Eröffnung ursprünglich 2013 geplant

Finanzielles Risiko ist zu groß: Doch kein Café in Villa in Gensungen

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Im Untergeschoss der Villa können künftig private Feiern stattfinden: Vera Giraud und Manfred Sinning haben die Räume mit viel Liebe zum Detail renoviert.

Gensungen. Vor zwei Jahren berichtete die HNA über Renovierungsarbeiten in einer Gründerzeitvilla. Im Untergeschoss sollte ein Café eröffnen - aber daraus wird nichts.

Baugerüste, Staub und unverputzte Wände sind verschwunden: Das Untergeschoss der Gründerzeitvilla in Gensungen erstrahlt in neuem Glanz. Vor vier Jahren hatten Vera Giraud und Manfred Sinning das Gebäude gekauft und angefangen, es zu renovieren - mit dem Plan, in den Räumen ein Café zu eröffnen. Manfred Sinning wollte dort selbstgebackenen Kuchen anbieten.

Die Eröffnung des Cafés war ursprünglich schon für Herbst 2013 geplant. Doch daraus wurde nichts - und vorerst sind Vera Giraud und Manfred Sinning von der Café-Idee wieder abgerückt. „Das finanzielle Risiko ist einfach zu groß“, sagt Giraud.

Die Renovierungsarbeiten hätten wesentlich länger gedauert als gedacht, erklärt die 44-Jährige. Kurz nach dem Kauf hatte das Paar festgestellt, dass das Gebäude vom Hausschwamm befallen war: Ziegel und Balken mussten deshalb ausgetauscht werden, außerdem haben die Eigentümer die Wände neu verputzt und gestrichen und Elektrik und Heizung erneuert. Das meiste haben Vera Giraud und Manfred Sinning selbst gemacht.

Zeitaufwendig: Die Restauration des Treppengeländers hat fast 70 Stunden gedauert

Wie viel Arbeit sie mit der Renovierung hatten, können sie selbst nicht zählen: „Allein mit dem Abschliefen des Treppengeländers hat meine Frau bestimmt 60 bis 70 Stunden verbracht“, sagt Manfred Sinning.

Auch finanziell mussten die Eigentümer viel stemmen: „Für das Geld, das wir hier reingesteckt haben, hätte man neu bauen können“, sagt Giraud. Um in den Räumen ein Café eröffnen zu können, wären aber noch weitere Investitionen nötig gewesen, eine Küche gibt es im Untergeschoss bislang nicht. Und da nicht sicher sei, ob sich diese weiteren Investitionen rentieren würden, will das Paar die Räume im Untergeschoss stattdessen vermieten - für private Feiern wie Geburtstage oder Hochzeiten. „Räume zum Mieten werden gesucht“, sagt Giraud. Sitzplätze für bis zu 60 Personen könnte man in den Räumen unterbringen. Auch Terrasse und Garten können bei den Feiern mitgenutzt werden. Ab dem Winter wollen die Eigentümer mit der Vermietung beginnen.

Endgültig verabschieden will sich Manfred Sinning von der Café-Idee dann aber doch nicht: Vielleicht, sagt der 44-Jährige, gebe es später doch noch eine Chance für das Projekt - etwa, wenn das Altenheim in Gensungen eröffnet werde und damit auch potenzielle Kunden dazukämen.

Hintergrund:

Außenansicht der Gründerzeitvilla

Für die Renovierung des Gebäudes hatten die Eigentümer Zuschüsse erhalten: 3000 Euro von der Denkmalpflege, 5000 Euro von der Stadt Felsberg. Diese Zuschüsse waren aber nicht daran gebunden, dass ein Café in dem Haus realisiert wird, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz. Bei dem Förderprogramm ging es darum, alte Bausubstanz in den Stadtkerngebieten zu erhalten. Steinmetz bedauert, dass kein Café in der Villa eröffnet wird. „Aber ich habe Verständnis dafür, dass die Eigentümer eine Verschnaufpause brauchen. Die Renovierung war sehr kostenintensiv.“

Termin:

Wer sich die renovierte Gründerzeitvilla einmal anschauen möchte, hat dazu am Samstag, 3. Oktober zwischen 10 und 18 Uhr Gelegenheit. Dann organisiert Manfred Sinning ein Fest in der Villa. Es gibt frisch gebackenen Flammkuchen und Apfelkuchen.

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