1,8 Tonnen kamen zusammen

Nur 2500 Flaschen: Bittere Enttäuschung über Weinernte am Böddiger Berg

Viele Helfer, aber nur wenige Trauben: Die Weinlese am Böddiger Berg in der vorigen Woche brachte eine ungewöhnlich magere Ernte ein. Das Ergebnis liegt weit hinter dem des vergangenen Jahres. Fotos:   Brandau

Felsberg. Ein solch schlechtes Ergebnis hatte er nicht erwartet. Klaus Stiegel, 1. Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg, macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das schlechte Ergebnis der Weinlese in der vorigen Woche. Gerade einmal 1,8 Tonnen kamen dabei zusammen.

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Der Ertrag reicht für 2500 Flaschen - für die Sektproduktion blieb keine Traube übrig. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr konnten 6000 Flaschen Wein und 1700 Flaschen Sekt abgefüllt werden. Satte neun Tonnen Trauben hingen damals an den Reben. Eine Differenz von 7,2 Tonnen: „Wir haben das Ziel deutlich verfehlt: Einen Verlust in diesem Umfang hatten wir nicht erwartet“, sagt Stiegel. Denn auch wenn es im April noch einmal Nachtfrost gab, hätte es dennoch gar nicht einmal schlecht ausgesehen für den Jahrgang 2014. Doch dann wurden die Trauben reif - und die Tiere kamen. Rehe, Vögel, Waschbären, ja selbst Mäuse hätten sich über die Früchte hergemacht. Und kaum etwas übrig gelassen.

„Die Ernte blieb damit weit hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Stiegel. Für Rehe herrschten am Weinberg optimale Bedingungen, sie stünden dort in dichter Zahl. Ein Zaun wäre teuer, aber denkbar - würde aber zum einen beim Bestellen des Weinbergs behindern, zum anderen auch nicht vorm größten Problem schützen: den Waschbären. „Wenn sich davon ganze Familien mit drei bis vier Jungen im Weinberg sattessen, kann man sich vorstellen, welche Mengen uns verloren gehen,“ sagt Stiegel.

Um das Fass voll zumachen, spielte auch das Wetter in diesem Jahr nicht mit. Der Juli war durchwachsen, der August viel zu nass, erst im September und Anfang Oktober bekamen die Trauben das, was sie am meisten brauchten: Sonne. 68 Grad Oechsle hat der Jahrgang 2014 vom Böddiger Berg. In den vorigen Jahren waren es zwischen 70 und 75 Grad. Der geringere Wert bereitet dem Förderverein aber kein Kopfzerbrechen: „Das ist zu verkraften, Weinstruktur und Aroma sind gut ausgebaut“, sagt Stiegel.

Nur die geringe Menge, die sei eben nicht zu verkraften. „Vielleicht hätten wir die Lese ein paar Tage früher anberaumen sollen“, sagt Stiegel. Das aber sei schwierig, denn sowohl die Vereinsmitglieder als auch die Helfer bei der Weinlese arbeiteten ehrenamtlich. „Wir müssen uns fürs nächste Jahr auf jeden Fall etwas einfallen lassen, wenn der Weinberg nicht vom Aushängeschild zum Sorgenkind werden soll.“

Von Claudia Brandau

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