Interessenten abgesprungen 

Offen für neue Nutzung: Felsberger Ratskeller steht seit fünf Jahren leer

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Steht seit mittlerweile fünf Jahren leer: Für den Ratskeller in Felsberg haben sich bislang noch keine Investoren gefunden. 

Für den Ratskeller in Felsberg ist weiterhin keine Lösung in Sicht. Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz kann sich vorstellen, die Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern. 

Der nunmehr seit fünf Jahren leer stehende Ratskeller wird erneut Thema im Ortsbeirat sein, der am Mittwoch, 14. August, ab 19.30 Uhr tagt.

In den vergangenen Monaten hat es zwei Interessenten gegeben, sagt Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz. Einer der Interessenten, ein Gewerbetreibender aus Wabern, hat seine Bewerbung zurückgezogen: Die Investitionskosten seien schlicht zu hoch, sagt der Interessent gegenüber der HNA. Die Gespräche lägen derzeit auf Eis, man sei aber nicht abgeneigt, in naher Zukunft noch mal in Verhandlung zu treten, sagt er. Er habe sich vorgestellt, einige Zimmer als Übernachtungsmöglichkeit anzubieten. An der Nutzung der Gaststätte sei er nicht interessiert gewesen.

Der Ratskeller sei ein sehr großes Gebäude – das alles wieder auf Vordermann zu bringen, benötige viel Zeit und Geld, die der Interessent als Privatmann noch zusätzlich investieren müsste. „Da ist die Gefahr zu groß, dass der Ertrag am Ende nicht stimmt“, sagt er. Gemeint seien damit auch schärfere Brandschutzverordnungen, die mit einem neuen Bauantrag einhergehen würden. Dort hätte sich der Waberner Interessent mehr Entgegenkommen von der Stadt gewünscht. „Wir sind nicht vollkommen abgeneigt, aber die Stadt könnte, was beispielsweise den Brandschutz angeht, auch finanziell mithelfen.“

Stadt ist hoch verschuldet

Ein Gutachten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) aus dem Jahr 2015 hatte damals schon ergeben, dass erst viel Geld in das alte Fachwerkgebäude gesteckt werden müsse. Geld, das die hoch verschuldete Stadt als Eigentümerin eigentlich nicht hat. Der geschlossene Ratskeller belaste demnach den Haushalt der Stadt Felsberg Tag für Tag, erklärt Felsbergs Ortsvorsteher Klaus Döll. Egal, wie man sich entscheide, es müsse dringend eine Lösung gefunden werden. Dies könne jedoch nicht passieren, indem die Angelegenheit Ratskeller liegen gelassen werde. „Es ist unmöglich, dass in Sachen Brandschutz und Voraussetzungen für sämtliche weitere Planungen, ganz einfach nichts passiert“, sagt er.

Bürgermeister Volker Steinmetz könne sich indes vorstellen, die Nutzungsmöglichkeiten für den Ratskeller zu erweitern. „Der Ratskeller soll nicht allein für einen gastronomischen und touristischen Zweck genutzt werden“, sagt er.

Was er sich genau unter einer breiteren Nutzungsmöglichkeit vorstelle, wollte Steinmetz während des Gesprächs noch offenlassen. Derzeit beraten sich der Arbeitskreis Ratskeller und der Magistrat intern über den Sachstand.

„Natürlich sind auch wir daran interessiert, dass der Ratskeller so schnell wie möglich wieder genutzt werden kann“, sagt Volker Steinmetz.

Ratskeller steht seit fünf Jahren leer

Die Stadt Felsberg hat in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, den Ratskeller zu verpachten – erfolglos. 2014 mussten die damaligen Pächter, Helmut und Edeltraut Suchy, die den Gasthof in der Felsberger Altstadt übernommen und in „Altes Rathaus“ umbenannten, aufgeben. Der Neustart im Ratskeller war nach wenigen Monaten gescheitert. Im März 2015 stellte die Stadt dann das neue Pächterpaar des Ratskellers vor. Nach zwei Wochen hieß es, die Pächter seien aus persönlichen Gründen wieder vom Vertrag zurückgetreten. 2017 hatte die Stadt geprüft, ob die Räumlichkeiten während der Rathaussanierung genutzt werden können. Seit 2018 war die Stadt im Gespräch mit zwei möglichen Investoren, die nun jedoch abgesprungen sind.

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