Tiere leben auf Bauernhof

Ein Platz für Schlappohren: Neue Auffangstelle für Kaninchen in Böddiger

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Sie nimmt herrenlose Kaninchen auf: Dominique Vith aus Böddiger kümmert sich in ihrer Auffangstation derzeit um 20 Tiere. Im Stall haben sie Auslauf und Unterschlupfmöglichkeiten.

Böddiger. Weil es für herrenlose Kaninchen nur wenige Anlaufstellen gibt, hat die 20-jährige Dominique Vith aus Böddiger jetzt die Initiative ergriffen. 

Für heimatlose Hunde und Katzen gibt es im Schwalm-Eder-Kreis mehrere Auffangstationen, darunter zum Beispiel das Tierheim in Beuern und die Katzenhilfe in Guxhagen. „Aber einen Platz für ausgesetzte Kaninchen zu finden, ist äußerst schwierig“, sagt Dominique Vith aus Böddiger. Die 20-Jährige betreibt auf dem Bauernhof ihrer Familie nun eine Auffangstation speziell für Kaninchen.

Als jüngst 31 Kaninchen im Wald bei Spangenberg ausgesetzt wurden (HNA berichtete), mussten diese zur Tiernothilfe nach Schwalmstadt gebracht werden, damit sie artgerecht untergebracht werden können. „Kaninchen brauchen sehr viel Platz, deshalb nimmt das Tierheim Beuern beispielsweise gar keine mehr auf“, sagt die junge Frau.

Auf dem Bauernhof in Böddiger habe sie genügend Platz für die Tiere. Eine große Hundehütte hat sie zum Stall umgebaut. Zwei Einzelställe gibt es derzeit für Neuankömmlinge. „Die neuen Tiere kommen erst einmal eine Woche lang in Quarantäne“, sagt die 20-Jährige, die ihre Auffangstation über die Internetplattform Facebook bekannt gemacht hat. Kerngesunde Tiere bekomme sie nie. „Viele werden einfach falsch gehalten, in engen Käfigen oder allein.“ Teilweise seien die Kaninchen verstört und hätten verfilztes Fell.

Böcke lässt Dominique Vith immer kastrieren, bevor sie sie zur Vermittlung freigibt. 50 Euro koste sie eine Kastration beim Tierarzt, für eine Schutzgebühr von zehn Euro gibt sie ein Tier ab. „Deshalb bin ich auf Spenden angewiesen“, sagt die junge Frau. Ohne Spenden könne die Auszubildende zur Krankenpflegerin die Auffangstation nicht finanzieren. Auch über Futterspenden freue sie sich.

Etwa 20 Kaninchen betreut Dominique Vith derzeit. Um noch mehr Platz zu schaffen, will sie noch Ställe anbauen. „Aber 100 Kaninchen kann ich natürlich auch nicht versorgen“, sagt sie. Dass Kaninchen immer wieder ausgesetzt werden, habe oft damit zu tun, dass die Tiere als Kuscheltiere an Kinder verschenkt würden. „Aber Kaninchen sind keine Kuscheltiere. Es reicht auch nicht, dass sie in einem kleinen Käfig wohnen“, sagt die Auszubildende, die sich seit vier Jahren mit den Tieren beschäftigt. „Sie brauchen viel Auslauf und Artgenossen um sich.“

Wenn sie falsch gehalten würden oder gegen ihren Willen abgekuschelt würden, könne es auch vorkommen, dass ein Kaninchen mal zubeißt. „Und wenn die Tiere dann nicht so sind, wie es sich die Leute vorgestellt haben, müssen sie weg.“ Eine Frau habe sogar schon angerufen und gedroht, dass ihr Mann das Kaninchen aussetzen wird, wenn sie es nicht aufnimmt. „Dann greife ich lieber vorzeitig ein.“ In der freien Natur hätten die Tiere keine Überlebenschance.

Kontakt: Dominique Vith, Unterdorfstraße 8, Felsberg-Böddiger, Tel. 0176-63439767, Facebook: „Kaninchenvermittlung – Schlappohren in Not“, Spendenkonto: IBAN: DE45 5205 2154 1030 3845 62

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