Drei Wege der Kinderrechte: Einzigartiges Projekt in Felsberg

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Kinder an die Macht: Das stand in großen Buchstaben auf weißen Tüchern am Felsberger Marktplatz. Unser Bild zeigt die Teilnehmer der Demonstration „Wir machen uns auf den Weg der Kinderrechte”. Der Zug durch die Altstadt endete nach einem Zwischenhalt im Rhododendrengarten im Mehrgenerationenhaus, das mit der Dreiburgen-Schule in den Kinderrechte-Weg einbezogen werden soll. 

Felsberg – Gensungen und Neuenbrunslar wird es ab 2020 jeweils einen Weg der Kinderrechte geben, an dem über alle Kinderrechte informiert wird.

Nach dem Vorbild der vier Archäologischen Pfade der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte werden bis zum Frühsommer 2020 an der Unteren Birkenallee in Felsberg mit Drei-Burgen-Schule sowie an den beiden anderen Schulen von der Jugendwerkstatt angefertigte Tafeln zum Thema Kinderrechte aufgestellt.

Das haben die Vorstandsmitglieder Jutta Inauen und Heike Miedler namens des Vereins Kinder-, Familien- und Seniorenfreundliches Felsberg (KiFaS) angekündigt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Projekt mit 10 000 Euro.

„In dieser Form ist der Weg der Kinderrechte bundesweit einmalig“, sagten Inauen und Miedler im HNA-Gespräch. Zum Auftakt haben sich zehn Kinder in einer Projektwoche mit drei Theaterpädagogen mit dem Thema befasst. Zum Schluss hieß es am Samstag: „Wir machen uns auf den Weg der Kinderrechte – kommt mit.“ Etwa 80 Kinder und viele Eltern folgten dem Aufruf. Der als Demonstration angemeldete Zug bewegte sich unter Begleitung der Polizei vom Evangelischen Jugendzentrum durch die Altstadt zum Mehrgenerationenhaus. Mehrfach wurden für kurze Zeit Straßen gesperrt. 

„Als kinder-, familien und seniorenfreundliche Stadt wollen wir mit dem Weg der Kinderrechte ein Zeichen setzen“, sagten Inauen und Miedler übereinstimmend. Recht auf ein Zuhause, Recht auf Privatsphäre, Recht auf Bildung – das klinge alles ganz selbstverständlich, betonte Jutta Inauen: „Die UN-Kinderrechtskonvention musste diese Rechte festschreiben, und in Deutschland wird erst seit 2010 das Kindeswohl bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, vorrangig berücksichtigt.“ 

Um Rechte in Anspruch nehmen zu können, müssten diese aber bekannt sein. Dazu wolle der Weg der Kinderrechte beitragen, sagte Inauen. Sie hat auf Initiative des Felsberger Kinder- und Frauenbeirats Fördergeld des Programms Landkultur des Bundesernährungsministeriums eingeworben.

Die ersten Schritte: Zehn Kinder konnten sich unter Anleitung von Theaterpädagogen ihren Rechten spielerisch annähern und auf die Demonstration vorbereitet werden. Dank der Zuschüsse könnten nunmehr gleich drei Wege der Kinderrechte erstellt werden. Eine Videodokumentation und eine Handlungsanleitung sorgen dafür, dass auch andere dieses Konzept nutzen können. Das Programm Landkultur erinnert nach den Worten Inauens an den Begriff der Heimatpflege. Dazu gehöre auch, Lebensqualität auf dem Land zu sichern.

Beim Zug durch die Stadt besichtigten die Kinder die Synagoge und „besetzten“ den seit mehr als fünf Jahren leer stehenden Ratskeller. „Hier entsteht bald ein Haus für alle Kinder“, schrieben sie an die Fensterscheiben und überreichten Bürgermeister Volker Steinmetz eine lange Liste mit Unterschriften. „Ich nehme den Vorschlag in den Magistrat mit“, versprach Steinmetz. 

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