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Felsberger Ortsbeirat will lokale Wirtschaft ankurbeln

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Felsbergs Ortsvorsteher Klaus Döll sieht in einem Ausbau des Campingplatzes eine Chance, den Tourismus voranzutreiben.
Felsbergs Ortsvorsteher Klaus Döll sieht in einem Ausbau des Campingplatzes eine Chance, den Tourismus voranzutreiben. © William Abu El-Qumssan

Sie haben immer ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Ort beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie Ortstermin stellen wir sie, ihren Ort und ihre Ziele in loser Folge vor. Heute: Felsberg.

Felsberg – „Felsberg hat viel Potenzial“, sagt Ortsvorsteher Klaus Döll. „Man muss nur etwas daraus machen.“ Der 68-Jährige ist in der dritten Periode Vorsteher im neunköpfigen Felsberger Ortsbeirat. Döll beschreibt den Ortsbeirat als ein Team, dass sachbezogen sehr gut zusammenarbeitet. Gemeinsam versuchen sie stets, ein gutes Ergebnis im Sinne von Felsberg zu erzielen und das von ihm genannte Potenzial zu nutzen.

Einzelne Mitglieder sind laut Döll in verschiedenen Arbeitsgruppen (AG) engagiert. So gebe es eine AG für den Abenteuerspielplatz beim Baugebiet Triesch. Außerdem sind drei der Ortsbeiräte in einer AG aktiv, die sich mit Datenschutz beschäftigt.

In der Gruppe sind Mitglieder aus den Ortsbeiräten anderer Felsberger Stadtteile vertreten. Gemeinsam arbeiten sie an einem Konzept, wie sich die Stadtteile aus datenschutz-rechtlicher Sicht in sozialen Netzwerken präsentieren.

Was die etwa 2500 Einwohner starke Kernstadt von Felsberg auszeichnet und was es noch zu tun gibt, dazu nennt Döll folgende Themen:

Engagement

Wovon es in Felsberg laut dem Ortsvorsteher viel gibt, ist ehrenamtliches Engagement. „Wir haben hier ein lebendiges Vereinsleben, das dem demografischen Wandel trotzt.“ Außerdem hebt Döll die Hilfe untereinander hervor.

Er nennt als ein Beispiel die Familie Rietschle, die in der Kernstadt ein Autohaus und eine Tankstelle betreiben. Döll berichtet von mehreren Fällen, in denen Mitarbeiter der Firma „alles stehen und liegen gelassen haben“, um zu helfen. „Sie sind immer da.“ Zu Ehren des kürzlichen gestorbenen Horst Rietschle sei auch eine ihm gewidmete Bank geplant.

Ebenso wichtig seien kleinere Gesten, die zeigen, dass die Menschen in Felsberg Hand in Hand arbeiten. „Der Mülleimer auf dem Robert-Weinstein-Platz wird von den Mitarbeitern des Eiscafé Venezia geleert“, sagt Döll. Das Eiscafé liegt genau gegenüber und die Eis- und Kaffeebecher würden gerne mit zu den Sitzmöglichkeiten auf den Robert-Weinstein-Platz genommen.

Der Einsatz der Felsberger zeige sich auch in der Pflege des Rhododendrongartens, der in Eigenarbeit der Felsberger Vereinsgemeinschaft gepflegt wird.

Rahmt das Wahrzeichen der Stadt Felsberg ein: das Ars-Natura-Kunstwerk „Die Schlüsselfrau“ im Rhododendrongarten.
Rahmt das Wahrzeichen der Stadt Felsberg ein: das Ars-Natura-Kunstwerk „Die Schlüsselfrau“ im Rhododendrongarten. © William Abu El-Qumssan

Sehenswürdigkeiten

Besonders in voller Blüte ist der Rhododendrongarten für Döll einer der Höhepunkt in Felsberg. Doch auch außerhalb der Blütezeit kommen viele Menschen in den kleinen Park. Senioren aus dem nahegelegenen Altenpflegeheim kommen laut dem Ortsvorsteher gerne dort hin: „Er ist wie eine Art Therapie-Garten.“ Auch der Burgblickplatz sei ein beliebter Ort in der Kernstadt.

Was Döll sich aber wünscht, sind mehr Schilder, die auf Felsbergs Hingucker hinweisen. „So machen wir uns für Touristen attraktiver“, sagt er. So zum Beispiel auch zur bald fertig sanierten Synagoge. So etwas Besonderes müsse besser beworben werden.

Wirtschaft

Im Tourismus sieht Döll auch das größte Potenzial, um Felsbergs Wirtschaft anzukurbeln. Dafür sei es notwendig, den Campingplatz auszubauen. Dazu biete sich die direkt angrenzende Fläche vom alten Bolzplatz an. Aktuell sei auf dem Campingplatz nur Raum für sechs Wohnwagen. Die Lage sei jedoch ideal: Das Schwimmbad ist gleich nebenan und in der nahe gelegenen Sporthalle könnten Indoor-Aktivitäten angeboten werden.

Apropos Sporthalle: „Für die wünsche ich mir einen neuen Anstrich. Das sieht sehr nach Industrie aus“, erklärt Döll. Zusammen mit einem inklusiven Spielplatz am Rhododendrongarten, den sich Döll dort gut vorstellen kann, würde so eine Art Felsberger Touristik-Zentrum entstehen.

Dieser Wunsch kollidiert allerdings mit den Plänen der Stadt Felsberg: Auf dem alten Bolzplatz soll bald eine neue Kita gebaut werden (wir berichteten). Döll: „Wenn der Kindergarten dort gebaut wird, ist auch klar, dass der Campingplatz für immer so bleiben wird, wie er jetzt ist.“ (William Abu El-Qumssan)

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