DHL liefert im Schwalm-Eder-Kreis mit Elektrofahrzeugen aus

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Liefert mit dem umweltfreundlichen Streetscooter aus: Stephan Prüssing hat in dem elektronischen Fahrzeug Briefe und Pakete für Kunden aus Felsberg. 

Als Stephan Prüssing vor einem Jahr die Post noch mit einem Dieselauto auslieferte, haben ihn seine Kunden schon von Weitem gehört - jetzt nicht mehr.

„Ich musste früher teilweise früher nicht mal klingeln, um die Post zuzustellen“, sagt der 32-jährige Borkener. 

Seit Oktober 2016 liefert er mit einem Elektroauto aus. Das ist lautlos. Nicht mal er hört etwas in der Fahrerkabine. 49 elektronische Fahrzeuge der Firma Streetscooter aus Aachen sind in Teilen des Schwalm-Eder-Kreises unterwegs. Dazu gehören unter anderem Felsberg, Wabern und Schwalmstadt. Vom Zustellstützpunkt in Wabern starten täglich 13 Streetscooter. Aber auch 22 Dieselfahrzeuge sind noch in Gebrauch. Seit drei Jahren gibt es die Fahrzeuge in Serie.

Die Deutsche Post möchte mit dem Umstellen auf die Streetscooter zum Klimaschutz beitragen. Bis 2050 soll laut Unternehmen der Kohlendioxidausstoß auf Null verringert werden. Um das zu erreichen, sollen irgendwann nur noch Streetscooter gefahren werden.

Anfangs seien die Zusteller skeptisch gewesen. „Sie haben sich gefragt, ob das mit der Reichweite klappt“, sagt Betriebsmanager Wolfgang Arend vom Zustellstützpunkt Wabern. 80 Kilometer schaffe der kleine Streetscooter ohne Schwierigkeiten, und der größere um die 110 Kilometer.

Ganz problemlos seien die ersten Wochen mit den neuen Autos aber nicht verlaufen. Mal sei die Motoraufhängung gerissen, mal habe die elektronische Parkbremse blockiert. „Oft sind es Kinderkrankheiten, die wir aber schnell ausmerzen können“, sagt Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post.

Damit sich die Fahrer auf die Veränderung einstellen konnten, wies Wolfgang Arend sie ein: „Ich habe ihnen zum Beispiel vermittelt, wie Auto und Ladevorgang funktionieren. Denn es ist wichtig, zu wissen, dass jedes Fahrzeug eine eigene Ladestation und einen Stecker hat.“ Sieben bis acht Stunden muss der Streetscooter an die Steckdose, dann ist der Akku voll aufgeladen. Es sei ein großer Vorteil, dass die Autos über Nacht geladen werden, denn so habe man am nächsten Tag immer ein „vollgetanktes Auto“, sagt Arend.

Wenn die Zusteller das Auto abstellen, müssen sie eine bestimmte Reihenfolge einhalten: Erst die Fußbremse betätigen, dann die Handbremse anziehen, das Auto ausschalten, Schlüssel ziehen und die Fußbremse loslassen. Auf dem Betriebsgelände konnten sich die Fahrer mit den neuen Fahrzeugen vertraut machen. Eine Fahrerin sei nicht zurechtgekommen und fährt weiterhin ein Dieselauto – eine Ausnahme.

Stephan Prüssing ist mit dem Streetscooter zufrieden. Im Winter sei er darauf bedacht, die Heizung nicht zu sehr aufzudrehen, denn das wirke sich auf den Verbrauch des Akkus aus. Natürlich sei man mit diesem Auto auch dazu angehalten, bewusster zu fahren und nicht unnötig zu rasen. Nicht alle Städte und Kommunen können mit einem Elektroauto beliefert werden. Das liege an den Zustellstützpunkten, die von der Post angemietet werden. Das Installieren von Ladesäulen sei wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn ein Mietvertrag noch mindestens sieben Jahre läuft.

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