Erstmals seit Jahren wieder Überschuss im Felsberger Haushalt

Gute Nachrichten aus dem Felsberger Rathaus: Der Haushalt wird 2015 wohl zum ersten Mal seit Jahren wieder ausgeglichen sein. Archivfoto: Féaux de Lacroix

Felsberg. Die Stadt Felsberg kann für 2015 voraussichtlich einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen - zum ersten Mal seit 2009.

Mit diesem positiven Ergebnis war eigentlich erst für den Haushalt 2018 gerechnet worden.

Für das kommende Jahr werde ein Haushaltsüberschuss von 600.000 Euro erwartet, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz gestern gegenüber der HNA. Er wird den Haushaltsplan am heutigen Donnerstag ab 19.30 Uhr in der Stadtverordnetenversammlung im Bürgersaal vorstellen.

Es war höchste Zeit für eine Verbesserung der Felsberger Haushaltslage: 2013 hatte die Finanzaufsicht des Schwalm-Eder-Kreises die Drei-Burgen-Stadt wegen der desolaten Situation scharf gerügt. Sie drohte damit, künftige Felsberger Haushaltspläne nur noch unter Auflagen zu genehmigen, wenn das Defizit nicht reduziert werde.

Die Stellungnahme der Finanzaufsicht las sich düster: „Die Stadt Felsberg wird aller Voraussicht nach nicht nur bis zum Jahr 2016, sondern wohl auch darüber hinaus permanent erhebliche Jahresfehlbeträge verbuchen müssen.“

Diese schlechte Prognose wird die Stadt Felsberg mit dem Haushaltsplan 2015 wohl widerlegen. Steinmetz stellte allerdings klar: „Der ausgeglichene Haushalt bedeutet für uns lediglich eine leichte finanzielle Verschnaufpause.“ Der Schuldenstand bleibe mit 29,1 Millionen Euro - das sind 2732 Euro pro Kopf - immer noch sehr hoch. Deshalb müsse die Stadt weiter nach Wegen zur Haushaltskonsolidierung suchen. Die Einwohner würden dazu schon jetzt einen großen Beitrag leisten: Der Gewerbesteuersatz liegt bei 380 Prozent, der Grundsteuersatz bei 500 Prozent - und damit über dem hessischen Durchschnitt. Zudem kommt auf die Bewohner der Drei-Burgen-Stadt eine Erhöhung der Abwassergebühren zu.

Die Einnahmen belaufen sich 2015 voraussichtlich auf 19,1 Millionen Euro, dem stehen Ausgaben von 18,5 Millionen Euro gegenüber. Grund für den Haushaltsüberschuss sind vor allem die Schlüsselzuweisungen, die um 950 000 Euro steigen. Zudem erhöhen sich die Einnahmen aus der Einkommenssteuer um 340 000 Euro. Gleichzeitig steigen aber die Kreisumlage um 180 000 Euro und die Schulumlage um 97 000 Euro - beides belastet den Haushalt der Stadt. Steinmetz sagte, es sei nicht sicher, dass sich die ausgeglichene Haushaltslage fortsetzen werde. Durch die Neuberechnung des Kommunalen Finanzausgleichs werde Felsberg künftig schlechter gestellt.

Von Judith Féaux de Lacroix

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