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Klaus Winter aus Felsberg ist mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden

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Von: Manfred Schaake

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Freuen sich über die Auszeichnung für Klaus Winter: von links Margret und Klaus Winter, Landrat Winfried Becker, Fritz Winter, Ulla Winter, Uli Winter, Jonathan Winter, Anja Horn und Maja Winter. Bereits 2003 war Winter mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden.
Freuen sich über die Auszeichnung für Klaus Winter: von links Margret und Klaus Winter, Landrat Winfried Becker, Fritz Winter, Ulla Winter, Uli Winter, Jonathan Winter, Anja Horn und Maja Winter. Bereits 2003 war Winter mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. © Manfred Schaake

Als Vorbild für die Allgemeinheit hat im Stadtarchiv Felsberg Klaus Winter (78) aus Heßlar die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekommen.

Felsberg/Heßlar – Der Bundespräsident hat sie ihm „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ verliehen. Landrat Winfried Becker überreichte ihm die Medaille.

„Es ist gut, dass es Menschen wie dich gibt, die mehr als ihre Pflicht tun“, sagte Becker zu dem 78-Jährigen. Beide haben etwas gemeinsam: Sie waren vor vielen Jahren Hauptamtsleiter – die rechte Hand der Bürgermeister. „Du hast den Menschen viel gegeben und kannst stolz auf deine großartige Lebensleistung sein.“, sagte der Landrat. „Du warst oft weg und deine Frau hat es toll mitgetragen.“

Rechnet man die ehrenamtliche Tätigkeit Winters in 13 verschiedenen Funktionen zusammen, kommt man auf 205 Jahre. Von 2002 bis 2017 war er Schiedsmann für Felsberg. In dieser Funktion schlichtete er zivilrechtliche Verfahren und „kleinere“ strafrechtliche Angelegenheiten. Becker sagte: „Er ersparte vielen Rechtssuchenden den Gang zum Gericht.“

Schon vor seinem Grundwehrdienst war Winter Vorsitzender der Jungsozialisten im Kreis Melsungen, danach im Vorstand der SPD Heßlar und als Rentner Schriftführer der SPD-Stadtverordnetenfraktion Felsberg.

Seit 2001 ist Winter ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs, das im Zuge der Lokalen Agenda entstand. Seit 2012 ist er Vorsitzender des Fördervereins Stadtarchiv. „Ihr seid jeden Tag hier, das ist eine immense Leistung, eine großartige Arbeit“, sagte der Landrat zum Archiv-Team.

Das Archiv stehe allen Interessierten sowie Vereinen zur Verfügung, erfasst und archiviert alle zur Verfügung gestellten wichtigen Dokumente, Schriftstücke und Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Felsberg und ihrer Stadtteile. Die durch die Mitglieder organisierten themenbezogenen öffentlichen Foto- und Dokumentenausstellungen werden oft durch Reden und Vorträge Winters begleitet.

Seit 1981 ist Winter Mitglied im Verein Trachtengruppe Heßlar, war mehr als 20 Jahre lang Schriftführer und Erster Vorsitzender. „Nach wie vor gestaltet er zusammen mit seiner Ehefrau das Vereinsleben maßgeblich“, sagte der Landrat auch im Zusammenhang mit der Pflege und Erhaltung des vereinseigenen Museums und der heimatkundlichen Sammlung. Becker lobte besonders Winters Tätigkeit von 1971 bis 1996 als Vormund und Betreuer eines psychisch kranken Mannes.

Weitere Ehrenämter: Wanderverein Schwalbe Bergheim 1922, Feuerwehren Bergheim und Heßlar, Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege, EU-Forum Nordhessen, Prüfungsausschuss für Kraftfahrzeug-Technikermeister der Handwerkskammer Kassel. Solches Engagement trage zu einer guten Lebensqualität der Menschen bei und dazu, „dass unsere Demokratie stabil ist“, sagte Becker.

Klaus Winter beschreibt seine Motivation so: „Ich wollte im Interesse der dörflichen Gesellschaft mitgestalten, ich wollte Mitverantwortung übernehmen, wo Hilfe gebraucht wird in unserer sozialen Gesellschaft.“ Als Schiedsmann brauche man auch seelsorgerische Fähigkeiten, verriet Winter aus Begegnungen mit Menschen. Geprägt habe ihn der frühere Landrat Franz Baier, den er schon „als Stift“ im Landratsamt kennengelernt habe.

Baier wurde aus dem Sudetenland vertrieben und war viele Jahre Landrat des Kreises Melsungen und dann unter August Franke Vizelandrat. Was Winter besonders freut: Im Urlaubshotel am Bodensee wurde er mit den Worten verabschiedet: „Behalten Sie Ihre Jugendlichkeit.“ (Manfred Schaake)

Das ist Klaus Winter

Klaus Winter (78) wurde in Spangenberg-Bergheim geboren und lebt seit 1967 in Heßlar. Nach dem Besuch der Volksschule und einer Privathandelsschule in Kassel absolvierte er eine Verwaltungsausbildung beim Landkreis Melsungen. Bevor er ab 1971 für 30 Jahre als Haupt- und Personalamtsleiter zunächst bei der damals noch selbstständigen Gemeinde Gensungen und dann der Stadt Felsberg arbeitete, war er viele Jahre im Rechnungsprüfungsamt des Kreises Melsungen tätig. Die Entwicklung der Gebietsreform im Edertal kennt er bestens. Er war auch an der 1986 erschienenen Festschrift zur 700. Wiederkehr der Nennung Felsberg als Stadt beteiligt.

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