Aussetzen strafbar

Endstation Autobahnraststätte: Tierheim Beuern ist in Ferienzeit voll

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Trauriges Schicksal: Wie diesem Hund ergeht es vielen Tieren während der Ferienzeit. Immer wieder werden sie ausgesetzt, bevor die Urlaubsreise startet.

Melsungen. Die Koffer sind gepackt und das Auto ist fertig beladen. Aber wohin mit dem tierischen Familienmitglied? Im schlimmsten Fall endet die Reise von Hund und Katze an der Autobahnraststätte.

Immer wieder werden dort beispielsweise Hunde angebunden und ihrem Schicksal überlassen. Besonders in der Ferienzeit gibt es stets einen Zuwachs von herrenlosen Tieren. „Ob die Tiere extra wegen eines Urlaubs ausgesetzt wurden, können wir allerdings nicht bestätigen“, sagt Mandy Lindner, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Ein Heim für Tiere“ vom Tierheim Beuern.

Wie viele Tiere jedes Jahr im Schwalm-Eder-Kreis ausgesetzt werden, werde nicht erfasst, so Lindner. Denn wenn ein Fundtier abgegeben wird, und sich kein Besitzer meldet, könne man nur spekulieren, dass das Tier ausgesetzt worden sei. In der Regel meldeten sich Hundebesitzer innerhalb von 24 bis 48 Stunden bei der Polizei oder dem Tierheim, um ihr vermisstes Familienmitglied wieder zu finden, sagt Lindner.

Der lang geplante Familienurlaub sei kein Grund, um das eigene Haustier auszusetzen, ärgert sich die Tierheimmitarbeiterin. Denn wenn im Familien- oder Freundeskreis in der Zeit niemand für das Tier sorgen könne, gebe es zum Beispiel die Möglichkeit, es in einer Tierpension abzugeben. „Der Urlaub steht nicht plötzlich vor der Tür, sondern wird geplant. Da sollte es möglich sein, eine Betreuung für sein tierisches Familienmitglied zu finden“, sagt Lindner.

Wer ein herrenloses Tier findet, sollte auf jeden Fall die Initiative ergreifen, sagt der Vorsitzende des Vereins Ralf Pomplun. Der Eigenschutz gehe allerdings vor. Gerade bei Hunden sollte man vorsichtig sein. „Wenn dieser beispielsweise bellt, sollte man ihn besser nicht anfassen, sondern direkt die Polizei verständigen.“ Die Polizei setze sich dann mit der zuständigen Behörde in Verbindung.

Ein Tier auszusetzen ist übrigens strafbar und kann mit bis zu 25 000 Euro Geldstrafe geahndet werden. Für die Pfleger im Tierheim sind Fundtiere mit einem großen Problem verbunden: Denn über das Alter, Wesen oder die Krankheiten des Tieres sei nichts bekannt. Erst nach einiger Zeit im Tierheim lernen die Pfleger den Charakter des Tieres kennen, erklärt Lindner. Die erste Zeit sei deshalb sehr schwierig.

Wer sein eigenes Tier im Heim abgibt, müsse keinen Grund angeben, sagt Lindner. „Aber wir fragen natürlich nach, warum derjenige nicht mehr für sein Haustier sorgen kann. Ob die Gründe der Wahrheit entsprechen, wissen wir nicht.“ Meist begründeten die Tierbesitzer die Abgabe mit Überforderung, Allergien oder Zeitmangel.

Von Yasmin Höse

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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