Militär-Hubschrauber nicht behindert

Bundeswehr gibt doch grünes Licht für Windräder im Markwald Beuerholz

Gute Aussichten für den Windpark im Markwald Beuerholz: Auch die Bundeswehr hat nun offenbar keine Bedenken mehr gegen das Projekt. Unser Foto zeigt ein Windrad bei Wolfhagen. Foto: privat/nh

Felsberg. Im Markwald Beuerholz bei Felsberg kann wahrscheinlich im Herbst 2015 mit dem Bau von Windrädern begonnen werden. Das kündigten Vertreter der Firma Ventotec, der Eigentümergemeinschaft Markwald Beuerholz und Bürgermeister Volker Steinmetz am Donnerstag in einem Pressegespräch an.

Zuvor drohte der Windpark, an den Bedenken der Bundeswehr zu scheitern: Wie berichtet, liegt die Fläche in der Einflugschneise des Militärflugplatzes in Fritzlar. Nun aber habe man einen Kompromiss mit der Bundeswehr aushandeln können, sagte Eugen Firus von der Firma Ventotec. Diese Einigung kommt sehr überraschend.

Denn noch im Juni hatte ein Vertreter der Bundeswehr gegenüber der HNA erklärt: „Ein Konsens ist aus unserer Sicht nicht möglich.“ Die Bundeswehr hatte keinen Vertreter zum Pressegespräch geschickt. Der HNA liegt aber ein Schreiben der Bundeswehr vor, in dem es heißt, „dass der Neuplanung aus flugbetrieblicher und flugsicherheitstechnischer Sicht zugestimmt werden kann.“ Trotzdem steht nicht hundertprozentig fest, dass der Windpark gebaut wird: Das Genehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Aktualisiert um 18.27 Uhr

Die Planer rechnen aber nicht mehr mit großen Widerständen. Eugen Firus und Torsten Martitz von der Firma Ventotec wirkten am Donnerstag sehr erleichtert. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit der Bundeswehr einen Kompromiss gefunden haben“, sagte Firus. „Danach sah es anfangs nicht aus.“ Damit sei eine große Hürde überwunden. Mit dem Kompromiss kann auch die Firma Ventotec gut leben. Statt der ursprünglich geplanten neun Windräder sollen jetzt nur noch sechs Anlagen gebaut werden.

Außerdem wird die Höhe der Masten reduziert: Nur eine der Anlagen soll nun, wie ursprünglich geplant, 200 Meter hoch sein – sie steht etwas niedriger als die übrigen fünf Windräder, die nur noch 170 Meter hoch werden sollen. Trotzdem sei das Projekt noch wirtschaftlich, stellten Firus und Martitz klar. Längere Flügel an den Windrädern und ein moderner Generator sollen dafür sorgen, dass die Anlagen trotz der kürzeren Masten ausreichend Energie produzieren.

Der Windpark lohne sich auch deshalb, weil der Standort im Markwald Beuerholz einfach ideal sei, erklärte Martitz: „Wir haben dort eine sehr kurze Anbindung ans Stromnetz.“ Außerdem seien nur wenige Eingriffe in den Waldbestand nötig, ergänzte Klaus Stiegel von der Eigentümergemeinschaft Markwald Beuerholz. „Andernfalls hätten die Eigentümer der Grundstücke den Plänen nicht zugestimmt.“ Die Erträge aus dem Windpark fließen an die rund 120 Mitglieder der Eigentümergemeinschaft Markwald Beuerholz.

Sie benötigen das Geld unter anderem, um die Pflege des Walds zu gewährleisten, erläuterte Miteigentümer Herbert Vaupel. Ein Teil der Einnahmen aus dem Windpark im Markwald Beuerholz würde auch an die Stadt Felsberg fließen. Wie hoch dieser Anteil ist, entscheidet die Eigentümergemeinschaft Markwald Beuerholz. Wie berichtet, hatte die Stadt Felsberg im Haushaltsplan 2014 bereits erhoffte Einnahmen aus dem Windpark in Höhe von 325.000 Euro vermerkt. Diese Summe müsse man nun im Nachtragshaushalt wieder herausnehmen, räumte Bürgermeister Volker Steinmetz ein – denn der Windpark soll, wenn er denn kommt, erst im Herbst 2015 errichtet werden.

Im Haushaltsplan für 2015 kann die Stadt dann zwar wieder Einnahmen aus dem Windpark einplanen – in welcher Höhe, steht allerdings noch nicht fest.

Von Judith Féaux de Lacroix

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