Beliebtes Freizeitparadies

Zwischen Felsburg und Altenburg: Mit Plastik-Schwänen gegen Kormorane

Totholz im Fischteich: Diese Fichte stürzte beim jüngsten Orkan ins Wasser. Sie bleibt liegen, weil die Äste die Fischbrut schützen, erläutern von links Carsten Tentrop, Timo Koch und Heinz Siemon vom Angelsportverein Äsche. Foto: Schaake

Felsberg/Altenburg. Das sorgt immer wieder für viel Gesprächsstoff unter Spaziergängern und Erholungssuchenden: Auf dem Inselteich und dem Schwanenteich zwischen Felsberg und Altenburg sorgen zwei schwarze Schwäne für Aufsehen.

Von einem Wunder der Natur war schon die Rede. Doch die schwarzen Schwäne sind aus Plastik. Es ist ein Modellversuch im Kampf gegen den Fischräuber Kormoran. Der Kormoran ernährt sich fast ausschließlich von Fischen. In Deutschland und Österreich war er Vogel des Jahres 2010. Der Kormoran fällt unter die Europäische Vogelschutzverordnung.

Mitglieder des Angelsportvereins Äsche haben die Schwäne in der Teichmitte verankert. Es sei ein Versuch, den Kormoran zu vergrämen, erläutern Vereinsvorsitzender Carsten Tentrop, sein Vertreter Timo Koch und Naturschutzbeauftragter Heinz Siemon. Ein Kormoran fresse pro Tag bis zu ein Kilogramm Fische, sagen die Angler. Siemon: „Der Kormoran verschlingt Fische bis zu 30 Zentimeter Länge.“

Der rund 100 Mitglieder zählende Verein investiert pro Jahr etwa 7000 Euro für den Fischbesatz – von der Rotfeder über die Brasse bis zum Karpfen und der Schleie. Die Angler leisten 1200 Arbeitsstunden im Dienste des Natur- und Landschaftsschutzes.

Beliebtes Freizeitparadies

Die Teiche entstanden durch den Anfang der 1990er- Jahre beendeten Kiesabbau und haben sich zu einem beliebten Freizeitparadies entwickelt. „Seit 20 Jahren bereitet uns der Kormoran Sorgen und Probleme“, sagen die Vorstandsmitglieder. Auf der Suche nach Nahrung wanderte der Kormoran von der Küste immer mehr ins Binnenland; die Ederaue ist ideal für ihn.

„Der Kormoran ist ein flexibler, unglaublich intelligenter Vogel“, berichten die Äsche-Mitglieder, „der holt sich den Fisch auch aus dem Gartenteich und sogar aus der Regentonne.“ 40 bis 50 Kormorane sind in den Fischteichen im Altenburger Feld schon beim Raubzug beobachtet worden. Nach der Installation der Schwarz-Schwäne Anfang des Jahres haben die Angler „nicht mehr so große Mengen gesehen“.

Sollte sich der Modellversuch mit den schwarzen Schwänen bewähren, könnten noch mehr dieser „Geheimwaffen“ im Edertal – wie auch schon bei den Ederfischern in Lohre – eingesetzt werden. Übrigens: Die weißen Stamm-Schwäne stören sich nicht an den schwarzen „Geschwistern“. Das Brutpaar, das voriges Jahr fünf Junge hatte, ist immer noch auf dem Teich.

Beim jüngsten Arbeitseinsatz beseitigten die Angler Sturmschäden rund um die Teiche. Eine ins Wasser gestürzte Fichte allerdings bleibt, wo sie liegt. Die Totholz-Zweige bieten Schutz für die Fischbrut vor Raubfischen – und vor dem Kormoran.

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