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50 Helfer waren bei der Weinlese am Böddiger Berg dabei

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Von: Manfred Schaake

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Mit einsetzendem Regen gerade fertig geworden: Ein Teil der 50 Helfer zeigt den Teil der Ernte, der auf dem Lastwagen-Anhänger ins Staatsweingut Eltville gebracht wurde.
Mit einsetzendem Regen gerade fertig geworden: Ein Teil der 50 Helfer zeigt den Teil der Ernte, der auf dem Lastwagen-Anhänger ins Staatsweingut Eltville gebracht wurde. © Manfred Schaake

Die Weinlese am Dienstag war ein Erfolg. „Eine qualitativ sehr gute Ernte“, sagte Altbürgermeister Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg.

Böddiger – Stiegel betreibt den Weinberg seit dem Jahr 1994, nachdem der Gründer Georg Angersbach den in den 1950e-Jahren gegründeten Weinbau eingestellt hatte und alles zum Erliegen gekommen war.

Wie viele Flaschen Wein im nächsten Frühjahr in den Handel kommen werden, konnte Stiegel gestern noch nicht sagen. Die Trauben wurden ins Staatsweingut Eltville gebracht, wo sie verarbeitet werden. Fest steht laut Stiegel, dass es ein guter Wein wird: „In der oberen Hälfte unserer Qualitätsskala.“ Der Fruchtzuckergehalt liege bei fast 80 Grad Oechsle.

Am Vormittag hatte der Vorsitzende die Hoffnung ausgesprochen, 3,5 bis vier Tonnen Trauben ernten zu können. Am Ende sprach er von „mindestens drei Tonnen.“ Ein Erfolg, denn im Vorjahr hatte es überhaupt keine Ernte gegeben. Hatte man vorher auf eine halbe Tonne gehofft, so war am Ende gar nichts mehr da. Der strenge Winter mit Temperaturen von bis zu 25 Grad minus, Waschbären, Vögel, Rehe, Fliegen und Wespen hatten so schlimme Schäden angerichtet wie noch nie. Und vor zwei Jahren waren auch nur rund 1000 Flaschen in den Handel gekommen.

Erstmals dabei: Helmut Metz (von links) mit Inge Jäger und Dietmar Dargel. Jäger hilft schon seit 15 Jahren, Dargel seit 2011.
Erstmals dabei: Helmut Metz (von links) mit Inge Jäger und Dietmar Dargel. Jäger hilft schon seit 15 Jahren, Dargel seit 2011. © Manfred Schaake

Das ist alles vergessen. Gestern herrschte am Weinberg, der auch schon mal als die nordhessische Toskana bezeichnet wird, trotz kurzer Regenschauer beste Stimmung bei den 50 Helfern. Die hatten sich alle schon Wochen vorher gemeldet, sodass ein Helfer-Aufruf gar nicht mehr nötig war.

„Der Böddiger Berg liegt mir am Herzen“, sagt Dietmar Dargel (76) aus Melsungen. Der Weinbau habe ihn schon immer interessiert. Seit 2011 ist er bei der Lese immer dabei. „Ich bin ein Fan des Böddiger Bergs und des Weins und habe noch Schätzchen aus den 1980er-Jahren im Keller.“ Trinken könne man den nicht mehr, „aber der ist schon allein wegen der Etiketten interessant.

Inge Jäger (64) aus Uttershausen hilft seit 15 Jahran am Böddiger Berg. „Ich bin gern in der Natur und mit netten Menschen zusammen“, sagt sie. An der Mosel hilft sie Verwandten bei der Weinlese. Am Böddiger Berg sei immer alles „super organisiert“.

Schöne Weintrauben: Der Förderverein Böddiger Berg ist zufrieden mit der Ernte.
Schöne Weintrauben: Der Förderverein Böddiger Berg ist zufrieden mit der Ernte. © Manfred Schaake

Helmut Metz aus Haldorf war das erste Mal dabei und glücklich. Er sagte: „Bisher hat es nie geklappt, weil immer schon alle Plätze belegt waren.“ Die schöne Landschaft begeistere ihn, sagte er beim Blick ins Edertal mit den drei Burgen. „Ich komme mir vor, wie im Allgäu“.

Wir haben den Weinberg neu belebt, sagte Stiegel. Auf der 1,5 Hektar großen Fläche gibt es etwa 4500 Weinstöcke, 55 Prozent Ehrenfelser, der Rest Riesling. Man bekomme die Erderwärmung zu spüren, erläuterte er. Förderkreis-Mitglied Mario Krieger habe feststellt, dass in diesem Jahr nur 1700 Stöcke getragen haben. Das sei aber angesichts der schweren Schäden ein Erfolg. Denn es mussten in diesem Jahr bisher 1150 Stöcke nachgepflanzt werden, 500 würden im Herbst und Frühjahr folgen. Die neuen Pflanzen seien sehr gut angegangen, nachdem man sechsmal gewässert habe.

Ein Rekord wurde im Jahr 2000 erzielt: 10.000 Liter Most waren das Ergebnis der Ernte. (Manfred Schaake)

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