Platanen bleiben stehen

Nach jahrelangem Streit: Magistrat beschließt Erhalt der Baumreihe an der Goldkaute in Felsberg

Im Sommer 2020: Platanen an der Goldkaute. Eigentlich sollte die Baumreihe gefällt werden. Der Ortsbeirat fasste 2020 zwei einstimmige Beschlüsse dagegen. Nun entschied der Magistrat, dass die Bäume stehen bleiben.
+
Im Sommer 2020: Platanen an der Goldkaute. Eigentlich sollte die Baumreihe gefällt werden. Der Ortsbeirat fasste 2020 zwei einstimmige Beschlüsse dagegen. Nun entschied der Magistrat, dass die Bäume stehen bleiben.

Im jahrelangen Streit um die elf Platanen an der Straße An der Goldkaute in Felsberg hat der Magistrat jetzt eine endgültige Entscheidung getroffen: Die Bäume bleiben stehen und bekommen bis Ende Februar einen fachmännischen Pflegeschnitt. Das hat Bürgermeister Volker Steinmetz auf Anfrage der HNA erklärt. Mit dem Magistratsbeschluss wird eine in 2020 zwei Mal einstimmig beschlossene Forderung des Ortsbeirates erfüllt.

Felsberg - Vor Jahren hatte es schon mal einen Ortsbeiratsbeschluss für das Fällen gegeben. Damals hatte das Gremium eine andere Zusammensetzung.

Im städtischen Haushalt 2020 waren 15 000 Euro für das Beseitigen der elf Platanen veranschlagt. Die Bäume auf dem Grünstreifen zwischen der Straße und dem asphaltierten Bürgersteig sind bald 50 Jahre alt. In den vergangenen Jahren gab es – die HNA berichtete – immer wieder endlose Diskussionen und Streit um die Bäume. „Die machen viel Dreck und Ärger und beschädigen den Gehweg“, schimpfen die einen. „Das sind wunderschöne, prächtige Bäume, die gut sind für den Schutz unseres bedrohten Klimas“, sagen die anderen. Ein Anwohner beklagte, die Wurzeln hätten seine Gartenmauer beschädigt, und er habe seinen Wasseranschluss erneuern müssen.

Die Stadt hatte für 2020 das Fällen der Bäume geplant und dafür im Haushaltsplan 15 000 Euro bereitgestellt. Das sorgte bereits Anfang 2020 und schon vor der Verabschiedung des Haushaltsplanes zu Protesten im Ortsbeirat. Der sprach sich nach langer Diskussion eindeutig gegen das Fällen der Platanen aus. Um den Interessen der Anwohner gerecht zu werden, sollten die Bäume in kurzfristigen Abständen beschnitten werden.

Mehrere Anwohner fordern das Beseitigen der Bäume, sagte Bürgermeister Steinmetz im Januar gegenüber unserer Zeitung. Argumente seien, das Laub störe die Fotovoltaikanlagen und mache viel Dreck. Der Diplom-Forstwirt betonte damals, die Bäume müssten „wegen des überhöhten Laubfalls“ von der Stadt mit hohem technischen Aufwand gepflegt werden. Das sei teuer. Platanen seien keine heimischen Bäume, das Laub sei sperrig und zersetze sich schlecht.

„Die Stadt hat sich seit Jahren nicht um den Schnitt gekümmert“, sagen Befürworter der Platanen. Im Oktober befasste sich der Ortsbeirat erneut mit dem Thema und forderte erneut einmütig den Erhalt der Bäume. Während des Urlaubs des Bürgermeisters bezog Erster Stadtrat Jürgen Rath in einem HNA-Gespräch klar Stellung: „Gesunde Bäume sollte man keinesfalls fällen, und man sollte sich über jeden gesunden Baum freuen. Ich befürworte, dass die Platanen stehen bleiben.“

Das sieht inzwischen auch der Magistrat so. „Wir nehmen die Empfehlungen des Ortsbeirates ernst“, sagte Bürgermeister Steinmetz jetzt gegenüber der HNA.

Die Beschlüsse des Ortsbeirates seien „eine sehr deutliche Orientierung“ und die Empfehlungen „ein guter Weg, den wir beibehalten, wir wollen keine Konfrontation.“ Der Bauhof werde das Laub der Platanen und auch von den Einwohnern gefüllte Säcke mit Platanenblättern entsorgen. Die Stadt müsse die durch Wurzelauswüchse entstandenen Schäden beseitigen, auch, um ihre Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen. (Manfred Schaake)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.