Gravierende Konsequenzen befürchtet

Eintracht-Vorsitzender will die kleine Sporthalle behalten

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Baufällig, aber beliebt: In der kleinen Sporthalle in Felsberg finden diverse sportliche Aktivitäten statt. Von links: Claas Rietschle, Marisa Martinez Schanze, Lena Augustin, Justus Rietschle, Leni Meyer und Max Henze beim Handballtraining.

Felsberg. Was wird aus der kleinen Sporthalle Felsberg? Die Eintracht Felsberg als größter Sportverein der Drei-Burgen-Stadt fordert den Erhalt des Bauwerks.

Es ist Mittwochnachmittag, Kinder toben durch die kleine Sporthalle in Felsberg. Sie bereiten sich aufs Handballtraining vor. „Soviel zum Thema, dass die Sportvereine angeblich keinen Nachwuchs haben“, sagt Stefan Schmid, Vorsitzender des TSV Eintracht Felsberg.

Er ist verärgert über die Äußerungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Stephan Bürger im Stadtparlament.

Die Standpunkte

In der Sitzung ging es um eine mögliche Sanierung oder einen Neubau der kleinen Sporthalle in Felsberg. Der Magistrat hatte vorgeschlagen, das Fördergeld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) dafür zu verwenden. Die SPD sprach sich dagegen aus, der Magistrat zog den Beschlussvorschlag zurück.

Stephan Bürger argumentierte für die SPD, dass die Stadt für die Sporthalle trotz des Fördergelds noch sehr viel Geld in die Hand nehmen müsste. Zudem sei fraglich, ob die Halle langfristig noch benötigt werde - angesichts sinkender Mitgliederzahlen in vielen Sportvereinen.

Lesen sie dazu auch: Streit um Felsberger Sporthalle - Fragen und Antworten

Dem widerspricht Stefan Schmid: „Ich habe den Verein 2007 übernommen - seitdem ist die Zahl der Mitglieder von 740 auf 800 gestiegen.“ Natürlich gebe es den demographischen Wandel - aber dem könne man entgegenwirken. „Wir bieten Senioren-, Rehasport und Eltern-Kind-Gruppen an“, sagt der 51-Jährige. „Die Leute wollen bewegt werden.“ Doch dafür bräuchten sie eben auch den passenden Raum - und deshalb müsse die kleine Sporthalle erhalten werden. 

Der Zustand der Halle

„Diese Halle hält keine fünf Jahre mehr, wenn nichts dran gemacht wird“, sagt Schmid. Schon mehrfach musste die Halle zeitweise gesperrt werden, etwa, weil es hineingeregnet hatte. „Der bauliche Zustand ist nicht der Beste. Aber wir nehmen das hin, weil wir froh sind, dass wir die Halle haben. Sie wird gebraucht.“

Die Nutzer

Neben der Eintracht nutzen auch andere Vereine die Halle. Derzeit wird die kleine Sporthalle unter anderem für Zumba, Senioren- und Rehasport, Tischtennis, Handball, Fußball, Volleyball, Tennis, Klettern und für Treffen der Modellbauer genutzt.

Die Folgen einer Schließung

Würde die kleine Sporthalle ganz dicht gemacht, hätte das gravierende Konsequenzen für die Eintracht Felsberg, sagt Schmid. „Die Vereinsaktivitäten würden sich halbieren.“ Die Tischtennisabteilungen müsste dicht gemacht, die Handball-Jugendarbeit zurückgefahren werden. „Dann könnten unsere Mannschaften bald nicht mehr oberklassig Handball spielen“, fürchtet Schmid.

Die Forderung

„Ein Fachmann muss neu berechnen und beurteilen, was es kosten würde, die Halle neu zu bauen oder zu sanieren“, fordert Schmid. Stephan Bürger hatte angeregt, dass die Mitglieder der Sportvereine selbst Hand anlegen könnten, um die Halle auf Vordermann zu bringen. Das sieht Stefan Schmid anders: „Wir können nicht in Eigenleistung ein Dach erneuern.“ Ende Dezember wollen sich Stefan Schmid und Stephan Bürger nun zu einem Gespräch über die Sporthalle treffen.

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