Freiwillige Helfer werden gesucht

Garten für alle: In Hilgershausen gibt‘s Obst und Gemüse zum Selbsternten

Zu Gast im Garten der Begegnung in Hilgershausen: von links Nico Sattler, Brigitte Grote und Fiona Klobes.
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Zu Gast im Garten der Begegnung in Hilgershausen: von links Nico Sattler, Brigitte Grote und Fiona Klobes.

Kohl, Salat, Beeren: Im Hilgershäuser Garten der Begegnung ist derzeit allerlei Obst und Gemüse reif zum Ernten. Wer mag, darf gern vorbeikommen und sich etwas mitnehmen.

Hilgershausen – Es ist eine grüne Oase für alle Dorfbewohner: Der Garten der Begegnung in Hilgershausen wurde aus Anlass des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Jahr 2018 angelegt und besteht bis heute. Doch damit der Garten auch weiter Bestand hat, werden Helfer gesucht.

Die Idee war und ist, dass jeder Dorfbewohner im Garten mit anpacken kann – und im Gegenzug aber auch jeder sich an Gemüse und Früchten bedienen darf, die in Hochbeeten und auf dem kleinen Acker wachsen. „Ein Sinn des Gemeinschaftsgartens soll auch sein, dass die Jüngeren von den Älteren das Gärtnern lernen“, erklärt Heinz-Werner Grote, der oft im Garten mithilft.

Doch die Corona-Pandemie hat auch hier Spuren hinterlassen: „Anfangs waren wir hier mit 30 Leuten zugange, jetzt sind es nur noch um die zehn“, sagt Walter Kirchhoff, auf dessen Idee hin der Garten der Begegnung damals entstanden ist. „Die Leute trauen sich nicht, zu kommen.“ Eigentlich sollte es einen festen Termin einmal pro Woche geben, zu dem sich die Gartenhelfer treffen. Doch durch Corona sei das eingeschlafen. Immerhin gibt es eine Whatsapp-Gruppe, über die sich die Freiwilligen verabreden, um gemeinsam im Garten zu werkeln.

Kräuter, Gemüse und Obst in Hülle und Fülle: von links Walter Kirchhoff, Gertraud Buri und Heinz-Werner Grote wünschen sich, dass wieder mehr Hilgershäuser in den Garten der Begegnung kommen.

Ein weiteres Problem sei, dass viele Leute Hemmungen hätten, etwas im Garten zu ernten, wenn sie dort nicht vorher Unkraut gejätet hätten, erzählt Grote. Dabei sei das keine Voraussetzung. Auch, wer gerade keine Zeit für Gartenarbeit hat, darf sich - gegebenenfalls gegen eine kleine Spende - etwas Leckeres mitnehmen. „Es wäre doch schade, wenn Gemüse und Obst am Ende weggeworfen werden“, sagt Grote. Und davon gibt es im Garten der Begegnung wirklich mehr als genug. Die meisten Pflanzen sind von Dorfbewohnern gespendet worden, sie haben sie oft selbst aus Samen gezogen.

Angebaut werden zum Beispiel Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Rhabarber, Physalis, Knoblauch, Kartoffeln, Salat, Endivien, Möhren, Rot-, Weiß- und Blumenkohl, Sellerie, Radieschen, Kohlrabi, Bohnen, Kürbis und diverse Kräuter. Auch einen Apfel- und einen Pfirsichbaum gibt es. Nur die Tomaten sind in diesem Jahr leider nichts geworden: Sie lassen ihre braunen, schrumpeligen Blätter traurig hängen. „Wir wissen noch nicht, woran das liegt“, sagt Gertraud Buri, die Heinz-Werner Grote als „unsere gute Garten-Fee“ bezeichnet. Buri gehört fest zum Team der Gartenhelfer. Und sie kommt oft mit Kindern aus dem Dorf her, um ihnen die Pflanzen näher zu bringen: Sie zeigt ihnen dann, wie unterschiedlich Maggi-Kraut und Pfefferminz riechen, wie lecker die Beeren direkt vom Strauch schmecken und wie man sät und erntet. „Ich möchte mein Wissen weitergeben“, sagt Buri.

Eigentlich war in diesem Sommer auch ein Erdbeer-Tag mit Marmeladekochen für die Kinder geplant, doch auch da kam Corona dazwischen. Grote hofft, dass Anfang September, wenn die Kartoffeln auf dem Acker geerntet werden können, dafür ein Kartoffeltag stattfinden kann – mit allerlei Selbstgemachtem aus der Knolle.

Der Garten der Begegnung an der Straße In der Ecke in Hilgershausen ist auf einem 900 Quadratmeter großen Privatgrundstück entstanden. Der Eigentümer der Fläche hatte sie zur Verfügung gestellt. Bewässert werden die Pflanzen mit Grundwasser, das mit einer Pumpe nach oben befördert wird. Im Garten kann man nicht nur Unkraut jäten und Gemüse und Obst ernten, sondern auch schön verweilen: Dorfbewohner haben einige Sitzbänke gespendet, die rund um einen kleinen, gepflasterten Platz stehen. Seit Kurzem gibt es auch ein Holzhäuschen mit Terrasse. Dort können die Gartengeräte gelagert werden und es gibt Sitzgelegenheiten. Zudem soll ein Kühlschrank angeschafft werden. (Judith Féaux de Lacroix)

Kontakt: Wer sich für die Mitarbeit im Garten der Begegnung interessiert, kann sich an Walter Kirchhoff wenden, E-Mail: waki.kirchhoff@t-online.de

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