabetrieb läuft trotz Bauarbeiten wie gewohnt weiter, erklärt Adriana Falkenhain, Kitaleiterin. „Das funktioniert auch ganz gut, genau wie die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Baufirmen.“

Rehkitz Böddiger

Auf der Baustelle: von links Dirk Wohlgemuth, Kirsten Konhäuser, Volker Steinmetz und Adriana Falkenhain.

Auch im Waldkindergarten Rehkitz bei Böddiger können bis zu 25 Ü-3-Kinder betreut werden. Der Bauwagen für den Waldkindergarten ist im vergangenen Jahr bestellt und jüngst geliefert worden, erklärt Rita Goßla, Kitaleiterin. Die Kosten für den Bauwagen lagen bei 72 000 Euro. Zudem wurde der Platz für den Wagen neu geschottert. Auf etwa 100 Quadratmetern können sich die Kinder frei und selbstständig bewegen, sagt Rita Goßla. Pinke Pfeile an Bäumen markieren die Grenzen des Waldkindergartens. Der Bauwagen bietet Platz für eine kleine Teeküche, eine Garderobe, und Platz für eine Kuschel- und Spielecke. Zudem wird der Wagen beheizt. Den Wagen haben die beiden Erzieherinnen Ilona Werner und Rita Goßla selbst zusammengestellt. „Wir haben uns sehr auf den Wagen gefreut – wenn es wirklich mal stürmt, haben wir einen guten Unterschlupf“, sagt sie.

Neuenbrunslar

Die Kosten für die Sanierungsarbeiten in der Kita Sonnenschein belaufen sich auf 275 000 Euro. Nach dem Sturm im Sommer 2019 drückte ein Kanalgang Wasser in den Boden der Kita, erklärt Bürgermeister Steinmetz. Der Boden war hinüber. „Da musste schnell eine Lösung gefunden werden“, sagt er.

Die Stadt sei dankbar für die Initiative des Ortsbeirates und dem engagierten Einsatz der vielen Eltern. „Innerhalb weniger Tage konnten die Kinder in das Gasthaus Stock ziehen“, sagt er. Dieser organisatorische Aufwand sei vor allem den Eltern, dem Ortsbeirat und dem Ausschuss Generationen und Soziales zu verdanken.

„Wegen des Schadens musste in der Kita neuer Estrich gegossen, die neue Fußbodenheizung und neuer Boden verlegt und einige Schreinerarbeiten erledigt werden“, erklärt Steinmetz. Auch hier seien die Arbeit zügig vorangegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.