Abriss nach Straßensanierung 

Ein Herzstück des Dorfes: Altenburger baute Infotafel aus Eigeninitiative wieder auf

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Freuen sich, dass die Infotafel von Passanten gerne angenommen wird: Das Ehepaar Susanne und Frank Bähr aus Altenburg. Sie haben auf ihrem Grundstück eine neue Infotafel in Eigenleistung aufgebaut, nachdem die alte Tafel abgerissen wurde. 

Es ist eine Herzensangelegenheit für Frank Bähr: Der Altenburger hat eine neue Infotafel über die Altenburger Ortsgeschichte auf seinem Grundstück aufgestellt. 

Das Grundstück liegt direkt  an der Schlossstraße – mitten im Herzen des kleinen Ortes. Sein Schwiegervater Heinz Richter (1926 - 2005), der ehemalige Ortsvorsteher Altenburgs, hatte die Idee für die Informationstafel und bestückte sie fortlaufend mit neuen Informationen. Damals befand sie sich noch auf dem Bürgersteig der Straße. Im Laufe der Straßensanierung im Jahr 2017 musste sie jedoch abgerissen werden.

„Doch irgendwie fehlte dann etwas“, erzählt Frank Bähr. Die Infotafel gehöre einfach zu der 23-Einwohner-Gemeinde. Frank Bähr kaufte das Material für die Holztafel, das Gestell baute Frank Bährs Schwiegersohn Sven Plett. Der 34-Jährige ist Zimmermann. Vor drei Jahren hatte er einen Arbeitsunfall und sitzt seitdem im Rollstuhl. In seiner Scheune stellte er das Gestell trotz seiner Behinderung innerhalb von zwei Wochen her. 

„Das ist mehr als bemerkenswert“, erzählt Frank Bähr. Die ganze Gemeinde schätze das Engagement des jungen Mannes, sagt Bähr, der seinen Stolz über die Arbeit kaum in Worte fassen kann. Auch Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz lobte die Arbeit, die weit über das normale Bürgerengagement hinaus gehe.

War sein Lebenswerk: Altenburgs ehemaliger Ortsvorsteher Heinz Richter hatte die Infotafel aufgebaut und gepflegt.

Frank Bährs Schwiegervater Heinz Richter hatte in den 1990er-Jahren angefangen, die Chronik und Zeitungsartikel in der Infotafel aufzuhängen, die die Ereignisse in der kleinen Ortschaft dokumentieren. So findet man dort beispielsweise Artikel über die Bombardierung der Edersee-Sperrmauer im Mai 1943, die für Altenburg enorme Folgen hatte. An der Stelle des heutigen Altenburger Dorfgemeinschaftshauses stand früher der Hof Freudenstein – die Fluten zerstörten damals alles. 

Fast vier Meter hoch war die Flutwelle, die Altenburg wie eine Sintflut traf. Das ist nur eine der eindrucksvollen Geschichten, die aus der Infotafel zu lesen sind. Heute füllt das Ehepaar Bähr den Infokasten immer mal wieder mit neueren Artikel aus der Zeitung. „Viele Spaziergänger und Radfahrer bleiben stehen. 

Es freut mich besonders, wenn das Angebot angenommen wird“, sagt Bähr. Für ihn war es besonders wichtig, die Infotafel wieder ins Leben zu rufen. Es sei das Lebenswerk seines Schwiegervaters gewesen.

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