Das war eine Herzenssache:

Neuenbrunslarer Ortsvorsteher Hilmar Löber tritt zurück

Tritt als Ortsvorsteher in Neuenbrunslar zurück: Hilmar Löber. Foto: linett hanert

Ein unbeschriebenes Blatt in der Felsberger Politik ist Hilmar Löber definitiv nicht. Auf kommunalpolitischer Ebene eckt der SPD-Mann oft an, versucht seinen Willen durchzusetzen.

Nach 26 Jahren – mit vier Jahren Unterbrechung – nimmt er nun Abschied von einem seiner Ämter. Als Ortsvorsteher in Neuenbrunslar tritt er zurück. „So langsam will ich zur Ruhe kommen“, erzählt Löber. Als einfaches Mitglied bleibt er aber im Ortsbeirat. „Ich will aber nicht den Oberlehrer spielen, sondern eine Hilfe sein“, sagt der 66-Jährige.

Politisch aktiv seit der Jugend

Politisch aktiv ist Löber schon seit seiner Jugend. 1976 zog er aus Besse nach Neuenbrunslar. „Die Neuenbrunslarer wussten, dass ich mich bereits politisch engagierte und fragten, ob ich nicht auch in Neuenbrunslar etwas tun möchte“, erzählt Löber. 1990 ist er in den Felsberger Magistrat gewählt worden. „Zu dieser Zeit habe ich die Stadt und Neuenbrunslar sehr gut kennengelernt“, sagt der ehemalige Verwaltungsfachangestellte. Der ehemalige Bürgermeister, Klaus Stiegel, war ihm dabei eine große Hilfe. „Da entstand ein gutes Vertrauensverhältnis.“ 1994 wurde er für dieSPD in die Felsberger Stadtverordnetenversammlung und zugleich zum Ortsvorsteher gewählt.

Engagement in Neuenbrunslar

In den vergangenen Jahren sei mit seiner Hilfe in Neuenbrunslar viel geschehen. „Es war nicht immer einfach“, sagt Löber. In den 1990er-Jahren hatten die Neuenbrunslarer so gravierende Probleme mit der Wasserversorgung, „dass die Straßen aufgerissen werden mussten“, sagt Löber. In den Folgejahren wurde der Bau eines Hochwasserbehälters realisiert. „Da hat es viel Vermittlungsarbeit meinerseits benötigt“, erinnert er sich.

Was Löber in ganz besonderer Erinnerung bleibt, ist die 850-Jahr-Feier 2004. „Die Organisation des Festes hat unser Dorf über Jahre zusammengeschweißt.“

Ein Jahr zuvor hätten die Kanalbauarbeiten in Neuenbrunslar starten sollen. „Das wollte ich aber nicht vor unserem großen Fest“, sagt Löber. Er wusste die Arbeiten auf das Folgejahr zu verschieben. Die Kanalbauarbeiten haben sich bis 2016 gezogen. „Was anfangs wirtschaftlich noch erschwinglich war, wurde zur Zerreißprobe“, sagt Löber. Die Weinbergstraße haben die Neuenbrunslarer auf Löbers Initiative und mit Blick auf den Felsberger Haushalt in Eigenregie gepflastert. „Auch für die Anwohner war es dann besser“, sagt er.

Eine der jüngeren Erfolge ist der Anbau an der Grundschule am Kirschberg sowie die Gründung des Vereins Familienhaus Neuenbrunslar. „Die Grundschule ist unser Juwel“, sagt er. Bei Eltern und Kindern ist das Neuenbrunslarer Konzept so beliebt, dass die Zahl der Schulanmeldungen steige und „viele junge Familien bei uns wohnen wollen“, sagt der 66-Jährige.

Nicht alles ging immer so reibungslos über die Bühne. In Eigenregie habe er damals eine Firma beauftragt, die das Problem mit dem Flutgraben in den Griff bekommen sollte. „Der Bürgermeister war sauer – da habe ich eine Rüge kassiert, die Landwirte waren aber zufrieden – also alles richtig gemacht“, sagt Löber.

Den Bau eines Feuerwehr- und Schützenhauses, die Erweiterung des Friedhofes sowie den Bau des Abenteuerspielplatzes schreibt sich Löber gerne auf die Fahne. „Das waren Herzensangelegenheiten“, sagt er. Für die Zukunft wünscht sich Löber, dass der Abenteuerspielplatz zu einem Platz für mehrere Generationen ausgebaut wird. „Wir werden sehen, was noch alles passiert.

Kirsten KonhäuserOrtsvorsteherin

Kirsten Konhäuser (45) ist ab sofort die neue Ortsvorsteherin in Neuenbrunslar. Sie ist Bilanzbuchhalterin und war bislang Löbers Stellvertreterin.

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