Sorge vor möglicher Schließung des Treffpunkts

Bewohner von Hesserode wollen ihr Dorfgemeinschaftshaus behalten

Wichtige Begegnungsstätte: Hesserodes neuer Ortsvorsteher Swen Oesterheld vor dem Dorfgemeinschaftshaus.
+
Wichtige Begegnungsstätte: Hesserodes neuer Ortsvorsteher Swen Oesterheld vor dem Dorfgemeinschaftshaus.

Sie haben immer ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Dorf beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie „Ortstermin“ stellen wir sie und ihre Ziele in loser Folge vor. Diesmal sind wir zu Gast in Hesserode.

Hesserode – Wer nach Hesserode kommt, der trifft dort auf ein Stückchen heile Welt – so empfindet es jedenfalls der neue Ortsvorsteher Swen Oesterheld. Dennoch müssen sich die Hesseröder derzeit mit zwei heiklen Themen auseinandersetzen: der Zukunft ihres Dorfgemeinschaftshauses und der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt.

Oesterheld stammt aus Kassel und ist 1987 nach Hesserode gezogen – der Liebe wegen, denn seine Frau ist gebürtige Hesseröderin. „Ich mag das Dorf sehr gern“, sagt er. „Ich finde, man muss gewisse Dinge aufrechterhalten. Deshalb ist es wichtig, dass es den Ortsbeirat gibt.“ Daher habe er auch nicht lange gezögert, als ihn die frühere Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney fragte, ob er sich vorstellen könne, bei der Kommunalwahl 2021 für den Ortsbeirat zu kandidieren. Dass er dann allerdings auch gleich neuer Ortsvorsteher werden würde, damit hatte der 52-Jährige nicht gerechnet. „Zum Glück gibt es noch einige alte Hasen im Ortsbeirat“, sagt er und lacht.

Zum neu gewählten Team gehören Oesterhelds Stellvertreterin Birgit Körber sowie Heidi Klapp, Petra Scharnofske und Christoph Wenderoth. Langweilig wird ihnen in den kommenden Jahren nicht werden, denn es gibt einige Themen, die die Menschen im Dorf umtreiben.

„Landschaftlich ist es hier total schön, und wir wohnen hier sehr ruhig“, beschreibt Oesterheld die Vorzüge seines Dorfs. „Gleichzeitig ist Hesserode unglaublich zentral, mit dem Auto sind viele Orte in der Umgebung schnell erreichbar.“

Er würde sich allerdings wünschen, dass mehr junge Familien nach Hesserode zögen, sagt er. „Wir müssen versuchen, neue Einwohner zu gewinnen.“ Doch angesichts fehlender Bauplätze sei das nicht so einfach.

87 Einwohner hat Hesserode. Der wichtigste Treffpunkt für sie ist das Dorfgemeinschaftshaus – dort finden auch Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Spielecafé für Senioren statt. Man habe einiges an dem Gebäude gemacht, schildert Oesterheld. Die Toiletten sind barrierefrei, draußen gibt es einen Grillplatz.

Doch nun stehen die Dorfgemeinschaftshäuser in Felsberg auf dem Prüfstand. „Wir haben die Sorge, dass unser DGH langfristig vor dem Aus steht“, erklärt Oesterheld. „Das wäre ein herber Schlag. Es ist unsere letzte Begegnungsstätte hier oben im Felsberger Hochland.“ Auch die Bewohner des Stadtteils Helmshausen nutzen das DGH in Hesserode mit.

Mit dem Dorfgemeinschaftshaus verknüpft ist ein weiteres Thema, das die Hesseröder bewegt. Denn noch gibt es vor dem DGH einen Bürgersteig – doch das soll sich mit der ab Herbst geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt ändern. „Auf der Straßenseite, auf der das DGH steht, ist kein Bürgersteig mehr eingeplant, weil auf dieser Straßenseite weniger Menschen wohnen als gegenüber“, schildert Oesterheld. Stattdessen sei nur noch ein 30 Zentimeter breites Schrammbord vorgesehen. Doch aus Sicht vieler Dorfbewohner sei es wichtig, dass man beim Verlassen des DGH-Geländes nicht direkt auf der Straße lande.

Die geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt bewegt die Anwohner zudem wegen der dann fällig werdenden Straßenbeiträge. Das sei ein strittiges Thema, zu dem er aber nicht Stellung beziehen wolle, sagt der neue Ortsvorsteher.

Aber für ihn und seine Mitstreiter im Ortsbeirat ist klar, dass sie in die Planungen für die Straßensanierung mit einbezogen werden möchten – damit die Ortsdurchfahrt auch im Sinne der Hesseröder umgestaltet wird. (Judith Féaux de Lacroix)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.