Zu viele Autos fahren durch die Anliegerstraße

Felsberger fordern Schranke in Anliegerstraße Zur Reithalle

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Von der Lohrer Straße aus: Ina Jünemann passiert auf ihrer Spaziergehrunde mit ihrem Sohn täglich mehrmals die Straße „Zur Reithalle“ und ärgert sich über vorbeifahrende Autos. 

Wenn Ina Jünemann und ihre Freundin Dunja Berghöfer-Otto mit ihren kleinen Kindern spazieren gehen, landen sie schon mal mitsamt Kinderwagen im Graben - und das wegen schnellen Autos.

Denn obwohl die Straße Zur Reithalle nur Anliegern zur Verfügung steht, „brettern“ hier häufig Autos durch.

So äußern sich die beiden Frauen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander und in nächster Nähe zur Anliegerstraße wohnen.

Mit ihrem drei Monate alten Sohn geht Ina Jünemann (39) mehrmals am Tag spazieren. Zu ihrer Route gehört auch die Anliegerstraße. Pro Spaziergang kämen mindestens zwei Autos vorbei, zu manchen Tageszeiten wesentlich mehr, etwa abends, wenn in der Turnhalle Training stattfinde. „Größtenteils rasen die Autos an einem vorbei, als ob man hier als Spaziergänger verkehrt wäre“, teilt sie verärgert mit.

Dabei beobachtet sie, dass nur wenige Autos davon zur Reithalle wollen. Sehr viele wollten zur Sporthalle oder zum Angeln zu den Teichen. „Eine Frau fährt täglich mehrfach mit ihrem Auto bis zur Reithalle, parkt und geht dann mit dem Hund spazieren.“ Das könne sie nicht nachvollziehen.

Dunja Berghöfer-Otto (39), die dort mit ihrem sieben Monate alten Sohn und der dreijährigen Tochter oft ab spätem Nachmittag unterwegs ist, sagt, dass es meist junge Leute seien, unter anderem auf dem Motorrad, die durch die Anliegerstraße „rasen“ würden. Etwa, um sich an der Sporthalle mit anderen Jugendlichen zu treffen.

Anwohnerin Dunja Berghöfer-Otto mit ihrem Sohn.

„Bin ich mit dem Doppelkinderwagen unterwegs, muss ich oft in den Straßengraben ausweichen“ – in den Matsch, wo auch häufig Hundekot liegt. Besonders an der Reithalle, wo die Straße eine Kurve mache, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. „Die Autofahrer können ja nicht um die Kurve schauen.“ Da habe es schon einige Vollbremsungen gegeben.

Gerade am Wochenende seien in der Straße viele Felsberger zu Fuß unterwegs, um zu den Teichen zu gelangen oder um die Birkenallee Richtung Altenburg zu erreichen, ergänzt Jünemann. Darunter seien auch viele ältere Menschen, die mit ihrem Rollator auf dem geteerten Weg besser laufen könnten.

Berghöfer-Otto habe sich bereits an das Ordnungsamt gewandt. Das Ergebnis: Eine Verkehrszählung ohne Konsequenzen. „Kann man hier nicht mit einer Schranke einen Riegel vorschieben“, fragt sich Ina Jünemann.

„Beschwerden sind mir nicht bekannt“, sagt Frank Werner, Leiter des Ordnungsamts Melsungen, das auch für Felsberg zuständig ist. Eine Straße gehöre der Öffentlichkeit und von dieser sei sie auch nutzbar. „Ich kann auch sagen, da hinten möchte ich mir einen Baum ansehen und habe damit ein Anliegen.“

„Schleichverkehr kennen wir“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz auf Nachfrage. Das Ordnungsamt werde sich die Situation ansehen. Es müsse geklärt werden, von wo der Verkehr kommt und in welchem Umfang die Straße befahren werde.

„Wenn jemand ein Anliegen, etwa in der Sporthalle hat, dann darf er durch die Anliegerstraße fahren“, teilt Polizeisprecher Markus Brettschneider auf HNA-Anfrage mit. Ein Problem vor Ort sei ihm nicht bekannt und aus Sicht der Polizei seien keine verkehrsrechtlichen Vorkehrungen erforderlich. Die Idee mit der Schranke wolle er nicht kommentieren. Den Treffpunkt der Jugendlichen habe man aber im Blick. „Bei Kontrollen hatten wir bislang nur einen geringen Anteil von Verstößen.“

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