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Felsberger Freiwillige Feuerwehren beklagen Schwund von Aktiven bei Hauptversammlung

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Von: Helmut Wenderoth

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Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Felsberg: Feuerwehrmänner und -frauen erhielten eine Anerkennungsprämie, wurden geehrt oder befördert.
Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Felsberg: Feuerwehrmänner und -frauen erhielten eine Anerkennungsprämie, wurden geehrt oder befördert. ©  Helmut Wenderoth

Die Freiwilligen Feuerwehren in Felsberg sind 2021 63 Mal im Einsatz gewesen.

Felsberg – Das waren 16 Brände und 47 Hilfeleistungen, für die sich die 234 Feuerwehrleute, darunter 40 Frauen und 194 Männer, 1794 Stunden engagiert haben. „Die Entwicklung bei den Mitgliederzahlen, mit einem Rückgang um vier Aktive gegenüber dem Vorjahr, sieht auf den ersten Blick nicht so schlimm aus“, sagte Stadtbrandinspektor Klaus Siemon bei auf der Jahreshauptversammlung der Felsberger Wehren am Freitag.

Es seien aber 49 Aktive weniger als vor zehn Jahren. „Diese Entwicklung ist dramatisch.“

Erschreckend sei auch, dass 2021 nur drei Jugendfeuerwehrmitglieder in die Einsatzabteilung gewechselt seien und 16 Mitglieder aus den Jugendfeuerwehren austraten. „Dem müssen wir massiv entgegenwirken, sonst ist der Brandschutz in Felsberg bald nicht mehr gewährleistet“, sagt Siemon.

Verbesserung bei Kommunikation mit Stadtverwaltung

Bemängelt hat der Stadtbrandinspektor die Kommunikation der Stadtverwaltung mit den Feuerwehrleitungen und den Wehrführern. Rückmeldungen der Verwaltung, zum Beispiel, ob dringende Reparaturen ausgeführt wurden, fehlten. Auf Nachfragen zu aktuellen Sachständen gebe es keine Antworten, weil der Verantwortliche nicht wisse, wie der Stand ist. Siemon fordert Verbesserungen. Er stellte fest, dass es bald keine Führungskräfte für die Feuerwehren mehr gebe, falls sich diese Bedingungen nicht bessern.

Für 2023 fordert Siemon, dass Planungsgeld für die Feuerwehrhäuser in Böddiger, Felsberg, Lohre, Hilgershausen und Wolfershausen in den Haushalt eingestellt wird. Ein großes Projekt, sei der aktuelle Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplan. Ohne dass er vorliege, könnten keine Förderanträge für Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge gestellt werden.

Bürgermeister Volker Steinmetz sagte zu, die Probleme zu beseitigen. Er dankte den Feuerwehren für ihre Arbeit und lobte besonders die Jugendarbeit. Für den Brandschutz in Felsberg stünden 890.000 Euro im Haushaltsplan. Größter Posten sei die Beschaffung einer neuen Drehleiter.

90 Kinder in fünf Gruppen

Die Stadtkinderfeuerwehrwartin Jessica Grosser berichtete von der Abteilung der Jüngsten in den Felsberger Feuerwehren. Aktuell sind dort 90 Kinder in fünf Gruppen gemeldet. Nach dem Lockdown 2019 gehe es nun langsam wieder los mit Treffen. Grosser sagte, dass die Kinderfeuerwehren jetzt eine offizielle Feuerwehrgruppe der Stadt Felsberg ist. Sie sei auch in die Feuerwehrsatzung aufgenommen worden.

Ähnliches sagte Stadtjugendfeuerwehrwart Lars Pohl. Auch die Jugendfeuerwehr habe unter Einschränkungen gelitten. 2021 sei die Ausbildung wieder aufgenommen worden, um kurz darauf wieder eingestellt zu werden. Nun seien Treffen wieder möglich. Für den Sommer seien Wettkämpfe, Zeltlager und Fahrten geplant. Zurzeit betrifft das 110 Jugendliche, davon 70 Jungen und 40 Mädchen, in neun Jugendfeuerwehren.

Die Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar betonte, dass Kinder- und Jugendfeuerwehren sehr wichtig seien. „Man kann Gerätschaften und Materialien kaufen, aber keine Feuerwehrleute“, sagte sie. Stelle man die Ausgaben für den Brandschutz den Einnahmen gegenüber, so macht die Feuerwehr ein Plus. 890.000 Euro Ausgaben müssten rund 2,5 Millionen Euro eingesparter Personalkosten durch ehrenamtliche Feuerwehrleute, gegenüber gestellt werden.

Günther Sippel, Beauftragter für die Ehren- und Altersabteilungen, sagte, dass die Arbeit der Gruppe noch eingestellt ist. Er bedauere, dass sich der Kreisfeuerwehrchor nach 22 Jahren aufgelöst hat, da nicht mehr genug Sänger dabei waren.

(Helmut Wenderoth)

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