Beschluss der Stadtverordneten

Felsberg kauft EAM-Anteil - FDP und Grüne stimmen dagegen

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Zustimmung: Die Mehrheit der Felsberger Stadtverordneten befürwortete eine Beteiligung an der EAM. Unser Foto zeigt die Betriebsstelle in Hofgeismar.

Felsberg. Die Stadt Felsberg wird sich an dem regionalen Energieversorger EAM beteiligen. Das haben die Felsberger Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.

Gegen die Beteiligung stimmten die Fraktionsmitglieder von FDP und Grünen. Das finanzielle Risiko sei zu groß, so das Argument der Gegner: Denn die Stadt muss zwar für den Kauf der Anteile vorerst nur 971 Euro zahlen - aber auch eine Bürgschaft in Höhe von sechs Millionen Euro übernehmen. Zugleich hätte die Stadt kaum Möglichkeiten, an Entscheidungen bei der EAM mitzuwirken, kritisierten Grüne und FDP.

Die Befürworter von SPD, CDU und FWG hielten dem entgegen, dass es bei der Stromversorgung um ein Stück Daseinsvorsorge gehe, das man nicht allein der Privatwirtschaft überlassen dürfe. Außerdem sei die Beteiligung an der EAM eine Einnahmequelle für die Stadt.

Wieviel Gewinn Felsberg tatsächlich zu erwarten hat, ging aus den Sitzungsunterlagen allerdings nicht hervor. Stephan Bürger (SPD) sagte aber, Felsberg könne über die EAM in den kommenden 25 Jahren 7 Millionen Euro erwirtschaften. Dies leitete er aus Berechnungen für Borken ab, die einen etwas größeren Anteil an der EAM kauft: Dort werde der Ertrag auf 8 Millionen Euro geschätzt.

Bürgermeister Volker Steinmetz erinnerte daran, dass es zur Beteiligung an der EAM auch eine Alternative gegeben hätte: Die Fulda-Eder-Energie (FEE), der sich außer Felsberg alle Kommunen im Altkreis Melsungen angeschlossen hatten. „Ich hoffe, dass die EAM-Beteiligung der richtige Weg für Felsberg ist“, sagte Steinmetz.

Bis zu 49,99 Prozent der Anteile an der EAM GmbH & Co. KG können von Kommunen übernommen werden. Von diesen knapp 50 Prozent übernimmt Felsberg wiederum einen Anteil von 3,88 Prozent - der Felsberger Anteil an der Gesamt-GmbH beläuft sich damit nur auf etwa 1,9 Prozent.

Stimmen zur EAM-Beteiligung:

„Ich stehe der Sache sehr kritisch gegenüber. Wir gehen mit der Beteiligung an der EAM ein hohes Risiko ein. “ (Jochen Pschibul, Grüne)

„Ich halte die Risiken für kalkulierbar.“ (Dr. Michael Schüte, CDU)

„Wir sind Geburtshelfer eines bürokratischen Monsters.“  (Werner Rippel, FDP)

„Ein Unternehmen, das nur auf Gewinn ausgerichtet ist, investiert nicht in den Bestand. Schauen Sie sich doch an, was bei der Deutschen Bahn passiert.“  (Dr. Michael Schüte, CDU)

„Wenn sich mit der EAM so prima Geld verdienen lässt - warum will Eon sie dann verkaufen?“  (Werner Rippel, FDP)

„Eon braucht flüssiges Geld - deshalb verkauft sie die EAM.“  (Stephan Bürger, SPD)

„Die EAM war schon immer mit Felsberg verbunden. Viele Felsberger haben dort gearbeitet.“  (Werner Plass, FWG)

Von Judith Féaux de Lacroix

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