Klimaschutzprojekt

„Mehr Gewerbe muss her“: Felsberger Stadtentwicklungsgesellschaft stellt Konzept vor  

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Mehr Gewerbe, besserer Klimaschutz, weniger Belastung in der Altstadt: Die Stadtentwicklungsgesellschaft will Felsberg voranbringen. 

Die Stadtentwicklungsgesellschaft in Felsberg stellt in Kürze ein neues Nutzungskonzept für den Ratskeller vor. Die Energiewende soll weiter vorangetrieben werden. 

Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) ist Martin Graefe aus Guxhagen. Die Gesellschaft besteht seit November 2018 und ist in der Rechtsform einer unselbstständige Stiftung. Stifter sind die Stadt Felsberg, die Kreissparkasse Schwalm-Eder und die VR PartnerBank Chattengau-Schwalm-Eder.

Die SEG entstand aus der Teilnahme an einem Klimaresilienzprojekt unter der Führung der Universität Bremen. Mit dem Projekt soll untersucht werden, wie die Energiewende weiter vorangetrieben werden kann. Auch Wolfhagen und Hofgeismar sind Teil des Programmes (HNA berichtete). Die SEG, die nach Aussagen Graefes überparteilich ist, strebe eine enge Zusammenarbeit mit allen vertretenen Parteien im Stadtparlament an. Wir stellen die Arbeit der SEG vor.

Klimaprojekt

Derzeit sei die SEG mit der Entwicklung neuer Energieträger befasst. „Das erste halbe Jahr haben wir uns auf das Klimaprojekt gestürzt“, sagt Graefe. Mit dem Klimaresilienzkonzept soll vorrangig festgestellt werden, inwiefern eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm zu bauen ist, erklärt Graefe. „Ob die Anlage nur für Felsberg alleine oder interkommunal konzipiert wird, soll gerade analysiert werden“, sagt Graefe. Hintergrund sei die Verschärfung der Klärschlammverordnung. Die Laufzeit für das Projekt der Universität beträgt drei Jahre. 

Martin Graefe,SEG Felsberg, Geschäftsführer

Die Finanzierung der SEG laufe über das Projekt. „Wir werden in dieser Zeit noch versuchen, uns ein weiteres Standbein aufzubauen“, erklärt Graefe. Bei der Erzeugung von umweltfreundlichem Strom nehme die Stadt Felsberg bislang eine Spitzenstellung ein. Das teilte die EAM auf Anfrage der HNA mit. 88 Prozent des Verbrauchs der Dreiburgenstadt seien im Jahr 2017 aus erneuerbarer Energie erzeugt worden – ohne die sechs Anlagen des Windparks Beuerholz.

Ratskeller

Für die Nutzung des Ratskellers in Felsberg hat die SEG ein Konzept erarbeitet, das nun dem Magistrat vorgelegt werden soll. Unter dem Thema „Ratskeller seit fünf Jahren geschlossen” hatte der Ortsbeirat das Thema erneut auf der Tagesordnung. Ziel des SEG-Konzeptes ist die Vermarktung des Ratskellers, für den sich seit nunmehr über fünf Jahren kein Pächter mehr gefunden hat. Ein wichtiges Thema seien auch die Parkplätze. Die jetzige Situation sei nicht optimal.

Auch der Brandschutz sei ein immer wiederkehrender Knackpunkt. Der Brandschutz im Ratskeller wurde im Jahr 2013 bei einer Begehung mit Vertretern des Schwalm-Eder-Kreises überprüft. „Mängel wurden im Zuge der damaligen Verpachtung beseitigt.“ Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung an Ortsvorsteher Klaus Döll hervor, der danach gefragt hatte.

Die technische Ausstattung des Brandschutzes sei trotz Leerstandes regelmäßig gewartet worden. Der Stand des Brandschutzes beziehe sich auf die letzte Nutzung als Gaststätte mit Fremdenzimmern. Eine Änderung der räumlichen Nutzung gilt laut Stadtverwaltung als Eingriff in den Bestand.

Graefe erklärt, dass der Ratskeller sowohl für gastronomische Zwecke, als auch andere Gewerbe genutzt werden soll. „Da hoffen wir auf vielfältige Möglichkeiten“, sagt Graefe.

Gewerbeansiedlung

Weiterer Schwerpunkt der SEG sei, die Wirtschaft Felsbergs voranzutreiben. Das soll durch die Ansiedlung von Gewerbe geschehen, erklärt Graefe. „Wir werden versuchen, Kontakt mit Interessenten aufzunehmen“, sagt er. Außerdem soll aktives Stadtmarketing betrieben werden. Mit der Ortsumgehung habe Felsberg die Chance, die Altstadt zu beleben und mehr Gewerbe in die Stadt zu holen. Die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen sei in Felsberg bedenklich, sagt Graefe.

Die Grundsteuer musste erhöht werden, um das Defizit bei den Gewerbesteuereinnahmen von 300 000 Euro auszugleichen. „Wir haben enormen Handlungsbedarf.“

Ein Büro hat die SEG noch nicht. Ein Raum im Bahnhofsgebäude Gensungen ist im Gespräch.

Der Landkreis Göttingen ist landesweit Spitze im Klimaschutz. Das hat eine Auswertung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen für die Jahre 2008 bis 2018 ergeben.

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