500 neue Pflanzen 

Neue Weinstöcke für den Böddiger Berg – Bestand stabilisiert

+
Arbeitseinsatz am Böddiger Weinberg: von links Daniel Schaake, Klaus Stiegel, Dr. Hubert Schaake, Joachim Bähr und Markus Sämmler beim Ausheben der Löcher für die neuen Weinstöcke. 

Verjüngungskur für den nördlichsten Weinberg Hessens: Die Zahl der Weinstöcke hat sich um etwa 500 auf nunmehr 4500 Pflanzen erhöht.

Rund 900 Weinstöcke sind seit 2012 nachgepflanzt worden. Mitglieder des Fördervereins Böddiger Berg haben jüngst über 60 neue Weinstöcke gepflanzt. Damit wurden mehrere Lücken gefüllt. Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins, spricht von einer Stabilisierung des Bestandes.

Von der 1,4 Hektar großen Fläche sind mittlerweile 1,3 Hektar bepflanzt. Bereits 2007 hatte die Verjüngungskur begonnen. „Wir werden auch künftig Lücken füllen müssen”, sagt Stiegel. Und spricht von einer Daueraufgabe. Künftig sollen nach Bedarf jährlich bis zu 80 Stöcke erneuert werden. Nach jeweils drei bis vier Jahren können die ersten Trauben von den Neuanpflanzungen geerntet werden.

Mit 80 ist Erwin Sopp am Böddiger Berg mit Leib und Seele dabei. In der Hand hält er drei neue Riesling-Pflanzen, die zum Schutz grün eingewachst sind.

Die Pflanzen der jüngsten Aktion kamen aus einer Rebschule an der Bergstraße. Die zum Schutz grün eingewachsten Pflanzen gehören alle der Rebsorte Riesling an. Der Anteil des ursprünglich vorherrschenden Bestandes an Ehrenfelser Trauben – eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner – ist am Böddiger Berg von 70 auf 60 Prozent zurückgegangen. Künftig soll nur noch Riesling nachgepflanzt werden.

Niederschläge haben neuen Pflanzen geholfen

„Riesling und Ehrenfelser passen gut zusammen, lassen sich gemeinsam gut keltern”, erläutert Stiegel, der sich im Laufe der Jahre einen großen Schatz an Wein-Wissen angeeignet hat. Von den Umwelt- und Klimabedingungen her – so Stiegel – seien heute nicht mehr allein die südlichen Anbaugebiete geeignet für den Riesling, „sondern er findet inzwischen auch bei uns optimale Voraussetzungen”.

Zufrieden ist Stiegel mit den Niederschlägen im Mai und Anfang Juni. Die haben den neuen Pflanzen sehr geholfen.

Die ersten Pflanzaktionen 2007 und 2012 waren auch erforderlich, weil Weinstöcke eingetrocknet oder von Schädlingen befallen waren. Es gab damals unter anderem Probleme mit der Mauke, gegen die es nach Angaben Stiegels keine Bekämpfungsmöglichkeiten gibt. Es muss der gesamte befallene Rebstock beseitigt werden. Die Erkrankung wird von einem Pilz verursacht. An der Veredelungsstelle bilde sich eine Geschwulst. „Das ist wie Krebs”, sagt Stiegel. Ist die Pflanze geschwächt, dringt der Pilz in die Rinde ein.

Frostschäden: Verfrorene Triebe am Böddiger Berg.

„Wenn der Rest des Jahres vernünftig verläuft und wir im August und September richtig Sonne haben, wird es eine durchschnittliche Ernte ergeben.” So beschreibt Klaus Stiegel trotz der Frostschäden die Ernteaussichten.

Letztes Jahr rund 10.000 Flaschen Wein

Aus elf Tonnen Trauben hatte es im Vorjahr 7500 Liter Most und rund 10.000 Flaschen Wein bester Qualität gegeben. Sie waren Anfang Mai innerhalb weniger Tage verkauft.

Reserven hat der Förderverein nur noch für die Weinfeste in Felsberg und Melsungen sowie für die Helfer der Lese im Herbst. Bei der erhofft sich Stiegel 5000 bis 6000 Liter Most. 1200 bis 1500 Liter sollen für Sekt verwendet werden. Der jüngste Sekt war vom Jahrgang 2016 hergestellt worden.

Durch mehrere Frosttage im Monat Mai werde es Ausfälle geben, erläutert Stiegel. Der Bodenfrost – unter anderem während der sogenannten Eisheiligen – habe vor allem an den niedrigen Stellen am Böddiger Berg Schäden angerichtet. In den höheren Lagen des Berges seien die Ansätze aber sehr gut, sagt Stiegel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.