Umgehungsstraße

Bilanz fällt gemischt aus: Seit einem Jahr gibt es Felsberger Ortsumgehung

Viele Schüler, die mit dem Rad kommen, benutzen die Kreuzung Ederweg/Umgehungsstraße. Im Bild der Blick in Richtung Gensungen. An dieser Stelle hatte sich am 15. Juli ein Unfall ereignet, weil ein Elfjähriger nach Angaben der Polizei die Vorfahrt eines Autos nicht beachtet hatte.
+
Viele Schüler, die mit dem Rad kommen, benutzen die Kreuzung Ederweg/Umgehungsstraße. Im Bild der Blick in Richtung Gensungen. An dieser Stelle hatte sich am 15. Juli ein Unfall ereignet, weil ein Elfjähriger nach Angaben der Polizei die Vorfahrt eines Autos nicht beachtet hatte.

Ein Jahr nach der Eröffnung der Umgehungsstraße Felsberg fällt die Bilanz durchwachsen aus. Die Umgehung bringe zwar eine Entlastung, die aber könnte und müsste besser sein.

Felsberg – Das ist die Meinung von Anwohnern. Man sei froh, dass die Umgehung verwirklicht worden sei, „es sind aber noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen“, sagt Dr. Hartmut Quehl, der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) für Felsberg, im HNA-Gespräch. Durch die Umgehung sei der Lkw-Verkehr durch die Altstadt „tagsüber weitgehend entfernt“ worden, aber nachts und in den Morgenstunden gebe es immer noch zu viel Durchgangsverkehr.

Ganz wichtig sei, dass in der Untergasse auf beiden Seiten Parkflächen ausgewiesen werden, „so dass man in beide Richtungen Bogen und damit langsam fahren muss“. Man müsse die Anwohner motivieren, ihre Autos auf der Straße stehen zu lassen – damit ein Hindernis für den Durchgangsverkehr entstehe.

Tempo-30-Zone muss ausgeschildert werden

„Schon lange überfällig“ ist nach den Worten Quehls, dass die Tempo-30-Zone in der Innenstadt endlich ausgeschildert werde. Bürgermeister Volker Steinmetz sagte dazu auf Anfrage, er unterstütze die Tempo-30-Zone. Es gebe aber noch Abstimmungsbedarf, und er könne noch keinen Termin für das Inkrafttreten nennen.

Vor der geplanten Umgestaltung beziehungsweise dem „Rückbau“ der Straßen Obertor, Untergasse und Steinweg bis zum Sparkassenkreisel müssen – so fordert BI-Vorsitzender Quehl – Flächen markiert werden, die nicht befahren werden dürfen. Damit müsse man vorübergehend eine Verkehrsberuhigung erreichen. Der Rückbau sei abhängig vom Fördergeld. Quehl: „Ohne öffentliche Zuschüsse wird nichts laufen.“

Lebensqualität durch Umgehung verbessert

„Wir haben die Verkehrssituation und Lebensqualität verbessert“, sagte Bürgermeister Steinmetz im HNA-Gespräch. Die Entlastung der Altstadt sei spürbar, dies habe auch zu einer Belebung geführt. Es gebe jetzt Interesse an Häusern und Grundstücken, die es vorher nicht gegeben habe. „Die Tempo-30-Zone bietet mehr Vor- als Nachteile“, betont er. Der Umsetzungsplan für den so genannten Rückbau der ehemaligen Landesstraße solle im nächsten Jahr vorliegen.

Im Zusammenhang mit der so genannten Dorfmoderation und dem Integrierten Kommunalen Entwicklungs-Konzept (IKEK) gibt es bereits viele Vorschläge für die Um- und Neugestaltung. Dafür sollen auch die 430 000 Euro verwendet werden, die die Stadt vom Land dafür erhält, dass es die ehemalige Landesstraße nicht mehr instandsetzen muss. Einen Zeitpunkt für die Umsetzung kann er nicht nennen.

Nach Anfangsschwierigkeiten nun ein Erfolg

„Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, wie zum Beispiel bei der Beschilderung, entwickelt sich die Umgehungsstraße immer mehr zu einem Segen für die Felsberger Altstadt“, sagt Ortsvorsteher Klaus Döll. „Seit über sechs Monaten warten die Altstädter jedoch vergeblich darauf, dass endlich die Anordnung des Ordnungsamtes Melsungen auf Einrichtung eine Tempo 30-Zone umgesetzt wird“, ergänzt Döll.

Mit Nachdruck setze sich der Ortsbeirat dafür ein, dass eine wirklich ganztägige Verkehrsberuhigung der Altstadt zum Beispiel durch Pflanzkübel aus Holz komme. Besonders nachts wählen viele Lkw-Fahrer den zwar verbotenen, aber direkten und kürzeren Weg durch die Altstadt, kritisiert er.

Geschäfte sind erhalten geblieben

„Das Felsberger Geschäftszentrum ist durch die Umgehung erhalten geblieben, anders als in anderen Orten, die völlig abgeschnitten wurden.“ Das betont Andreas Rietschle, Geschäftsführer des Autohauses Rietschle. Er wünsche sich weitere Maßnahmen, die den Verkehr auf die neue Umgehung lenken – Fahrbahn-Verengungen und Hindernisse in der Altstadt.

Auf dem Steinweg sollte zwischen Posener Straße und Sparkassen-Kreisel Tempo 30 angeordnet werden, wünscht sich Rietschle. Es werde oft zu schnell an den Kreisel herangefahren, und es würden die Regeln des Kreisverkehrs missachtet. Die neue Umgehung habe auch eine größere Investition ausgelöst. „Aktuell bauen wir einen modernen Vier-Boxen-Selbstbedienungswaschplatz, den wir ohne die Umgehung nicht realisiert hätten.“ (Manfred Schaake)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.