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Bürgerinitiative kritisiert neue Ortsdurchfahrt in Hesserode

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Diesen Übergang über die neue Ortsdurchfahrt halten Monika Velten (links) und Bärbel McEnaney für nicht sinnvoll.
Diesen Übergang über die neue Ortsdurchfahrt halten Monika Velten (links) und Bärbel McEnaney für nicht sinnvoll. © William Abu El-Qumssan

Die Sanierung der Rockshäuser Straße in Hesserode ist abgeschlossen. Zufrieden sind damit aber nicht alle.

Hesserode – Die Fahrbahn wurde erneuert und es wurden neue Gehwege angelegt. Für Unmut sorgt das bei der Felsberger Bürgerinitiative (BI) „Strabs weg in Felsberg“: Weil der Gehweg mit saniert wurde, fallen für die Anlieger Straßenausbaubeiträge (Strabs) an.

„Uns hätte eine einfache Sanierung der Straße gereicht“, sagt Bärbel McEnaney. Die ehemalige Ortsvorsteherin von Hesserode ist in der BI aktiv und durch die Sanierung von den Strabs betroffen. Die Anlieger der Straße hätten sich mit einem schriftlichen Aufruf in der Planungsperiode zu dem Bauvorhaben an die Stadt Felsberg gewandt. „Alle haben dafür unterschrieben, dass die Gehwege erhalten bleiben, wie sie sind“, sagt Mc

Enaney. An der Planung änderte das nichts.

Die Straße

Da es sich bei der Rockshäuser Straße um eine Kreisstraße (K21) handelt, hat der Schwalm-Eder-Kreis die Erneuerung der Straße in Auftrag gegeben. Die Planung übernahm Hessen Mobil, die Baufirma Rohde setzte den Plan um. Die BI hätte sich nur eine Erneuerung der Asphaltdecke gewünscht, statt einer grundhaften Sanierung. Diese habe in Hesserode erst vor zehn Jahren stattgefunden, bei Kanalarbeiten. Die anschließende Notasphaltierung durch die Stadt habe zu einem schlechten Zustand des Straßenbelages geführt.

Wie der Kreis auf Anfrage bestätigt, sei die Fahrbahn in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Daher sei aber ein Fahrbahnvollausbau nötig gewesen. Nur eine Deckenerneuerung vorzunehmen, wäre weder zielführend noch wirtschaftlich gewesen. Nach der Sanierung ist jetzt von einem Lebenszyklus von etwa 35 Jahren auszugehen, heißt es weiter.

Zur Beurteilung der Gehwegsituation könne laut Kreissprecher Philipp Klitsch aber nur die Stadt Felsberg was sagen.

Die Gehwege

Dass die intakten Gehwege ausgetauscht wurden, ist laut der BI Ressourcenverschwendung. „Sowas ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt BI-Sprecherin Monika Velten. Angesichts der immer knapperen und teuerer werdenden Baumaterialien sei die Entscheidung falsch, die Gehwege mit zu sanieren.

Die alten Gehwege in Hesserode waren laut Erstem Stadtrat Klaus Albert in ihrer Breite nicht mehr zeitgemäß gewesen. Er betont außerdem, dass sich bei der gemeinsamen Planung der Stadt Felsberg mit Hessen Mobil und dem Schwalm-Eder-Kreis an alle gesetzlichen Bestimmungen gehalten wurde. Zu dem Vorwurf der BI, dass die Gehwege nur saniert wurden, um Strabs von den Anliegern zu bekommen, äußerte sich die Stadt nicht.

Der Übergang

Im Zuge der neuen Gehwege kam auch eine neue Querungshilfe hinzu. Diese liegt kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Helmshausen, auf der Höhe der Hausnummern 1 und 2 der Rockshäuser Straße.

Diese Querungshilfe wirft bei der BI Fragen auf: Wer sich von der Seite von Hausnummer 2 auf die andere Gehwegseite begeben will, kann den Straßenverkehr wegen der dortigen Kurve nur sehr schwer einsehen. Da auf der Straße Tempo 50 gilt, ist es für ältere und gehbehinderte Menschen schwierig, die Straße an dieser Stelle sicher zu überqueren.

Darauf wurde Hessen Mobil laut BI von den Anliegern n hingewiesen. Außerdem zweifelt die BI den Sinn des Übergangs an der Stelle an. Außer der Rockshäuser Straße 1 lasse sich für Rollstuhlfahrer quasi kein anderes Haus erreichen.

„Der Weg ist viel zu schmal und führt ins Nichts“, sind sich Velten und McEnaney einig. An der Hausnummer 1 würde der Weg für Rollstuhlfahrer zu eng werden. Die Rollstuhlfahrer seien so gezwungen, auf die Straße auszuweichen.

Auch hier stößt die Kritik der BI auf Unverständnis: die Gemeinschaftsmaßnahme von Stadt, Landkreis und Hessen Mobil ist voll umfänglich genehmigt worden, teilt ein Sprecher von Hessen Mobil mit. „Eine Genehmigung setzt die Anhörung und Abstimmung aller betroffenen Behörden voraus.“ Von einem „lebensgefährlichen Überweg“ sei bei Hessen Mobil nichts bekannt. (William Abu El-Qumssan)

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