Dabei wollten sie nur einen schnellen Anschluss

Felsberger können seit fast drei Wochen nicht telefonieren und surfen 

+
Kein Anschluss unter dieser Nummer: Marcus Haack kann seit fast drei Wochen nicht über das Festnetz telefonieren. Auch das Internet kann er nicht nutzen.

Niedervorschütz. Heidrun Rösler und Marcus Haack aus Niedervorschütz sind wütend. Seit knapp drei Wochen können die beiden in ihrem Haus am Holzbach weder im Internet surfen noch telefonieren.

Dabei haben die beiden Felsberger nur den Anbieter gewechselt, um schneller im Internet surfen zu können.

Rösler und Haack waren jahrelang Kunden bei der Deutschen Telekom. Sie hatten dort einen ISDN-Anschluss. Da dieser veraltete Vertrag seitens des Anbieters zum März dieses Jahres gekündigt wurde, entschieden sie sich im Dezember des vergangenen Jahres für einen Anschluss bei der Netcom Kassel.

Die Breitband Nordhessen hatte Glasfaserkabel im Stadtteil verlegt. Seitdem bietet die Betreiberfirma Netcom bessere Leistungen als die Telekom an, sagt Haack. Die Vertragsbestätigung ließ nicht lange auf sich warten. Für Heidrun Rösler und Marcus Haack war klar, dass sie ab Juli am schnellen Netz angeschlossen sein werden.

Um die Zeit von März bis Juli zu überbrücken, schlossen Rösler und Haack einen monatlich kündbaren Vertrag mit Congstar – einer Tochterfirma der Telekom – ab. Die Portierung (Anbieterwechsel mit Rufnummermitnahme) zum 3. Juli von Congstar zur Netcom wurde am 16. Mai per E-Mail von der Netcom bestätigt. Einen Tag später bestätigte Congstar die Kündigung ihres Vertrages. Der Wechsel schien reibungslos über die Bühne zu gehen.

Als die beiden Felsberger Ende Juni weder Zugangsdaten noch Router von Netcom bekommen hatten, hakten sie am 29. Juni bei der Kunden-Hotline nach. Ein Schalt-Termin für Anfang Juli sei nicht vermerkt, habe es von dem Netcom-Mitarbeiter am Telefon geheißen. Es folgten diverse Telefonate mit Telekom und Netcom. „Einer schob die Schuld auf den anderen“, sagt Rösler.

Die Mitarbeiter bei Netcom hätten gereizt und unfreundlich reagiert. Anstatt eine Lösung zu finden, seien sie nur hingehalten worden, sagen die beiden. Seit dem 2. Juli, als der Vertrag bei Congstar endete, stehen sie nun ohne Internet und Telefon da. Nur über das Handy sei surfen und telefonieren möglich.

Das sagt Congstar

„Die Netcom Kassel hat am 16. Mai eine Kündigung mit Rufnummernmitnahme angefragt, die Congstar am 17. Mai zum 2. Juli bestätigt hat“, teilt Congstar-Sprecher Timo Wakulat auf Anfrage mit. Eine Bitte um Weiterversorgung hätte Congstar nicht erreicht, weshalb davon auszugehen war, dass der Anbieterwechsel, wie gewünscht und von Congstar bestätigt, zum 2. Juli durchgeführt wird. Die Leitung wurde am 2. Juli gekündigt und die Nummer zur Portierung an die Netcom Kassel übergeben, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Am 4. Juli erreichte Congstar erneut eine Anfrage der Netcom Kassel zur Kündigung mit Rufnummermitnahme, die von Congstar abgelehnt wurde, da die Kündigung mit Rufnummermitnahme zu diesem Zeitpunkt bereits durchgeführt worden war, teilt Wakulat mit. Die Rufnummer der Familie sei im Besitz der Netcom Kassel. 

Das sagt Netcom

Die Portierung sei am 16. Mai per Fax bei Congstar beantragt worden, teilt Netcom-Pressesprecherin Jutta Schill mit. Da die Netcom bis zum 4. Juli immer noch keine Rückmeldung erhalten hätte, sei nochmals per Fax an die Portierungsanfrage erinnert worden. Auch diese Anfrage sei unbeantwortet geblieben. Daraufhin sei am 12. Juli vorsorglich eine Teilnehmeranschlussleitung ohne festgelegte Rufnummer bestellt worden. Am gestrigen Freitag sollte dies umgesetzt werden. Bei der Portierung sei Netcom auf die Mitarbeit des Voranbieters angewiesen. Wenn die Anfrage nicht fristgerecht bearbeitet werde, habe man keine andere Wahl, als immer wieder neue Anfragen an den Voranbieter zu stellen. Durch die Arbeitsweise von Congstar sei es bei Heidrun Rösler und Marcus Haack zu Terminverschiebungen gekommen. Für das Verhalten der Netcom-Mitarbeiter entschuldige sich das Unternehmen. Man gebe den Hinweis an die verantwortlichen Mitarbeiter weiter. Weil der Start bei der Netcom nicht optimal verlaufen sei, sollen die beiden Felsberger nun für die ersten drei Monate von der Grundgebühr befreit werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.