Felsberg: Neues Radwegekonzept

Fahrradclub befragt Felsberger: Sie wollen bessere Radwege

Sie stellten das neue Radwegekonzept für Felsberg vor: von links Bürgermeister Volker Steinmetz, Johannes Heyn und Ullrich Horstmann vom ADFC.
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Sie stellten das neue Radwegekonzept für Felsberg vor: von links Bürgermeister Volker Steinmetz, Johannes Heyn und Ullrich Horstmann vom ADFC.

Fahrradfahren in und um Felsberg soll attraktiver werden: Das ist das Ziel des Radwegekonzepts, das der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) im Auftrag der Stadt erstellt hat.

Felsberg – Dafür hat der ADFC die Felsberger befragt.

Felsberg: Die Befragung

2018 hatte die Stadt Felsberg die ADFC-Ortsgruppe Chattengau beauftragt, das Konzept zu erstellen. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich die Arbeit daran länger hingezogen als üblich, erklärt Ullrich Horstmann, der jetzt zusammen mit seinem ADFC-Kollegen Dr. Johannes Heyn das Konzept vorgestellt hat.

Denn Grundlage für das 21-seitige Konzept war eine Befragung der Bewohner aller Stadtteile. Die Felsberger sollten Wünsche und Verbesserungsvorschläge für das Radwegenetz äußern und anschließend die Lösungsvorschläge bewerten. Die dafür vorgesehenen Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen mussten wegen Corona unterbrochen werden, stattdessen fanden für die anderen Stadtteile schriftliche Befragungen statt.

Felsberg: Die Noten

Trotz dieser erschwerten Bedingungen hätten sich viele Felsberger an der Umfrage beteiligt, sagt Heyn: „Das Thema brennt in der Bevölkerung.“ Mehr als 400 Fragebögen wurden ausgewertet. Das Ergebnis: Fürs Radfahren allgemein in Felsberg vergeben die Felsberger die Schulnote 3,5. Der Komfort wird nur mit der Note 4,1 bewertet, die Erreichbarkeit von Zielen mit 3,6, die Sicherheit mit 3,8. Es gibt also Verbesserungspotenzial. Heyn stellt klar: „Wir wollen das Auto nicht abschaffen – sondern seine Verwendung auf ein vernünftiges Maß reduzieren.“ Und je besser die Radwegeverbindungen seien, desto eher würden die Menschen eine Strecke mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen.

Felsberg: Die Finanzierung

Der ADFC hat in seinem Konzept nicht nur Lösungsvorschläge, sondern auch Fördermöglichkeiten aufgelistet. Die Stadt Felsberg müsste demnach bei vielen Projekten nur 20 bis 25 Prozent der Kosten selbst tragen und könnte den Rest über Fördergeld von Bund, Land oder Landkreis finanzieren. Ein neuer Radweg zwischen Felsberg und Melsungen wäre laut ADFC sogar zu 100 Prozent förderfähig. „Manche Veränderungen würden ohnehin nicht viel kosten – etwa eine Einbahnstraßenregelung am Haintor“, sagt Horstmann.

Felsberg: Die Umsetzung

Noch steht nicht fest, ob alle im Konzept enthaltenen Vorschläge auch so umgesetzt werden. „Das Konzept wird jetzt in den Ausschüssen vorgestellt und diskutiert“, sagt Bürgermeister Steinmetz. Dann werde eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung abgegeben, die dann entscheide, ob das Konzept so oder mit Änderungen umgesetzt werden soll.

Von jetzt auf gleich funktioniert das in jedem Fall nicht. Heyn nennt als Beispiel die Stadt Bad Wildungen: Dort sei das Radwegekonzept im Jahr 2002 erstellt worden, bis zur vollständigen Umsetzung habe es elf Jahre gedauert. In jedem Fall brauchen die Felsberger also noch einen langen Atem, bis sich in Sachen Radwege in ihrer Stadt etwas verbessert.

Felsberg: Neue Verbindung nach Melsungen

Die Felsberger konnten die einzelnen Vorschläge nach ihrer Dringlichkeit bewerten. Demnach sind die zehn wichtigsten Forderungen:

  • Direktverbindung auf Eder-Radweg zwischen Wolfershausen und Grifte (soll noch dieses Jahr in Kooperation mit der Gemeinde Edermünde umgesetzt werden)
  • Verbesserung der Verbindung zwischen Felsberg und Melsungen: Derzeit läuft der Radweg R12 von Felsberg nach Melsungen ab Beuern durch den Markwald Beuerholz. „Die Waldwege sind sehr grob geschottert und dadurch eigentlich nur mit einem Mountainbike gut befahrbar“, erklärt Ullrich Horstmann vom ADFC. Zudem fühlten sich viele Radfahrer auf der Waldstrecke unsicher, da sie weit ab vom Schuss liege und man dort weitgehend allein unterwegs sei. Der Gegenvorschlag ist die Anlage eines baulich getrennten Radwegs parallel zur B 253 zwischen Felsberg und Melsungen.
  • Asphaltierung des Eder-Radwegs zwischen Sportplatz Lohre und Gemeindegrenze
  • Tempo 30 in der Karthäuser Straße in Gensungen zwischen Bahnhofstraße und Poststraße
  • Einschränkung des Auto-Verkehrs in der Straße Zum Haintor in Felsberg zugunsten des Fuß- und Radverkehrs
  • Schaffung eines Geh- und Radwegs an der Homberger Straße (B 253) in Gensungen von Neue Straße und Abzweig Beuernsche Straße Richtung Supermarkt
  • Asphaltierung des Eder-Radwegs zwischen Brunslar und Böddiger
  • Bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: Die noch weit verbreiteten Vorderradparker seien nicht mehr zeitgemäß, sagt Horstmann. Besser seien u-förmige Bügel. Zum einen könne man daran das Fahrrad am Rahmen festschließen statt nur am Rad – und es so besser vor Diebstahl schützen. Zum anderen stünden die Räder an diesen Bügeln auch stabiler.
  • Bessere Beschilderung der Radwege
  • Verbreiterung des Gehwegs an der B 253 zwischen Gensungen und Rhünda auf 2,5 Meter.

(Judith Féaux De Lacroix)

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