Neue Mieter

Felsberger Altstadt wird zur guten Wohnadresse

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Kaum wiederzuerkennen: Die Fotos zeigen das Dachgeschoss des Hauses in der Felsberger Altstadt vor und nach der Sanierung. Enrico, Jennifer, Denise und Ramonn-Luca Hoff (von links) fühlen sich im neuen Zuhause wohl.

Felsberg. Manches Haus in der Felsberger Altstadt steht leer und verfällt. Auch dem „Hoffmännischen Haus“, einem Fachwerkbau am Marktplatz, drohte dieses Schicksal, nachdem die frühere Eigentümerin gestorben war.

Doch die Gemeindenützliche Genossenschaft Felsberg (Gegefe) hat das Haus gekauft, saniert - und neue Mieter dafür gefunden. „Unser Ziel ist, die Altstadt wiederzubeleben, indem man alte Häuser wieder nutzbar macht“, sagt Christopher Willing, Vorstandsmitglied der Gegefe.

Im Erdgeschoss ist ein Pärchen eingezogen, die beiden oberen Etagen bewohnt Familie Hoff: Jennifer (30), Denise (25), Enrico (12) und Ramonn-Luca (2) fühlen sich im neuen Zuhause sichtlich wohl. „Es ist so ruhig hier, einfach toll“, sagt Jennifer Hoff.

Hell und gemütlich ist es jetzt im Dachgeschoss - und angenehm warm. „Dabei haben wir keine Heizung an“, sagt Jennifer Hoff. Kaum zu glauben, dass der Raum noch vor wenigen Monaten ganz anders aussah: dunkel, mit Gerümpel vollgestellt, die Wände unverputzt und ungedämmt.

Die Gegefe hat sich ins Zeug gelegt, um das Dachgeschoss des Hauses bewohnbar zu machen - und so 60 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. „Uns war wichtig, dass die Wohnung vier Zimmer hat, damit auch der Jüngste sein eigenes kleines Reich hat“, erklärt Jennifer Hoff. Überhaupt durften die Hoffs bei der Gestaltung der Wohnung mitreden. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Denise Hoff.

Das Gebäude gehörte früher Dr. Barbara Hoffmann, die aber verstorben ist. Da ihre Kinder das Erbe ausschlugen, wurde das Haus Ende 2013 versteigert: Für 11 500 Euro hat die Gegefe es erstanden. „Das Haus ist witzig gebaut, das hat mich gereizt“, sagt Gegefe-Vorstandsmitglied Friedwart Vogel.

Wände und Decken wurden gedämmt, die Heizung erneuert, Bäder renoviert. Auch neue Fenster mussten zum Teil eingebaut werden. Die Sanierung zog sich über ein halbes Jahr hin, die Investitionen beliefen sich auf mehr als 400 Euro pro Quadratmeter. Und das sei noch ein günstiger Preis, stellt Energieberater und Gegefe-Mitglied Thomas Bogie klar: „Die Kosten hängen ab vom Zustand der Bausubstanz.“

Beim Hoffmännischen Haus mussten beispielsweise keine Balken ausgetauscht werden, deshalb hielten sich die Kosten noch im Rahmen. Durch die Dämmung habe man den Heizenergiebedarf um 65 Prozent gesenkt, berichtet Bogie: von 240 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf jetzt 85 Kilowattstunden.

Finanziert hat die Gegefe die Sanierung mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Außerdem lobt die Genossenschaft Bürgerdarlehen aus: So können die Felsberger der Gegefe Geld für die Umsetzung ihrer Projekte leihen. Denn das Hoffmännische Haus soll nicht das letzte in der Felsberger Altstadt bleiben, das die Gegefe saniert.

Von Judith Féaux de Lacroix

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